Wenn die Kündigung droht
So kämpfen Sie um Ihren Arbeitsplatz

Gerade wenn Entlassungen anstehen, müssen Arbeitnehmer die Nerven behalten.

HB FRANKFURT. Die gute Nachricht vorweg: In Deutschland ist es gar nicht so leicht, den Arbeitsplatz zu verlieren. In Betrieben mit mehr als fünf Mitarbeitern sorgt der gesetzliche Kündigungsschutz dafür, dass der Chef seine Mitarbeiter nicht einfach und schon gar nicht grundlos feuern kann. Er muss gewichtige Argumente vorbringen, um einen Mitarbeiter gegen dessen Willen loszuwerden. Außerdem müssen sich Unternehmen bei betriebsbedingten Kündigungen an die Vorschriften der Sozialauswahl halten.

Gleichwohl sehen nach Befragungen der Meinungsforscher von ipsos 37 Prozent der Beschäftigten Jobs in ihrem Unternehmen bedroht. 4,25 Millionen Arbeitslose, knapp 900 000 Personen in so genannten Entlastungsmaßnahmen, 40 000 Firmenpleiten im Jahr und zunehmende Produktionsverlagerung ins Ausland machen Angst.

Doch wer sagt eigentlich, dass es Sie selbst treffen muss, wenn Kündigungen anstehen? Neben den juristischen gibt es auch noch ökonomische Gesetze: Arbeitgeber verzichten ungern auf Mitarbeiter, die flexibel denken, vielseitig einsetzbar sind und zu den so genannten Leistungsträgern gehören. Einsatz zu zeigen lohnt sich in wirtschaftlich schwieriger Zeit besonders. Oft heißt es, dass „jeder ersetzbar“ sei, doch Arbeitsmarktexperten meinen, dies gilt auch bei Entlassungen nur eingeschränkt. Dann achten Führungskräfte ganz besonders darauf, wen sie gehen lassen – und wen nicht.

Wichtig: Der persönliche Auftritt. „Der Faktor Sympathie entscheidet fast alles“, sagt Kommunikationsexpertin Meike Müller. Sie rät: „Arbeiten Sie an Ihrem Selbstvertrauen. Mit dem Gefühl, für das Unternehmen wichtig zu sein, haben Sie auch eine überzeugende Ausstrahlung.“

Für die Sicherheit des Arbeitsplatzes genauso wichtig wie für den eventuellen Aufstieg ist aktualisiertes Fachwissen. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sind 70 Prozent der erfolgreichen Absolventen nach der Weiterbildung beruflich aufgestiegen. Auch wenn Kündigungen drohen, kann die Weiterbildung helfen. Denn „trotz Rationalisierung und Stellenabbau benötigen Arbeitgeber gut ausgebildetes Personal“, meint Geerd Woortmann von der DIHK.

Auch lohnt es, sich über den Sozialplan zu informieren. Der beinhaltet – für den Fall der Fälle – Abfindungen, deren Höhe nach Alter und Betriebszugehörigkeit variieren.

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