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Zusatzjobs für Empfänger von Arbeitslosengeld II

Die Zusatzjobs gehören zu den Eingliederungsleistungen, die bei der neuen ...

Die Zusatzjobs gehören zu den Eingliederungsleistungen, die bei der neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) ab Jahresbeginn 2005 vorgesehen sind. Künftig wird also der Angebotskatalog für Arbeitsuchende, der Lohnkostenzuschüsse, Zeitarbeit in einer Personalserviceagentur (PSA), Einstiegsgeld, Qualifizierungs- oder berufsvorbereitende Maßnahmen vorsieht um das Instrument der Zusatzjobs erweitert. Bisher werden diese Art Zusatzjobs nur für erwerbsfähige Sozialhilfeempfängerinnen und-empfänger angeboten.
Wer einen Zusatzjob hat, erhält weiterhin Arbeitslosengeld II und zusätzlich eine sog. Mehraufwandsentschädigung i. H. von 1 bis 2 € je gearbeiteter Stunde. Je nach Stundenzahl und Bedürftigkeit kann hier durchaus ein Betrag zwischen 850 und 1000 € erreicht werden (Kosten für Unterkunft und Heizung plus Regelleistung von 345 € bzw. 311 € plus evtl. einen befristeten Zuschlag plus Mehraufwand).
Die Arbeiten im Rahmen eines Zusatzjobs müssen gemeinnützig und zusätzlich sein (Beispiel: soziale Betreuungsarbeiten in der Altenpflege und bei der Kinderbetreuung. Diese sind gemeinnützig, da sie der Gesellschaft zugute kommen und sie sind zusätzlich, wenn sie ergänzend zu den Aufgaben erbracht werden, die Altenpflegekräfte und Erzieherinnen üblicherweise leisten).
Wer organisiert Arbeitsgelegenheiten?
Wie bei anderen Eingliederungsmaßnahmen gilt auch hier ein Antrags- und Bewilligungsverfahren. Träger der Freien Wohlfahrtspflege, Stiftungen oder kommunale Träger beantragen i. d. R. bei der Arbeitsgemeinschaft aus Kommune und Arbeitsagentur (oder bei einer Optionskommune oder einer Arbeitsagentur) die Förderung der Maßnahme. Hier wird geprüft, ob die Arbeiten gemeinnützig und zusätzlich sind, dann je nach Konzept und regionaler Arbeitsmarktlage bewilligt und schließlich von den Fallmanagern/Vermittlern die Personen ausgesucht, für die nach dem individuellen Eingliederungsplan ein solcher Zusatzjob eine sinnvolle Maßnahme ist.
Die Fördermittel, die der Träger bekommt, decken den Mehraufwand von 1 bis 2 €/Stunde ab und können auch Kosten des Trägers z. B. für die Qualifizierung des Arbeitsuchenden, Anleitungs- und Betreuungspersonal, etc. beinhalten.
Wie viele Zusatzjobs wird es geben?
Für die Wiedereingliederung der Arbeitsuchenden stehen 2005 insgesamt 6,35 Mrd. € und für Personal- und Verwaltung 3,3 Mrd. € zur Verfügung. Davon werden auch die Zusatzjobs finanziert.
Die Bundesagentur zählt derzeit 360 000 solcher Zusatzjobs, die konkret bestehen (110 000), angeboten (150 000) oder geschaffen (100 000) werden. Unter Berücksichtigung des bisherigen Niveaus der kommunalen Arbeitsgelegenheiten für Sozialhilfebezieher, der derzeitigen beschäftigungsfördernden Maßnahmen der Arbeitsagenturen und der Qualifikationsstruktur der arbeitsuchenden Frauen und Männer (z. B. Landschaftspfleger, Erzieherinnen, Lehrer etc.) ergibt sich ein Potenzial, aus dem etwa 600.000 Zusatzjobs bei Verbänden, Kommunen oder Stiftungen geschaffen werden können (Quelle: Pressemitt. des BMWA).

Quelle: DER BETRIEB, 15.09.2004

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