Wettbewerb "Erfolgsfaktor Familie"
Deutschlands familienfreundlichste Unternehmen

Jokertage, Windelgeld oder Azubi-Tandems – Familienfreundlichkeit muss nicht teuer sein, demonstrieren die Preisträger des Wettbewerbs „Erfolgsfaktor Familie 2008“, die am Donnerstag nachmittag in Berlin prämiert wurden. Ohnehin zahlt sich jeder Euro, den Unternehmen in Mitarbeiter mit Familie investieren, doppelt aus - in Motivation und geringeren Fehlquoten.

DÜSSELDORF. Wohin mit dem Nachwuchs, wenn die Tagesmutter Grippe hat oder die Schule wieder mal für einen Brückentag dichtmacht? Für viele berufstätige Eltern ist das eine Horrorvision, da oft der ganze Arbeitstag aus den Fugen gerät. Nicht so für die fast 19 000 Beschäftigten des Flughafenbetreibers Fraport in Frankfurt. Sie können ihre Kinder im Notfall zwischen 6 und 22 Uhr ins „Fluggi-Land“ bringen – und das jeden Tag im Jahr. Die Öffnungszeiten sind auf die Schichtarbeit abgestimmt. „30 Kinder zwischen einem und zwölf Jahren können dort betreut werden“, erklärt Fraport-Vorstand Arbeitsdirektor Herbert Mai. In den Schulferien kommen weitere 50 Kinder zu Ausflügen und Freizeiten dazu.

Die Fraport-Eltern zahlen für den Service fünf Euro am Tag inklusive Mahlzeiten. 200 000 Euro lässt sich Fraport das „Fluggi-Land“ im Jahr kosten, das inzwischen weitere Firmen wie Lufthansa mitnutzen. „Die Investition rentiert sich“, betont Mai. „Sie zahlt sich doppelt aus in Motivation und deutlich geringeren Fehlquoten.“

Für diese und viele andere familienfreundliche Ideen erhielt Fraport im Unternehmenswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2008“ gestern in Berlin den Hauptpreis in der Kategorie Großunternehmen. Über 500 Firmen hatten sich um den Titel „Familienfreundlichstes Unternehmen“ beworben. Den Preis hatte das Bundesfamilienministerium zum sechsten Mal seit 1993 ausgeschrieben.

Fraport konnte bei der Jury auch mit der „Kinder-Arche“ punkten. Zusammen mit der Stadt Frankfurt entstand 2006 acht Autominuten vom Flughafen entfernt eine deutsch-englische Krippe für Kinder von sechs Wochen bis drei Jahre. Mai: „Wir haben gerade noch mal um zehn Plätze aufgestockt, da die Warteliste so lang war.“

Um Betriebskindergärten zu gründen, sollten sich viel mehr Unternehmen mit Elterninitiativen oder Stadtteil-Kitas vernetzen, die die entsprechende Expertise mitbringen, rät Stefan Becker, Geschäftsführer von „Beruf und Familie“, die die Finalisten geprüft haben. „Alleine sind Firmen oft überfordert, sich im Vorschriftendschungel zurechtzufinden.“ Die Bundesregierung unterstützt zudem kleine und mittlere Firmen in Sachen Betriebskindergärten für unter Dreijährige mit 50 Millionen Euro.

Beim Holzhausbauer Baufritz aus Erkheim, Hauptpreisträger in der Kategorie Mittlere Unternehmen, ist die Betriebskita „Mullewap“ sogar kostenlos. Dafür arbeiten alle 250 Mitarbeiter am Weltkindertag eine Stunde umsonst.

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