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Lloyd Blankfein: Goldman Sachs-Chef wird Botschafter für Homo-Ehe

Goldman-Chef Blankfein gilt als Gesicht der gierigen Wall Street. Nun legt er sich ein netteres Gesicht zu und tritt für Homosexuelle ein. Selten in einer Branche, die nicht gerade für fortschrittliche Ansichten steht.

New YorkUngewöhnliche Unterstützung erhalten in den USA Schwule und Lesben führ ihren Kampf um rechtliche Anerkennung ihrer Partnerschaften als Ehe. Lloyd Blankfein, Chef von Goldman Sachs und in der Öffentlichkeit die Inkarnation des fiesen, gierigen Bankers schlechthin, wirbt in einem Video für die Gleichberechtigung der Liebesbeziehungen vor dem Gesetz. „Amerikas Firmen haben schon lange begriffen, das Gleichberechtigung einfach nur gute Geschäftsführung ist“, begründet er seine Arbeit als Botschafter für The Human Rights Campaign (HRC), einer Bürgerrechtsorganisation in den USA.

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Blankfein ist der erste Sprecher einer großen Firma für die Kampagne, die in diesem Jahr noch an Fahrt gewinnen wird. Die Anerkennung der Schwulenehe fällt in den USA in die Oberhoheit der Bundesstaaten. Dieses Jahr werden Abstimmungen zu entsprechenden Gesetzen in Maryland und dem Bundesstaat Washington erwartet. Zuletzt hatte der Bundesstaat New York die Homo-Ehe nach Jahrzehnte andauernden Streitigkeiten zwischen Befürwortern und Gegnern legalisiert. Bereits damals hatte Blankfein in einem Brief an Parlamentarier die Legalisierung gefordert.

Fred Sainz, ein Vertreter von Human Rights Campaign, sagte in einem Interview mit der „New York Times“, die Organisation habe sich an Blankfein gewandt, „weil er ein überraschender Überbringer der Botschaft sei“. „Blankfein ist niemand, den der Durchschnittsamerikaner als Unterstützer dieser Sache erwarten würde“, fügte Sainz hinzu. Die Banker von der Wall Street würden typischerweise nicht mit fortschrittlicher Politik in Verbindung gebracht.

Goldman Sachs hat nicht nur in den USA derzeit ein schlechtes Image. Die Bank gilt als Profiteur der Finanzkrise und als „Vampirkrake im Angesicht der Menschheit“. Bis vor gut einem Jahr hatte Blankfein erfolglos versucht, sich mit Interviews und öffentlichen Auftritten gegen dieses Image zu wehren. Nun unternimmt er möglicherweise einen neuen Anlauf, die Reputation seiner Bank und seiner Person zu verbessern. Goldman Sachs war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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