Zusammenarbeit
Schule und Betriebe brauchen feste Regeln

Schulen und Betriebe sollen sich stärker vernetzen. Das ist seit vielen Jahren in allen Bundesländern Konsens. Zwei Bundesländer haben nun Rahmenvereinbarungen auf Landesebene geschlossen, um die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule voranzutreiben.
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BERLIN. Kooperationen werden von den Partnern aus Schule und Wirtschaft gefördert - mit verschiedenen Instrumenten und unterschiedlichem Erfolg. Vor kurzem unterzeichneten die Landesregierung, Vertreter der Wirtschaft und die Arbeitsagentur in Rheinland-Pfalz eine Vereinbarung, in der beschlossen wurde, dass alle weiterführenden Schulen ein systematisches Konzept für die Berufs- und Studienorientierung vorlegen sollen und mit Partnern aus der Wirtschaft und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Weitere Länder planen ähnliche Vereinbarungen.

Als erstes Bundesland hatte im November 2008 Baden-Württemberg eine landesweite Vereinbarung abgeschlossen. Sie sieht den Ausbau von Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen vor. Ziel ist es, dass jede allgemeinbildende weiterführende Schule eine betriebliche Partnerschaft mit einem oder mehreren Betrieben aufbaut. Die ambitionierte Vereinbarung wurde von der Landesregierung sowie den Verbänden und den Kammern der Wirtschaft unterzeichnet.

Ein breites Netzwerk von Partnern bringt das Projekt seither ins Rollen: Die Industrie- und Handelskammern (IHK) und Handwerksorganisationen gehören genauso dazu wie die Arbeitskreise der Arbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft. Über das Kultusministerium sind auch die Schulämter beteiligt. Die Bilanz: 400 Schulen haben jetzt einen Partner aus der Wirtschaft.

Die WMF AG arbeitet schon lange mit drei Hauptschulen und zwei Realschulen in Geislingen zusammen. Ab November wollen der Küchengerätehersteller und die Schulen ihre Partnerschaft auch in einem Vertrag festzurren. "Dadurch bekommt die Zusammenarbeit eine neue Ernsthaftigkeit und wird für alle Seiten noch verbindlicher", sagt Karl Grözinger, Leiter der Ausbildung.

Etwa 112 WMF-Auszubildende werden am Hauptsitz in Geislingen ausgebildet; ein Drittel der Azubis kommt direkt aus dem Ort und zwei Drittel aus der Region. Auch wenn das Unternehmen zurzeit noch genügend Auszubildende findet, will es durch die Bildungspartnerschaften in die Zukunft investieren. "Durch den Geburtenrückgang wird der Wettbewerb um gute Auszubildende stärker. Da ist es gut, wenn die Schüler durch Angebote wie Bewerbertrainings und Praktika schon eine emotionale Bindung an das Unternehmen haben", sagt Grözinger. Der Ausbildungsleiter bietet auch Berufspraktika für Lehrer an: "Die Lehrerfortbildung in den Unternehmen muss forciert werden", sagt er.

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