Zusammenarbeit
Betriebe als Partner für Schulen

Beim 3. Handelsblatt-Bildungskongress fordern Unternehmer eine enge Zusammenarbeit von Firmen und Lehrern. Den Firmen sitzt der drohende Fachkräftemangel im Nacken. Die Schüler ihrerseits wollen mehr aus dem Arbeitsleben erfahren, um nicht im Blindflug in den falschen Beruf zu laufen.
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BERLIN. Unternehmer, Lehrer und Bildungspolitiker waren sich schnell einig: Wirtschaft und Schulen arbeiten bereits eng zusammen, doch das reicht nicht. "Die Schüler sind an Wirtschaftsthemen interessiert und wünschen sich, diese noch besser zu verstehen", sagte der Unternehmer Reinhold Würth auf dem 3. Handelsblatt-Bildungskongress "Wirtschaft und Schule - Partner für die Zukunft". Für den Unternehmer war klar: "Wenn wir die berufliche Bildung von Schülern vorantreiben wollen, darf das nie eine Einbahnstraße sein." Schulen und Unternehmen müssten zusammen daran arbeiten.

Würth war einer von 300 Teilnehmern aus Wirtschaft, Schule, Politik und Wissenschaft, die vor kurzem zwei Tage lang in Berlin darüber diskutierten, wie beide Seiten langfristig voneinander lernen und auch profitieren können. Den Firmen sitzt der drohende Fachkräftemangel im Nacken. Die Schüler ihrerseits wollen mehr aus dem Arbeitsleben erfahren, um nicht im Blindflug in den falschen Beruf zu laufen. Vor allem die schulisch schwächeren Schüler brauchen frühzeitig Kontakte in die Firmen der Region.

Annette Schavan, Bundesbildungsministerin und Schirmherrin des Handelsblatt-Kongresses, sagte, dass die Partnerschaften zwischen Schule und Wirtschaft vertieft werden müssten, zum Beispiel durch Praktika. "Schüler brauchen Ermutigung in der Berufsorientierung durch andere Lernorte als Schule", sagte Schavan. Henry Tesch, Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), forderte: "Jede moderne Schule soll sich einen Partner aus der Wirtschaft suchen. Die Unternehmen müssen die Wirtschaftskrise als Chance nutzen und Bildung als Investition in die Zukunft begreifen." Der KMK-Präsident appellierte an die Wirtschaft, verstärkt Praktikumsplätze für Schüler und Lehrer anzubieten. "Die Unternehmen müssen angesichts des demografischen Wandels vorausschauend denken und Schüler als potenzielle Mitarbeiter sehen", sagte Tesch.

Viele Partnerschaften mit Schulen funktionieren gut

Wie vielfältig und nachhaltig die Kooperationen sind, zeigten auf der Veranstaltung die Best-Practice-Beispiele: Projekte, die seit Jahren sehr gut funktionieren und von denen beide Seiten profitieren. Schraubenhändler Würth gründete 2005 das "Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung" am Firmensitz der Würth-Gruppe im baden-württembergischen Künzelsau. Ziel des Zentrums ist es, die wirtschaftlichen Kenntnisse von Schülern und Lehrern zu verbessern, etwa durch Lehrerfortbildungen zum Thema "Personalauswahl in Schule und Wirtschaft". Bei Betriebsbesichtigungen können Lehrer die Firma vor Ort kennenlernen.

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