Antwort auf Günter Grass
„Judenfeindliche Klischees ohne Ende“

"Iran wird auf groteske Weise verharmlost"

Er unterstellt, dass Juden in Deutschland das Meinungsklima derart dominieren würden, ja: vergiften, dass die „Wahrheit“ nicht hätte gesagt werden dürfen. Ja, Grass wurde offenbar zur Lüge gezwungen – der jüdische Meinungsterror hat ihn geknebelt, die jüdischen Manipulatoren haben offenbar den armen Künstler immerzu „belastet“. Von einem, der sich jahrzehntelang besonders frei und laut und lärmend zu äußern pflegte, ein mehr als absurder Vorhalt. Und auf geradezu klassisches Weise antisemitisch natürlich obendrein.

Dann der Begriff von „auslöschen“ - genau dem Nazijargon entnommen. Israel beabsichtige also einen Vernichtungskrieg gegen das iranische Volk zu führen. Haben wir hier denn etwas verpasst? Wann hätten jemals israelische Politiker, und seien es die radikalsten, die Vernichtung des Irans gefordert? Vielmehr ist es doch der Iran, der Israel wortwörtlich „von der Landkarte tilgen“ will. Iranische Politiker, Geistliche und Funktionsträger haben zuhauf immer wieder die „Auslöschung des Krebsgeschwürs Israel“ angekündigt. Keineswegs also nur der hier so verniedlicht dargestellte iranische Präsident, der „Maulheld“ Ahmadinedschad.

Dass er und das verlogene Mullah-Regime zudem öffentlich immer wieder den Holocaust leugnen und die größten Financiers von Terrorismus weltweit sind, scheint Herrn Grass auch nicht weiter zu stören. Ein Terrorismus, der sich übrigens nicht nur gegen Israel und alle Juden überhaupt, sondern auch gegen den, wie er es nennt, „heuchelnden“ Westen richtet.

Der Iran wird hier auf eine geradezu groteske Weise verharmlost, ein Terror-Regime das blutrünstig ist und brutal, das seine eigene Bevölkerung unterdrückt. Menschenrechtsverletzungen schlimmster Art gehören dort zur Tagesordnung: Hinrichtungen wegen Konversion zum Christentum, Folter von Oppositionellen, Steinigung von Frauen wegen Ehebruch.

Welches Zeichen gibt das lyrische Werk von Günter Grass denn eigentlich den Familien der Studenten, die in ihrem Streben nach Freiheit und Demokratie, von der iranischen Miliz nach den Präsidentschaftswahlen 2009 ermordet wurden? Welches Signal sendet es an diejenigen, die heute im Iran, gefangen in einem Dunstkreis von Zensur und Überwachung, verzweifelt für ein freies  Land kämpfen?

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