Antwort auf Günter Grass
„Judenfeindliche Klischees ohne Ende“

"Das Ressentiment regiert"

Das iranische Regime, das seine Bevölkerung terrorisiert, das nach internationalen Berichten offensichtlich eine Atombombe anstrebt und offen die Zerstörung Israels propagiert, ist für Grass aber gar nicht das Problem. Nein, das Problem ist laut Günter Grass ganz alleine der jüdische Staat. Was hat es bloß auf sich mit dieser Obsession mit dem jüdischen Staat? Eine Obsession, die die Realität verkennt und sich zu Vorurteilen bekennt.

Israel, die einzige Demokratie der Region, das einzige Land in dem auch Minderheiten Ihre Rechte ausleben können, der Staat, der unsere westlichen Werte tagein tagaus verteidigt unter ständigem Beschuss und Terrorangst, dieses Land wird dämonisiert und denunziert in einer Art, wie sie einfach unerträglich ist. Israel wird ganz wissentlich zum „Juden“ unter den Staaten gemacht, weil es den „Weltfrieden gefährde“ und „Verursacher der erkennbaren Gefahr“ sei – die Lüge triumphiert.

Günter Grass, offenbar doch „gealtert“, geprägt und gepeinigt von seiner Vergangenheit,  spielt sich hier auf als ein selbst ernannter Bewährungshelfer, der meint, nun ganz besonders streng darauf aufpassen zu müssen, dass sich die Nachfahren der Opfer auch möglichst gut benehmen.

Fazit: Hier musste offenbar heraus, was herauskommen musste. ES musste aus Günter Grass herausbrechen. Das Ressentiment regiert.  Und man stellt fest: Günter Grass hatte seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS jahrzehntelang geleugnet und vertuscht. Ich selbst hatte ihn damals dafür zunächst sogar verteidigt.

Nun stelle ich aber fest: Günter Grass hat zwar die Waffen-SS verlassen. Aber offenbar hat die Judenfeindschaft der Waffen-SS Günter Grass doch niemals verlassen. Spät bricht heraus, was sich Bahn brechen muss. Ein großartiger Autor demontiert und demaskiert sich selbst. Schade, die Maske, die Fassade waren uns so viel lieber.

Dieter Graumann ist Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

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