07.02.2010

Biathlon International: Weitere Doping-Vorwürfe gegen Russlands Biathleten

Kurz vor den Olympischen Winterspielen reißen die Gerüchte eines systematischen Dopings im russischen Sport nicht ab. Der wegen Dopings gesperrte Dimitri Jaroschenko packt aus.

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Weitere Doping-Gerüchte um russische Biathleten. Foto: AFPLupe

Weitere Doping-Gerüchte um russische Biathleten. Foto: AFP

Hinweise auf systematisches Doping im russischen Sport sorgen kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver weiter für Aufsehen. "Ich weiß, dass die Teamärzte sich untereinander kennen und austauschen. Und offensichtlich bekommen die Ärzte die Mittel von derselben Quelle zur selben Zeit", sagte der wegen Epo-Dopings gesperrte ehemalige Biathlon-Weltmeister Dimitri Jaroschenko der ARD. Er selbst habe etwas verabreicht bekommen, das der Arzt "Cardio Protector" genannt habe, sagte Jaroschenko.

Alexander Tichonow, russische Biathlon-Legende und Vize-Präsident des Internationalen Verbandes, sagte, dass er schon vor zwei Jahren auf "dieses Problem in unserem Sport" hingewiesen habe. Damals habe er aber "keine Unterstützung in unserem Sportministerium" bekommen.

Der russische Sport war erst am Freitag in die Schlagzeilen geraten, weil einem Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zufolge russische Behörden internationale Dopingkontrolleure massiv in ihrer Arbeit behindert hätten.

Gregori Rodschenkow, Direktor des einzigen von der Wada akkreditierten Labors in Russland, sieht die Doping-Drahtzieher glänzend ausgerüstet. "Die Drahtzieher dahinter haben Wissen, das nur akkreditierte Labore wie wir haben können. Sie besitzen alle Informationen oder haben sogar ein eigenes Labor", sagte Rodschenkow.

Bundestrainer Müßiggang ahnt systematisches Doping

Biathlon-Bundestrainer Uwe Müßiggang sagte in der ARD-Sendung Sport Inside (Montag, 22.45 Uhr im WDR): "Wenn man die letzten Fälle betrachtet, und es immer wieder die gleiche Nation betrifft, dann muss man einfach vermuten, dass dort ein systematisches Doping betrieben wird. Aber das bleiben Vermutungen, mehr ist es nicht."

Die schweren Vorwürfe der Wada gegen die russischen Behörden wollte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nicht überbewerten. Rogge spricht in einem ZDF-Interview von "Nachlässigkeiten" der russischen Behörden gegenüber illegalen Doping-Aktivitäten. "Nachlässigkeiten ja, aber das ist ein großer Unterschied zu der Behauptung, dass es ein staatlich organisiertes System gab", sagte der IOC-Präsident.

© SID

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