Wohltaten für Talente
Geld ist nicht alles

Flexible Nebenleistungen spielen bei der Talentsuche eine immer wichtigere Rolle. Auf diese Weise können sich Unternehmen gegenüber der Konkurrenz hervorheben. Doch die meisten Firmen schweigen über ihre Goodies.

„Viele Mitarbeiter sagen mittlerweile ganz offen: Sie wollen zwar Karriere machen, aber Familie und Kinder sind für sie ebenso wichtig“, beobachtet Wolfgang Euchner, Leiter der Zentralstelle Beschäftigungsbedingungen bei Robert Bosch. Um Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen, braucht es vor allem flexible Arbeitszeitmodelle oder die Möglichkeit, einen Teil seines Jobs von Zuhause aus zu erledigen. Solche und andere flexiblen Nebenleistungen werden heute in Bewerbungsgesprächen zunehmend eingefordert, berichtet Personalmanagerin Gabriele Buchs, die bei der Deutschen Bank für Nebenleistungen verantwortlich ist.

Den persönlichen Wünschen talentierter Mitarbeiter individuell zu entsprechen – damit tun sich gerade deutsche Unternehmen aber noch schwer. Das ist das Ergebnis einer Studie von Rauser Towers Perrin. Sie liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Die Unternehmensberatung stellte 92 Firmen aus dem deutschsprachigen Raum zahlreiche Fragen über die Bedeutung von Zusatzleistungen für die Personalpolitik. Und über die Bedeutung, die diese so genannten Flexible Benefits in Zukunft haben werden. Zu den abgefragten flexiblen Nebenleistungen können die betriebliche Altersversorgung oder Hinterbliebenenrente ebenso gehören wie ein Firmenwagen oder der Sonderurlaub.

„Ein einheitliches Konzept, das alle Leistungen integriert erfasst, existiert in den Unternehmen allerdings selten“, berichtet Jürgen Helfen, Vorstand bei Rauser Towers Perrin. „Außerdem gibt es fast nirgendwo die Möglichkeit, sich ein Paket von Nebenleistungen individuell zusammenzustellen.“ Dabei sollen solche „Goodies“ den Unternehmen eigentlich dazu dienen, sich bei der Personalsuche vom Wettbewerb abzuheben. Doch das kann nur gelingen, wenn es sich um maßgeschneiderte Pakete handelt und nicht um Dinge, die jeder andere Arbeitgeber auch zu bieten hat.

Doch wer für sich das Beste an Nebenleistungen zusammenstellen möchte, muss das Angebot erst einmal genau kennen. Und das ist nicht so leicht. Paradox, aber die meisten Unternehmen bieten zwar solche Benefits an, behalten diese Tatsache aber gerne für sich: Nur jedes fünfte befragte Unternehmen kommuniziert den Mitarbeitern gegenüber gezielt und aktiv seine Leistungen. Das könnte auch ein Grund dafür sein, dass die Personalabteilungen selber die Effizienz ihrer Maßnahmen eher als mittelmäßig einschätzen. Obwohl sie davon überzeugt sind, dass ihre Bedeutung für die Personalgewinnung in Zukunft wachsen wird.





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Ziel von flexiblen Nebenleistungen ist in fast allen Fällen, gute Leute anzulocken und an sich zu binden – und natürlich das eigene Unternehmen generell als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. „Das Motto sollte deshalb natürlich lauten: Tue Gutes und rede darüber“, betont Studienautor Helfen.

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