Welche Klippen es bei der Mitarbeiterbeteiligung zu umschiffen gilt
Wenn Aktien der Firma als Teufelszeug gelten

Nachdem die Dauer-Baisse an den Börsen überwunden scheint, setzen viele Unternehmen das Thema der Mitarbeiterbeteiligung wieder auf ihre Agenda. Ihre Ziele: Erstens wollen sie ihre Mitarbeiter an sich binden, zweitens soll die Beteiligung am Unternehmenserfolg die Angestellten motivieren.

Die Firmen geben dabei eigene Aktien an ihre Beschäftigten aus oder bieten die Papiere zum vergünstigten Preis zum Kauf an. Oft sind die Programme Teil einer variablen Vergütung, die vom persönlichen Erfolg des Einzelnen abhängt.

Doch „viele Manager unterschätzen, wie komplex die Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen ist“, warnt Vergütungsberaterin Beate Marschner von Towers Perrin in Frankfurt. Die typischen Fehler: Die Firmenlenker investieren zu wenig Zeit in die Planung eines Beteiligungs-Projekts, so Marschner. Denn die Eile rächt sich. Das Projekt verfehlt sein Ziel – die Mitarbeitern zu motivieren –, und die Kosten explodieren.

Diese vier Punkte erweisen sich immer wieder als Stolpersteine bei der Mitarbeiterbeteiligung:

  • Starker Deutschland-Fokus


    Viele Unternehmen schneidern die Programme zu sehr auf ihre deutschen Mitarbeiter zu, obwohl das Unternehmen auch im Ausland vertreten ist. So kommen deutsche Arbeitnehmer etwa in den Genuss eines steuerfreien geldwerten Vorteils von 154 Euro pro Jahr. Im Ausland gelten aber andere Regeln, und das macht die Beteiligungs-Angebote für Angestellte in anderen Ländern oft uninteressant. Das Programm sollte deshalb auf jedes Land einzeln angepasst sein.
  • Bürokratischer Aufwand


    Die meisten Unternehmen legen die Aktien in persönliche Wertpapierdepots der Mitarbeiter. Ausländische Beschäftigte können jedoch nur mit großem Aufwand ein Konto in Deutschland eröffnen. Einfacher ist die Verwahrung ihrer Aktien durch einen Treuhänder in Sammelverwahrung. Das ist auch für das Unternehmen weitaus effizienter.
  • Zu seltene Ausschüttung


    Üblich ist, nur einmal pro Jahr Aktien an die Mitarbeiter zu übertragen. Beraterin Marschner rät zu einem häufigeren Rhythmus, zum Beispiel einmal pro Quartal. Für die Mitarbeiter hat das den Vorteil, dass sie weniger stark von einem schwankenden Aktienkurs betroffen sind. Ihre Wertschätzung für die Papiere der eigenen Firma wird so gesteigert.
  • Mangelhafte Kommunikation


    Nur wenn sich die Mitarbeiter ausreichend über Chancen und Risiken einer Beteiligung informiert fühlen, begeistern sie sich für das Projekt. Für viele gelten Aktien nach der Börsenflaute aber als Teufelszeug. Doch gerade an der Kommunikation mangelt es in vielen Unternehmen. Auch hier sind unterschiedliche Lösungen für jedes Land der Schlüssel zum Erfolg. Während in einem Land die Information in der Mitarbeiterzeitung am besten funktioniert, fühlen sich die Mitarbeiter anderswo eher durch Informationsstände in der Kantine angesprochen.

Langfristige Strategien verfolgen die Unternehmen nicht: „Die Pläne laufen meist nur ein Jahr, dann wird neu entschieden“, berichtet Carsten Hölscher vom Wiesbadener Beratungsunternehmen Hewitt Associates. Im Jahr 2002 boten knapp 600 Unternehmen in Deutschland ihren Mitarbeitern ein Beteiligungsprogramm an, errechnete die Gummersbacher Unternehmensberatung Kienbaum. Seitdem hatte die Zahl abgenommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%