Wirtschaftsstudium
Der Kuschelfaktor ist nicht alles

Das Job-Magazin „Karriere“ hat mit dem Recruiting-Dienstleister Access die Hochschulen ermittelt, wo Studenten am besten Wirtschaft studieren können. Die erfreuliche Nachricht: Wirtschaftsstudenten – egal welcher deutschen Uni – blicken immer öfter über den nationalen Tellerrand.

DÜSSELDORF. Wo in Deutschland können Manager in spe am besten Kapitalismus, Marktwirtschaft und Unternehmensführung studieren? Im Osten. Genauer gesagt an der Handelshochschule Leipzig (HHL). Die traditionsreiche Fakultät, 1992 als Privathochschule wiederbelebt, hat den besten Mix aus exzellenten Studienbedingungen und guten Chancen für später zu bieten – dies hat das Job-Magazin „Karriere“ mit dem Recruiting-Dienstleister Access ermittelt.

Zwei weitere Private – die WHU Vallendar und die EBS Oestrich-Winkel – stehen den Leipzigern kaum nach. Auf Rang vier platziert sich als beste öffentliche Uni Mannheim – auch die Uni Münster und die Uni München kommen unter die Top Ten.

Befragt wurden über 18  000 Wirtschaftsstudenten und -absolventen deutscher Hochschulen sowie 1 000 Personalentscheider. Sie vergaben Noten – etwa zu Lehre, Forschung, Ausstattung, Praxisnähe sowie zu Soft Skills und Eigeninitiative. Deren Wertungen flossen zu gleichen Teilen ins Ranking ein und trugen 80 Prozent zum Ergebnis bei. Weitere 20 Prozent ergaben sich aus objektiven Kriterien wie Studiendauer und Betreuungsverhältnis durch Lehrkräfte.

Die erfreuliche Nachricht: Wirtschaftsstudenten – egal welcher deutschen Uni – blicken immer öfter über den nationalen Tellerrand. „Zwei Drittel absolvieren ein Studium oder längeres Praktikum im Ausland“, lobt Access-Vorstand Norbert Wangnick. Geht es um die Studiendauer, können aber längst nicht alle international mithalten. „In der WHU werden die Studenten in acht Semestern durchgepeitscht“, so Wangnick. An der Uni Wuppertal dagegen brauchen sie im Schnitt fast doppelt so lange: 15,9 Semester vertrödeln sie bis zum Diplom. „Schneller ist besser“, steht für Wangnick von Access außer Frage. Ebenso für Personaler wie Eva Schadeck von Unilever: „Wir legen Wert auf ein zügiges Studium bis zu zehn Semestern.“ Am wichtigsten sind für Personalchefs aber Soft Skills, sehr gutes Englisch und Praxiserfahrung, zeigt die Studie. Doch das steht nicht unbedingt auf dem Lehrplan.

Beim „Karriere“-Ranking fällt auf: Die Wertungen von Studenten, Absolventen und Personalern weichen häufig stark voneinander ab. Nicht ohne Grund: Wer nur die Hörsäle der eigenen Uni kennt, kann schlecht vergleichen. Absolventen sehen ihre Alma Mater oft in einem ganz anderen Licht. Augenfällig ist dies bei Mannheim: Studenten setzen ihre Uni auf Rang 22, Absolventen auf Platz neun. Für Personaler dagegen steht Mannheim klar in der Pole-Position. Noch krasser ist der Unterschied für die Uni Köln. Firmen schätzen sie und setzen sie auf Rang zwei, Kölner Studenten strafen sie mit dem 46. Platz ab. Mit am unzufriedensten sind Wirtschaftsstudenten der Uni Hamburg. Ausstattung, Betreuung und Praxisbezug tadeln sie mit einer „Vier“.



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