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Zeitarbeit zum Schnäppchenpreis

Für die Kunden von Zeitarbeitsunternehmen sind rosige Zeiten angebrochen. Unter den Personaldienstleistern ist der Wettbewerb entbrannt – und sie profitieren davon: „Der Preiskampf unter den Anbietern ist enorm“, bestätigt Claudio Wieland, Branchenexperte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Stuttgart.

HB DÜSSELDORF.Doch die Qualität der Leistungen leidet darunter nicht, meint Wieland, denn „gerade die großen Anbieter haben einen starken Qualitätsfokus und darüber wollen sie sich bei ihren Kunden empfehlen“. Dies erklärt sich besonders durch die aktuelle Lage: Die Personaldienstleistungsbranche in Deutschland steht kurz vor einer Konsolidierungswelle.

Große Anbieter wie Randstad, Adecco und Manpower werden ihren Marktanteil in den kommenden zwei Jahren stark ausbauen, sagt Wieland voraus, der gerade für Ernst & Young eine Studie über „Personaldienstleistungen in Deutschland“ erstellt hat, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt: Vereinigen im Moment die zehn größten Anbieter von Zeitarbeit einen Marktanteil von 31 Prozent auf sich, so wird er bis zum Jahr 2007 auf 40 Prozent wachsen, und zwar vor allem zu Lasten kleiner Konkurrenten.

Gleichzeitig profitieren die Kunden von einem größeren Angebot. Viele Dienstleister offerieren inzwischen ein Vollsortiment. Es deckt alle gängigen Berufe und Qualifikationen ab und bietet den Kunden die Dienste von Interimsmanagern genauso wie den Einsatz ganzer Teams. Viele Unternehmen verhandeln deshalb nur noch mit einem großen Zeitarbeitsanbieter und lassen die vielen kleinen Konkurrenten außer Acht.

Für bemerkenswert hält es Wieland, dass in vielen Unternehmen der Einsatz von Zeitarbeitern von der Personalabteilung auf den Einkauf übergegangen ist: „In den Unternehmen zählt der Faktor Arbeit zunehmend nicht mehr zu den Fixkosten. Arbeit wird zum variablen Kostenfaktor.“

Die Anbieter von Zeitarbeit profitieren üblicherweise als erste von einer anziehenden Konjunktur. Viele Unternehmen ordern bei steigender Auslastung zunächst Arbeitskräfte bei den Vermittlern, bevor sie neue eigene Mitarbeiter einstellen. Schon jedes fünfte deutsche Unternehmen beauftragt nach Zahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Zeitarbeitsfirmen.

Eine Zahl, die steigen wird, vermutet Wieland, vor allem im Hinblick auf Büropersonal und Hochqualifizierte: „Die deutschen Unternehmen haben in Sachen Zeitarbeit im europäischen Vergleich großen Nachholbedarf.“ Hier zu Lande arbeiten erst 0,9 Prozent der Arbeitnehmer bei Personaldienstleistern. Europas Spitzenreiter ist Großbritannien mit 4,7 Prozent, gefolgt von den Niederlanden mit 4,5 Prozent. Auch in Frankreich ist die Zeitarbeit mit 2,1 Prozent der Arbeitnehmer stärker verbreitet hier.

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