Zeugniserteilungsanspruch
Pauschales Zeugnis reicht nicht aus

Ein Arbeitnehmer hat Anspruch darauf, dass seine persönliche Arbeitsleistung in einem individuellen Zeugnis gewürdigt wird und nicht irgendein Zeugnis für einen anderen Arbeitnehmer als Vorlage verwendet und lediglich ein anderer Name eingesetzt wird. Das hat das Arbeitsgericht (ArbG) Berlin entschieden.

crz GARMISCH. Ein Pauschalzeugnis sei nur dann zulässig, wenn tatsächlich eine vollständige Leistungsidentität besteht, die im Zweifel vom Arbeitgeber darzulegen und zu beweisen ist, so das Gericht.

In dem Urteilsfall ging es um einen angestellten Anwalt, der für insgesamt 15 Monate in einer Kanzlei gearbeitet hatte. Die Sozietät stellte ihm am Ende seiner Tätigkeit ein Zeugnis aus, welches bis auf den Namen wörtlich mit dem Zeugnis für eine andere angestellte Anwältin übereinstimmte.

Ein solches Pauschalzeugnis sei nicht geeignet, den Zeugniserteilungsanspruch zu erfüllen, entschied das Gericht. Außerdem bemängelte es neben grammatikalischen Fehlern auch die Tatsache, dass ein Beendigungsdatum in dem Zeugnis fehlte. "Dergleichen mag bei einem Zeugnis für einen einfachen Angestellten lediglich einen Zeugnisberichtigungsanspruch auszulösen. Ein hoch qualifizierter und promovierter Rechtsanwalt hat jedoch einen Anspruch auf ein in jeder Hinsicht einwandfreies Zeugnis", betonte das Gericht. Deshalb bestehe der Zeugniserteilungsanspruch unverändert fort. Da der betroffene Anwalt hilfsweise beantragt hatte, ihm ein Zeugnis nach Maßgabe des gerichtlichen Vergleichsvorschlags zu erteilen, hielt sich das Arbeitsgericht für befugt, eigene Formulierungen vorzunehmen. Angesichts der Weigerung des Ex-Arbeitgebers wäre der Anwalt sonst ohne hinreichenden Rechtsschutz geblieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%