Davos-Tagebuch: Grüne Revolution für Afrika

Davos-Tagebuch
Grüne Revolution für Afrika

Die kraftvollen Reden von Wladimir Putin und Wen Jiabao am Eröffnungsabend haben dem Anspruch von Davos, die drängenden Probleme der Welt anzugehen, deutlich Rückenwind gegeben. Es ist ermutigend, dass die sogenannten Bric-Staaten auch in globalen Fragen Führungskraft beweisen.

Und während - verständlicherweise - die Finanzkrise das alles beherrschende Thema ist, freut es mich doch, dass auch die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer hier diskutiert werden. Wir müssen sicherstellen, dass die anderen großen Herausforderungen nicht vergessen werden.

Dazu gehört auch der Skandal, dass eine Milliarde Menschen auf diesem Planeten nicht genug zu essen oder zu trinken haben. Die Lebensmittelpreise mögen seit ihrem beängstigenden Höhepunkt vor einem Jahr wieder gefallen sein. Aber das sollte uns nicht täuschen, damit ist die Krise nicht erledigt - im Gegenteil.

Dies trifft vor allem auf Afrika zu, ein Kontinent, auf dem die Produktion von Lebensmitteln in den letzten vier Jahrzehnten kontinuierlich gesunken ist. Nirgendwo auf der Welt werden weniger Düngemittel eingesetzt, ist der durchschnittliche Getreideertrag geringer. Als Ergebnis leben Millionen Familien im Elend - ein riesiges Hemmnis für die Entwicklung ihrer Länder. Eine grüne Revolution ist nötig, um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen und damit dieses Problem zu lösen. Dies bedeutet verstärkte private und öffentliche Investitionen in die Landwirtschaft. Deren Ausbau ist der wichtigste Schlüssel, um die Möglichkeiten des Kontinents zu erschließen.

Darum geht es auch heute bei der Fortschrittsinitiative Afrika, die ausloten will, wie Wachstum auf dem Kontinent auch der Weltwirtschaft neuen Schub geben kann. Das bedeutet aber auch, dass die reichen Länder ihre Zusagen einhalten, die Entwicklungshilfe auszubauen. Das würde den Ländern Afrikas helfen, die Auswirkungen der weltweiten Rezession auf ihre Volkswirtschaften und Menschen zu bewältigen. Die entscheidende Frage ist, ob wir die in dieser Woche entwickelten Ideen und Initiativen so umsetzen, dass wir beim nächsten Treffen in Davos konkrete Maßnahmen vorweisen können.

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