Zuerst Abmahnung erforderlich
Ankündigung von Schwarzarbeit rechtfertigt keine Entlassung

Die bloße Ankündigung von Schwarzarbeit rechtfertigt noch nicht die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters. Denn normalerweise ist zuerst eine Abmahnung erforderlich.

HB MAINZ. Das geht aus einem am Freitag bekannt gewordenen Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz hervor. Vielmehr müsse der Arbeitgeber den Mitarbeiter zuvor abmahnen und ihn dabei insbesondere auf die Konsequenz der fristlosen Kündigung hinweisen. Nur wenn feststehe, dass der Mitarbeiter nicht gewillt sei, sich künftig vertragsgerecht zu verhalten, dürfe auf eine Abmahnung verzichtet werden.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers statt. Der Kläger hatte nach einem Streit mit seinem Arbeitgeber zu einem Kollegen sinngemäß gesagt, er werde künftig nur noch schwarzarbeiten, da sich damit mehr Geld verdienen lasse. Als er zu Beginn der darauf folgenden Woche tatsächlich nicht zur Arbeit erschien, kündigte ihm der Arbeitgeber fristlos. Das LAG befand nun, der Arbeitgeber habe voreilig gehandelt. Die Äußerung des Klägers zur Schwarzarbeit möge zwar gefallen sein, sie zeige aber nicht ohne weiteres, dass der Kläger künftig seine Arbeit nicht mehr ausüben wolle.

(Az.: vier Sa 36/06)

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