06.11.2009 , aktualisiert 06.11.2009 18:24 Uhr

Eishockey Deutschland-Cup: Krupp-Team erst im Shootout geschlagen

Der Deutschland-Cup in München hat für den Gastgeber mit einer knappen Niederlage begonnen. Den USA unterlag das DEB-Team mit 2:3 nach Penaltyschießen.

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Erfolgreicher Auftakt für die Schweiz. Foto: AFPLupe

Erfolgreicher Auftakt für die Schweiz. Foto: AFP

186 Tage nach dem WM-Debakel von Bern hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft einen ersten Schritt aus der Krise gemacht. Mit einer Energieleistung holte das Team von Bundestrainer Uwe Krupp zum Auftakt des 20. Deutschland-Cups in München gegen die USA einen 0:2-Rückstand auf, verpasste dann aber nach Penaltyschießen mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:0, 0:1) knapp einen erfolgreichen Start in die Olympia-Saison.

Großchancen in der Verlängerung

Im ersten Länderspiel nach dem Absturz in der Schweiz zeigte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) einen deutlichen Aufwärtstrend. Kai Hospelt vom Pokalsieger EHC Wolfsburg (26.) und Travis Mulock vom deutschen Meister Eisbären Berlin (27.) erzielten vor 5 438 Zuschauern in der Olympiahalle die Tore für den WM-15., der zu Beginn der Verlängerung noch mehrere Großchancen vergeben hatte.

Finnland-Legionär Justin Morrison (20. und 24.) hatte die US-Auswahl mit insgesamt elf Profis, die in Deutschland ihr Geld verdienen, mit 2:0 in Führung gebracht. Jeff Hamilton verwandelte schließlich den entscheidenden Penalty. Die mit zwölf WM-Versagern von Bern angetretene DEB-Auswahl kann am Samstag (19.45 Uhr/live im DSF) gegen die Slowakei und am Sonntag (13.30 Uhr) gegen die Schweiz weiter Werbung in eigener Sache machen. Das Heimturnier soll nicht nur Härtetest für die Olympischen Spiele in Vancouver (12. bis 28. Februar 2010), sondern auch Appetitanreger für die WM in Deutschland (7. bis 23. Mai 2010) sein.

"Wir können sehr zufrieden sein mit unserer Leistung", sagte Kapitän Sven Felski: "Aber ich bin ein bisschen enttäuscht, dass wir nicht mit einem Sieg belohnt worden sind. Jeder weiß, dass wir eine schlechte WM gespielt haben. Jetzt wollen wir uns besser präsentieren, denn wir haben ein wichtiges Jahr vor uns."

Krupp hatte 100 Tage vor Olympia zwei erfahrene Debütanten aufgeboten, die "kurzfristig helfen" und schon für Vancouver in Frage kommen sollen. Der Deutsch-Kanadier Rob Zepp im Tor, mit Berlin schon zweimal deutscher Meister, bewies in einigen Szenen seine Klasse. Bei den Gegentoren war der 28-Jährige machtlos, im Penaltyschießen hielt er einmal gegen Morrison.

Achtmal Powerplay, kein Torerfolg

Der gebürtige Tscheche Jakub Ficenec, der vor allem dem Überzahlspiel mehr Durchschlagskraft geben soll, kam zwar häufig in kritischen Situationen zum Einsatz. Doch der 32-jährige vom ERC Ingostadt konnte im Powerplay keine Akzente setzen. Die DEB-Auswahl ließ insgesamt acht Überzahlchancen ungenutzt. Der dritte Neuling im Kader, der 22 Jahre alte Stürmer Thomas Holzmann von den Kassel Huskies, saß noch auf der Tribüne.

Der deutschen Mannschaft war deutlich anzumerken, dass sie die Fans nach dem WM-Debakel in der Schweiz wieder versöhnen wollte. Mit viel Engagement und Kampfgeist ging sie zu Werke, doch wirklich gefährlich vor dem US-Tor des Hamburgers Jean-Marc Pelletier wurde es nur selten.

Die Amerikaner, mit Krupps Vorgänger Greg Poss als Co-Trainer, waren zielstrebiger. Die erste hochkarätige Chance nutzte Morrison zwei Sekunden vor der ersten Drittelsirene zur glücklichen Führung. Genauso eiskalt schlug der 30-Jährige wenig später aus einem Abwehrfehler Kapital. Kurios waren die Tore zum Ausgleich für die zuvor glücklosen deutschen Stürmer: Nach Hospelts Schuss rutschte der Puck Pelletier durch die Schoner, Mulock hatte die Scheibe schon an Verteidiger Lee Sweatt verloren, stocherte nach und überwand prompt den verdutzten US-Goalie.

Mit einem 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)-Sieg gegen die Slowakei war zuvor die Schweiz ins Turnier gestartet. Vor 2000 Zuschauern erzielten Duri Camichel (12.), Ivo Rüthemann (28.) und Ryan Gardner (46.) die Tore für die Eidgenossen. Für den Weltmeister von 2002 trafen Rudolf Huna (19.) und Marcel Hossa (47.). Überschattet wurde die Partie von der Verletzung des Schweizers Beat Gerber. Der Verteidiger prallte nach einem Zweikampf unglücklich gegen die Bande und erlitt eine Gehirnerschütterung.

© SID

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