Weiterbildung
Lust auf Neues

Die einen suchen neue Perspektiven im Job und bilden sich aufwändig weiter - die andere hängen ihren bisherigen Beruf an den Nagel und satteln um. Doch den meisten fehlt dafür das nötige Geld. Mit ein paar Ideen lässt sich die erweiterte Expertise leichter finanzieren.

HB. Mister Roboto - dieser Song von Styx peitschte uns förmlich durch die 80er Jahre. Man könnte meinen, die kanadischen Rocker hätten geahnt, dass gerade die Generation, die damals zwischen Schule, Studium und Berufsleben stand, künftig besonderen Belastungen ausgesetzt sein würde: Während ihrer paar Jährchen Berufserfahrung haben sie erlebt, wie Globalisierung und neue Technologien - von Internet bis Blackberry - das Tempo und den Leistungsdruck am Arbeitsplatz verschärften.

Seit den 80ern haben sich aber nicht nur Technologien und Kommunikationsgewohnheiten radikal verändert, sondern auch die Gesellschaft. Sie ist flexibler und toleranter geworden: Während in den Lebensläufen der Väter oft nur ein, manchmal zwei, allenfalls aber drei Arbeitgeber standen, findet man heutzutage oft schon lange vor dem 40. Geburtstag etliche Arbeitgeber in einer Vita. Ein Makel ist das nicht mehr. Im Gegenteil, schon bei der Wahl ihrer Praktikanten bevorzugen Arbeitgeber inzwischen diejenigen, die rumgekommen sind, um über den Tellerrand ihres Fachbereichs hinaus zu blicken.

Und noch etwas hat sich geändert: Die Menschen werden immer älter und ihre Lebensarbeitszeit wird länger. Noch vor einigen Jahren konnten sich Arbeiter und Angestellte mit Ende 50 rüstig aufs Altenteil freuen. "Das ist vorbei", sagt Andreas Henkes von der Bundesagentur für Arbeit. "Heute liegt der Beschäftigungsanteil bei Menschen im Alter von 55 Jahren und älter bei rund 52 Prozent. Bei Akademikern ist der Anteil deutlich höher."

Von wegen also berufliche Halbzeit mit 40. Wer heute seinen 40. feiert, hat noch rund zwei Drittel seines Arbeitslebens vor sich. Spätestens da wird es Zeit, sich zu fragen, will ich die nächsten Jahrzehnte so weiter machen wie bisher?

Tatsächlich steigt die Zahl der Deutschen, die dies verneinen und sich nicht mit ihrer aktuellen Jobsituation zufriedengeben. Und sich statt dessen weiterbilden, sich zusätzlich mit Kursen oder an Unis qualifizieren oder beruflich gar nochmal ganz von vorne anfangen.

Denn Chancen für eine zweite Karriere gibt es genug: Angesichts der kippenden Alterspyramide wächst der Bedarf an Menschen, die sich fachlich und persönlich fortbilden, um sich für frei werdende höhere Positionen zu qualifizieren. Sogar Berufsumsteiger sind in einigen Wachstumsbranchen mit akutem Kräftemangel wie dem Ingeniurwesen, der Informations- und Telekommunikationsbranche, dem Pilotenberuf oder im Vertrieb hochwillkommen.

Und so gibt es viele Menschen, die Veränderung als Chance begreifen und noch einmal durchstarten. Klar, es gehört Mut dazu und Risikobereitschaft. Hilfreich für die Entscheidung zur beruflichen Neuorientierung sind der Austausch mit Freunden und Familie, aber auch mit Experten - zum Beispiel im Rahmen eines Coachings. Auch finanzielle Aspekte gilt es zu berücksichtigen. Denn außer eventuellen Einbußen während der Qualifizierungs- oder Umstiegsphase zieht ein Wechsel oft auch Konsequenzen für die Altersvorsorge und die soziale Absicherung nach sich.

Seite 1:

Lust auf Neues

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%