Zuschuss des Arbeitgebers steuerfreier Sachbezug
Chef zahlt für Fitnesscenter – steuerfrei

Das Finanzgericht Hamburg hat jetzt Geldleistungen des Arbeitgebers für Arbeitnehmer, die sich in Sport- oder Fitnessclubs sportlich betätigen, als lohnsteuerfreien Sachbezug eingestuft. Bis zu der damals geltenden Sachbezugsgrenze von 25,56 Euro (heute 50 Euro) hob das Gericht entsprechende Nachforderungsbescheide gegen einen Arbeitgeber auf.

HB DÜSSELDORF. Der klagende Arbeitgeber hatte seinen Mitarbeitern angeboten, sie bei der Ausübung sportlicher Aktivitäten mit maximal 25,56 Euro monatlich für die Zahlung des Vereinsbeitrages zu unterstützen, wenn sie gemeinsam mit mindestens zwei anderen Kollegen in dem selben Verein oder Club Mitglieder würden. Die geförderten Mitarbeiter brauchten sich nur gemeinsam mit den Kollegen anzumelden und gegenüber ihrem Chef zu erklären, mit welchen anderen Kollegen sie bei welchem Club Sport betreiben wollten. Es war nicht notwendig, dass die Aktivitäten gleichzeitig ausgeübt wurden.

Der Arbeitgeber bezuschusste so etwa 85 seiner Mitarbeiter und sollte nach Ansicht des Finanzamtes für drei Jahre Lohnsteuern, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuern nachzahlen. Der Arbeitgeber stellte sich dagegen auf den Standpunkt, die Geldzahlungen seien lediglich ein vereinfachtes Verfahren, ihnen vergünstigte Dienstleistungen bei ganz verschiedenen Fitnessclubs zu gewähren, was von der Regelung über lohnsteuerfreie Sachbezüge des Arbeitnehmers begünstigt würde.

Das Finanzgericht Hamburg sah das auch so: Die Zuschüsse seien zwar prinzipiell lohnsteuerpflichtig, aber gleichwohl nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt wie steuerfreie Sachbezüge zu behandeln - obwohl es sich dabei nicht um Wohnung, Kost, Waren oder Dienstleistungen handelte. Das Gericht ließ gelten, dass durch die Zahlung eigentlich nur erreicht werde, dass die jeweiligen Vereine ihre Leistungen verbilligt an die Arbeitnehmer abgeben. Dies werde dadurch sicher gestellt, dass die Mitarbeiter das Geld nur für die jeweiligen Vereinsbeiträge verwenden dürften, und genüge für die Steuerfreigrenze. Nun muss der Bundesfinanzhof über die Revision entscheiden.

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