
Stehen unseren Betrieben jetzt wilde Streiks verschiedenster Berufsgruppen bevor? Solche Schreckensszenarien sind auch nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur sogenannten „Tarifeinheit“ vermeidbar, und zwar auch ohne Einschränkung des Grundrechts auf Koalitionsfreiheit. Die höchsten Arbeitsrichter haben letztlich nicht mehr als eine tarifpolitische Wirklichkeit bestätigt. Es gibt in vielen Branchen mehrere Gewerkschaften, die schon seit vielen Jahren miteinander konkurrieren.
Natürlich verfügen Piloten, Lokführer oder Ärzte über eine erhebliche Erpressungsmacht gegenüber ihren Arbeitgebern – und immer wieder deutlich spürbar sogar gegenüber der gesamten Gesellschaft. Aber wir erinnern uns auch an Streikaktionen der großen Gewerkschaft Verdi, die ihre Mitglieder unter Straßenbahnfahrern und in der Müllabfuhr genauso rücksichtslos einsetzte wie ihre kleinere Konkurrenz. Und Verdi würde selbstverständlich auch Piloten und Ärzte für ihre Zwecke benutzen.
Der Schaden für unsere Volkswirtschaft ist insofern der gleiche. Schauen wir zurück und betrachten die Entstehung dieser DGB- beziehungsweise Verdi-Konkurrenten. Zuerst haben sich die Großgewerkschaften durch ihre Fusionen überdehnt, danach drangen ursprüngliche Berufsverbände in die Tarifpolitik vor – mit den schädlichen Folgen. Deshalb stellt sich die Frage, was wirklich gewonnen wäre, wenn der Gesetzgeber, wie im gemeinsamen Katalog von Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) und Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gefordert, die Dominanz der Verdi-Funktionäre wieder herstellen würde.
Außerhalb des öffentlichen Dienstes und privatisierter Unternehmen gibt es keine Berufsgruppe, die einen vergleichbaren Druck auf die Wirtschaft ausüben kann. Dagegen haben Unternehmer in einigen Industrie- und Dienstleistungsbranchen mit den DGB-Konkurrenten sehr positive Erfahrungen gewinnen können. Wäre die IG Metall heute mit ihren jüngsten tariflichen Öffnungen so flexibel, wenn es nicht kleinere Mitbewerber gegeben hätte, die – bei meist gleichem Lohn – auf betriebliche Belange größere Rücksicht nahmen als der früher in harten Stein gemeißelte Flächentarif?
Herr Drews,
dan gehen Sie doch nach GbUSA - aber bitte, ohne über mangelnde bildung, infrastruktur etc. zu klagen, ja? Die ist nämlich nicht unmsonst zu bekommen, das wird von Unternehmensseite gern mal vergessen.
Dazu ein Kommentar von ebendiesem Herrn Patrick Adenauer, Arbeitgeberverband selbständiger Unternehmer (ASU): "Wir reden ja hier nicht über Langzeitarbeitslose, sondern über qualifizierte Arbeitskräfte."
(Zitiert aus einem FTD-interview anno 2007)
Dem ist nichts hinzuzufügen.
bravo!!! Gelungener Artikel!!! Als Geschäftsführer eines mittelständischen Familienbetriebes kann ich dem Artikel nur zustimmen.
Wozu soll es überhaupt Gewerkschaften geben, der Staat könnte alleine die "interessen der Arbeitnehmer" vertreten. in Deutschland wird doch eh alles staatlich geregelt . So würden wenigstens diese ständigen Erpressungsversuche seitens dieser arbeitsplatzvernichtenden institutionen enden.
Aufgrund der sich immer mehr abzeichnenden politischen Entwicklung, (... Steuervorschlägen aus der SPD: Spitzensteuersatz hoch auf 50%(!), und Abgeltungsteuer auf 30% - natürlich beides plus Solizuschlag,Erbschaftsteuer und für die institutionalisiert Gläubigen auch noch Kirchensteuer. Ob es dann dabei bleibt ist noch zusätzlich fraglich.), bin ich eh geneigt meinen betrieb in die Schweiz zu verlegen und Deutschland den Rücken zukehren!!!!
Deutschland macht es jedem Selbstständigen/ besserverdienenden wirklich leicht zu gehen!!!!
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