Antwort auf Günter Grass: „Judenfeindliche Klischees ohne Ende“

Antwort auf Günter Grass
„Judenfeindliche Klischees ohne Ende“

Mit seinem Israel-Gedicht transportiert Günter Grass eine üble Gesinnung. Er benutzt Begriffe aus dem Nazijargon. Damit demontiert und demaskiert sich der Nobelpreisträger selbst.

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Das wusste schon Paul Klee. Und was hier sichtbar wird über Günter Grass, ist so hässlich und wäre doch besser unsichtbar geblieben.

Denn auch mit dem Abstand von einem Tag, auch mit der Chance, sich etwas abkühlen zu können, bleibt dann doch der Zorn über sein  „Gedicht“  ja: er verstärkt sich sogar. Empörungsroutine? Sicher nicht. Wohl aber reines Entsetzen.

Auf weinerliche Weise lamentiert Grass, ihm drohten nun „Strafe“ und ein „Verdikt“.  Erwartet er nun etwa eine Tapferkeitsmedaille?  Die Behauptung, wir würden mit der „Antisemitismuskeule schwingen“ und damit jede Kritik abkanzeln wollen, lässt grüßen. Grass macht den Walser. Sicher, der Vorwurf von Antisemitismus wiegt schwer. Und zu häufig, gar inflationär benutzt, würde er seine Wirkung rasch verlieren, gerade dann, wenn er vielleicht ganz besonders passend wäre. Ein sparsamer Umgang empfiehlt sich deshalb.

Und dennoch, hier sind klare Worte angebracht. Denn: Wer antisemitisch agitiert, wer judenfeindlich argumentiert, wer antisemitische Klischees zuhauf verwendet – was wäre der denn anderes als ein Antisemit?

Das „Gedicht“ ist gar keines, sondern ein Pamphlet von Hass und Hetze. Ist etwas schon ein „Gedicht“, nur weil der Autor es „Gedicht“ nennt? Und wäre es damit schon sozusagen resistent und immunisiert gemacht gegen fällige Kritik? Aber: Was ist schon ein Name? Was uns Antisemitismus heißt, wie es auch hieße, würde übel duften. Das Etikett von Lyrik wird hier jedenfalls missbraucht, um eine üble Gesinnung zu transportieren.

Geschrieben mit „letzter Tinte“? Dramaturgie und Wehleidigkeit pur. Handelt es sich demnach um DAS literarische Erbe des Nobelpreisträgers? Wie schade wäre das doch angesichts der Meisterwerke, die Grass wirklich schrieb! Hier allerdings finden wir ein Vermächtnis von Verdrehung, von Verlogenheit und von Verirrung, bestückt mit judenfeindlichen Klischees ohne Ende.

Man kann es lange und gründlich analysieren, und es genügen doch einige wichtige Punkte: Schon alleine der Titel und der Anfang. „Was gesagt werden muss“. Es ist die Formel, mit der gewohnheitsmäßig Antisemiten von jeher ihre judenfeindlichen Stammtischreden zu beginnen pflegen.

Was gesagt werden muss, ist, dass es besser ungesagt geblieben wäre. Diese so vermeintlich schwere Last, die daraus besteht, Israel angeblich sogar nicht einmal beim Namen nennen zu dürfen, scheint den Autor geradezu zu erdrücken. Günter Grass, die arme geschundene Seele,  hat sich offenbar unter heftigsten Schmerzen gewunden und sich allzu lange verkrampft zurückhalten müssen, sein ganzes Leben lang.

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