Zahl der Anbieter wächst
Die wichtigsten Fragen auf dem Weg durch den MBA-Dschungel

Immer mehr Deutsche interessieren sich für das Studium zum Master of Business Administration (MBA). Gleichzeitig wächst die Zahl der Anbieter in Deutschland; darunter sind auch viele zweifelhaft. Einige Tipps, um nicht auf sie hereinzufallen.

Woran erkenne ich ein gutes MBA-Programm?

Drei Dinge machen jedes gute MBA-Programm aus: Es ist praxisorientiert. Und international, was sich an der Herkunft sowohl der Studenten als auch der Dozenten erkennen lässt. Außerdem bereitet es auf eine Führungsposition im General Management vor, nicht auf irgendeine Spezialistenfunktion. Wichtig sind auch die Ehemaligen-(Alumni-) Netzwerke, die nach dem Studium Tür und Tor öffnen.

Wie aussagekräftig sind MBA-Rankings?

So etwas wie das beste MBA-Programm schlechthin gibt es nicht. Ranglisten, so genannte Rankings, von Financial Times, Business Week, US World & News Report oder Wall Street Journal erlauben einen ersten Überblick über die führenden Programme. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob eine Schule auf Platz zehn oder 20 landet. Hingegen sind MBA-Anbieter, die in überhaupt keinem Ranking auftauchen, grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten.

Welches MBA-Programm passt zu mir?

Man sollte ein MBA-Programm als die Brücke zwischen der gegenwärtigen und der angestrebten Karrierestufe begreifen. Es ist daher vernünftig, seine Zielvorstellungen mit dem für das Auswahlverfahren verantwortlichen „Director of Admissions“ einer Schule zu diskutieren. Business Schools unterscheiden sich aber auch im Atmosphärischen – mitten in der Großstadt oder isoliert auf dem Land –, so dass es sich immer lohnt, sie sich persönlich anzuschauen, und auch mit ehemaligen Studenten Kontakt aufzunehmen.

Was bringt mir der MBA für meine Karriere?

Ein MBA-Diplom ist so viel wert, wie ihm der potenzielle Arbeitgeber an Wert beimisst. Nur bei den sehr guten MBA-Schulen stehen die Arbeitgeber Schlange, um sich den zukünftigen Absolventen bekannt zu machen. Es gibt eine ganze Reihe von guten ausländischen MBA-Programmen, die in Deutschland praktisch kein Personalverantwortlicher kennt. Andererseits öffnet das Diplom einer regional führenden Business School natürlich die Türen für eine Karriere in dem betreffenden Land. Es ist daher immer hilfreich, sich in den Personalabteilungen denkbarer Arbeitgeber zu informieren, was sie von einem bestimmten MBA- Programm halten.

Sind MBA-Programme ihr Geld wert?

Ein gutes MBA-Programm ist teuer. Sich aus Kostengründen für ein billigeres, aber zweitklassiges Programm zu entscheiden, ist jedoch eine Milchmädchenrechnung. Im Grunde sollte man Studiengebühren als Investition in die Zukunft betrachten. So zahlen sich die sehr guten und sehr teuren MBA-Programme für die meisten Absolventen nachweislich schon nach wenigen Jahren aus – über höhere Gehälter.

Wer die Chance hat, in ein Top-Programm aufgenommen zu werden, sollte zugreifen und sich nicht fragen, ob er es sich leisten kann, sondern wie er diese Investition finanziert. Die meisten US-amerikanischen und viele europäische Schulen vergeben Stipendien. Darüber hinaus bieten immer mehr Schulen Darlehen zu sehr günstigen Zinsen an. Außerdem lassen sich die Studiengebühren der meisten ausländischen MBA-Programme in Deutschland steuerlich absetzen. Und viele Arbeitgeber – besonders Beratungsunternehmen – finanzieren ihren Arbeitnehmern den MBA.

Wie gut sind deutsche MBA-Programme?

Viele Deutsche interessieren sich für ein MBA-Programm in Deutschland. Der Gedanke liegt nahe, birgt aber Gefahren. Denn de facto ist kein deutscher MBA-Anbieter international wirklich konkurrenzfähig. Nur wenige können überhaupt das internationale Umfeld bei Studenten und Dozenten bieten, das zu einem guten Programm gehört. Damit ist der MBA eines deutschen Anbieters, wie es der Managing Director eines führenden Beratungsunternehmens ausdrückt, meist nicht mehr als ein nettes „add-on“.

Und es stellt sich natürlich die Frage, ob der Absolvent, der sich mit einem „deutschen MBA“ bewirbt, wirklich für eine internationale Führungsaufgabe qualifiziert ist, wie er es mit seinem MBA zu suggerieren versucht.

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