10.12.2009

Fahrplanwechsel: Bahn droht im Regionalverkehr ein Desaster

Bahnreisenden droht zum Fahrplanwechsel kommenden Sonntag ein Chaos im Regionalverkehr. Der Grund: Etlichen neuen Zügen fehlt immer noch die Betriebserlaubnis, Ersatzzüge gibt es oft nicht. Die Bahnindustrie und Betreiber suchen die Schuld jetzt beim Eisenbahnbundesamt.

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Bahnkunden müssen am kommenden Sonntag auf vielen Nahverkehrs-Strecken mit Problemen rechnen. Quelle: dpaLupe

Bahnkunden müssen am kommenden Sonntag auf vielen Nahverkehrs-Strecken mit Problemen rechnen. Quelle: dpa

BERLIN/FRANKFURT. Nach Informationen des Handelsblatts werden Bahnanbieter von Elektrotriebwagen, etwa die Eurobahn oder die Berchtesgadener Landbahn, ihre neuen Züge am Sonntag nicht einsetzen können, da bis heute keine Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes (EBA) vorliegt. Sie müssen alte Züge einsetzen oder die Fahrten absagen.

Betroffen sind etwa in Nordrhein-Westfalen die Strecken von Hamm nach Düsseldorf (RE 3) sowie von Venlo nach Hamm (RE 13) oder in Bayern die Linie von Berchtesgaden nach Salzburg - die ausgerechnet durch den Wahlkreis von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) fährt. Auf all diesen Linien wollen die Betreiber Züge der Firma Stadler einsetzen. "Wir werden unseren Kunden heute erklären, dass die Züge zum Fahrplanwechsel nicht bereit stehen werden", sagte Hans Leister, Geschäftsführer der Keolis Deutschland (Eurobahn) dem Handelsblatt.

Der Streit zwischen der Industrie und der Aufsichtsbehörde verschärft sich mit den neuen Problemen. Zuletzt hatten sich die Güterbahnen über Auflagen des EBA beklagt. "Die sehr angespannte Situation wird sicherlich ein wichtiges Thema werden", heißt es in Unternehmenskreisen.

So will die Branche versuchen, über den Verband der Bahnindustrie den neuen Verkehrsminister für das Thema zu sensibilisieren. Der Verband bestätigte, dass erste Gespräche bereits geführt würden. Dabei streben die Unternehmen an, dass das EBA Konkurrenz etwa durch den Tüv bekommen soll. "Es muss schon die Frage erlaubt sein, ob die Aufsicht nur einer Institution überlassen werden kann", sagte ein Industrievertreter.

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Kommentare (4)

  • 14.12. 12:56Spam melden
    [4] Nahverkehrshelden.de

    Egal, wie man es dreht - 989 Tage Vorlauf reichen in diesem Land nicht, um ein paar Züge auf die Strecke zu bringen. So etwas ist kein Standortvorteil http://www.nahverkehrshelden.de/blog/989-tage-reichen-nicht.html

  • 11.12. 12:32Spam melden
    [3] MaQu

    Damit bahnfahren in Deutschland nicht zum unkalkulierbaren Risiko für das Volk wird (Politiker reisen ja nicht mit der Bahn sondern mit dem Dienstwagen u.U. bis nach Spanien)rufe ich der EBA zu. Macht weiterso und Danke!

  • 10.12. 20:09Spam melden
    [2] GB

    So geht das: Wenn ich als Industrie aus Kostengründen nicht bereit bin, ausführliche Erprobungen durchzuführen, dann wünsche ich mir beim Verkehrsminister eine neue Prüforganisation !!!

    Bisher hat das EBA immer Recht gehabt.
    Eschede, Brühl, Achsen aller Art, Bremswege Münchner S-Bahn unter bestimmten Bedingungen, Wartung Berliner S-Bahn (insbesondere Sand)...

    Zugegeben, sie sind vielleicht etwas langsam. Aber fachlich kann es kaum einer von denen, die jetzt herumschreien, mit ihnen aufnehmen.

    Als Fahrgast sage ich ein deutliches Dankeschön an das Eisenbahnbundesamt.

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