„Das Wort zur Wahl“ (Teil 3)
„Unser System Schule produziert Lerninvaliden“

Was muss sich bei der Ausbildung der Kinder ändern? Wie wichtig wird die Wahl? Welche Wünsche gibt es? Das wollten wir von Prominenten wissen. Heute hat "Super-Nanny" Katharina Saalfrank das „Wort zur Wahl“.
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Es wäre nicht gut, wenn sich nichts ändern würde! Wenn es dabei bliebe, dass Kinder und Jugendliche aus falsch verstandenen Werten und demographischer Panik heraus einzig als auszubeutende Ressource für den Erhalt des vermeintlichen Wohlstandes der heutigen Generation verstanden würden. Was Kindheit ist, hat sich grundlegend verändert. Kinder verbringen ihre Zeit heute immer länger in Kindertagesstätten oder in Schulen, die mittlerweile oft Ganztagseinrichtungen sind. Kinder verbringen immer mehr Zeit in solchen Einrichtungen und haben dadurch weniger echte Freizeit. Sie treffen seltener Freunde am Nachmittag, sie spielen weniger draußen.

Und es gibt kaum noch Zeiten, in denen unsere Kinder von Erwachsenen unbeobachtet sind. Die Kindheit ist eine durchorganisierte und überwachte Zeit mit wenigen Räumen für Autonomie und Bewegung geworden. „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht” ist ein altes afrikanisches Sprichwort. Und es stimmt: Leistungsfähiger wird der Mensch gerade nicht durch immer mehr Input in immer kürzeren Schullaufzeiten und durch stringentere pädagogische Vorgaben. Im Gegenteil. Kinder brauchen vielmehr Zeit für Entwicklung und Möglichkeiten die eigene Neugierde und individuelle Interessenspotenziale zu entwickeln.

Viele Entwicklungen, die im Bereich Bildung in den letzten Jahren stattgefunden haben, beruhen auf Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Pisa-Studie, bei der Deutschland auf den hinteren Rängen gelandet war, was unser Selbstbild als moderne Bildungsgesellschaft erschüttert hat. Dabei bewertet Pisa gar nicht die Fähigkeiten unserer Kinder! Im Gegenteil: Pisa ist eine Momentaufnahme dessen, was die Qualität in unserem Schulsystem ausmacht, und sagt etwas darüber aus, in welchem Maße Schüler ihre Stärken und Potenziale in einem bestimmten System nutzen können.

Aber über die Stärken und Fähigkeiten unserer Kinder selbst, unabhängig von diesem System, sagt Pisa nichts aus. Durch diesen Trugschluss ist unsere Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen in einen blinden Aktivismus verfallen, welcher fatale Folgen für unser Bildungssystem und alle, die sich in diesem System bewegen, hat. Viele Eltern sind unter Druck geraten und unterliegen dem omnipräsenten Leistungsdruck und suchen mitunter schon vor dem Kitaeintritt nach Förderungsmöglichkeiten – aus Angst, sie könnten eine Möglichkeit übersehen, ihrem Kind optimale Startbedingungen zu bieten. Das beständig wachsende Angebot im Bereich Frühförderung ist zwar durchaus umstritten, wird aber dennoch von den Eltern dankbar angenommen.

Dieser Förderungswahn von Eltern wird nachvollziehbar, wenn man auf die Beschleunigungstendenzen unserer Gesellschaft schaut. Schneller, höher, weiter, besser! Das ist das Motto. Es herrscht die Vorstellung, dass es gut und effizient für Kinder und unsere Gesellschaft sei, in immer kürzerer Zeit immer mehr Wissen noch früher zu vermitteln. Folge sind Reformen, die immer frühere Einschulungen und verkürzte Schulzeiten vorsehen. Das alles bei einem straffen inhaltlichen Lehrplan. Die noch in der Reifung vermuteten Ressourcen des kindlichen Gehirns sollen möglichst früh und optimal genutzt werden. Dass diese Sicht auf das menschliche Gehirn überholt ist und die aktuelle Gehirnforschung ganz neue Erkenntnisse bereithält, geht übrigens in dieser Debatte erstaunlicherweise oft völlig unter.

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„Ich wünsche mir Peer Steinbrück als nächsten Kanzler“

Kommentare zu " „Das Wort zur Wahl“ (Teil 3): „Unser System Schule produziert Lerninvaliden“"

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  • Genau so ist es. Wenn ich nichts NEUES LERNE bilden sich die Nervenzellen zurück. Und der Mensch verdummt immer mehr!!

    Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis jeder einen Chip nach der Geburt eingepflanzt bekommt.

  • @george.orwell

    Richtig!! DAS ZIEL IST DIE TOTALE KONTROLLE DER MASSE!!

  • "Zum Thema der absichtlichen Verdummung empfehlen sich die Studien von Charlotte Iserbyt, USA. Sie arbeitete im US-Bildungsystem und wurde stutzig, als sie geheime Papiere zur Bildungspolitik am Höhepunkt des Kalten Krieges entdeckte. Darin wurde das Ziel formuliert, wie mit modernsten wissenschaftlichen Methoden das Bildungsniveau immer weiter reduziert werden könnte."

    Unglaublich?

    Dann lesen Sie das:

    http://www.lawfulpath.com/ref/sw4qw/#thirtythree

    Die Elite bekämpft die Masse. Das ist die Wahrheit hinter allem.

    Oder wie es Warren Buffet kürzlich ausdrückte: "Es tobt der Kampf arm gegen reich - und wir werden ihn gewinnen".

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