Zeitarbeit
Bildung für alle

Etliche Zeitarbeitsfirmen setzen vermehrt auf Aus- und Weiterbildung. Denn je qualifizierter die Mitarbeiter sind, desto leichter sind sie zu vermitteln. Wer die richtige Qualifiktion mitbringt, wird länger beschäftigt und hinterlässt zufriedene Kunden.

Tagsüber sitzt Annette Milkereit an ihrem Schreibtisch bei der Telekom in Darmstadt. Zusammen mit ihren Kollegen arbeitet die angehende Expertin für Online-Handel in der Redaktion des Internetportals von T-Online. Abends, wenn die anderen ihren Feierabend genießen, sitzt sie zu Hause am Schreibtisch und lernt. Die 34-Jährige absolviert gerade die Zusatzausbildung "Onlinehandel und Mobile Commerce" am Institut für Lernsysteme (ILS). Es gibt aber noch einen weiteren Unterschied zwischen ihr und den Telekom-Kollegen. Annette Milkereit ist Zeitarbeiterin. Ihr Arbeitgeber ist nicht die Telekom, sondern DIS. Das Zeitarbeitsunternehmen hat für die junge Frau auch die Kosten für den Lehrgang übernommen.

Milkereit ist ein Beispiel dafür, dass die Zeitarbeitsunternehmen die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter inzwischen erkannt haben. Nach Ansicht der Arbeitsmarktforscherin Jutta Allmendinger war dieser Trend aber auch überfällig: "Fast 30 Prozent aller Zeitarbeiter in Deutschland haben keine Berufsausbildung. Das ist doppelt so viel wie in der Gesamtwirtschaft." Entsprechend viel könnten und müssten die Personaldienstleister bei der Fortbildung unternehmen, sagt die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (siehe auch das Interview auf Seite 6). Der Vizepräsident des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Wilhelm Oberste-Beulmann, sieht die eigene Branche dagegen auf einem guten Weg: "Die im BZA organisierten Unternehmen leisten alle ihren Beitrag zur Qualifizierung ihrer Arbeitnehmer." Defizite gebe es eher bei der Kommunikation, sagt Oberste-Beulmann, der auch Vorsitzender der Geschäftsführung bei "Start Zeitarbeit NRW" ist. "Es wird viel angeboten und getan, aber zu wenig nach außen getragen."

Die Bandbreite der Weiterbildungsangebote ist groß. Sie richten sich sowohl an die Geringqualifizierten als auch an Fachkräfte und Akademiker, deren Anteil in Deutschlands Zeitarbeitsunternehmen langsam steigt. Sie reichen vom Gabelstaplerführerschein über Sprach- und Computerkurse bis hin zum Bachelor-Fernstudium in Wirtschaftsinformatik.

Randstad, der Marktführer in Deutschland, hat seine Fortbildungsaktivitäten in der Randstad-Akademie gebündelt. "Für unsere Kunden ist es wirtschaftlich notwendig, über die Zeitarbeit qualifizierte Mitarbeiter mit aktuellem Know-how zu bekommen", erklärt Alexander Spermann, Direktor der Akademie, das Engagement von Randstad.

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