Wir stehen zweifelsohne als Gesellschaft vor der Frage, wie in Zukunft Autoren, Musiker und Filmemacher entlohnt werden sollen. Die Geschäftsmodelle des vorigen Jahrhunderts funktionieren immer weniger. Die Mittelsmänner – ob nun Labels, Verlage oder Verwertungsgesellschaften – sollten eigentlich dazu da sein, den Kreativen ihre Vermarktungssorgen abzunehmen und ihre Interessen zu vertreten. Stattdessen haben sie der Medienbranche den Weg in die Zukunft verbaut.
Die Innovationen, mit denen heute Geld mit Inhalten im Netz verdient wird, kommen von Außenseitern, die folgerichtig nun ganze Segmente monopolisieren. Dass es die deutschen Verlage nicht schafften, den Vorteil der deutschen Buchpreisbindung zu nutzen und rechtzeitig eine gemeinsame, überzeugende Alternative zu Amazon und dem Kindle aufzubauen, ist einzig ihrer verblüffenden Kurzsichtigkeit, Inkompetenz und Halstarrigkeit geschuldet.
Auch Apples durchschlagender Erfolg des iTunes-Stores beruht auf der gleichen simplen Erkenntnis wie Amazons E-Book-Erfolge: Die Nutzer zahlen durchaus für Inhalte, solange es billig, einfach und bequem ist und bruchlos funktioniert. Die deutsche Medienbranche sitzt vor dieser einfachen Wahrheit immer noch wie das Kaninchen vor der Technologie-Schlange – und ruft nach immer härterer gesetzlicher Gängelung der Nutzer.
Die Frage der angemessenen Vergütung von Inhalten ist zweifellos eines der komplexesten Probleme, die durch Digitalisierung und Vernetzung aufgeworfen werden. Im Netz wurden dazu konkrete Vorschläge gemacht, zuletzt mit dem Modell der Kulturwertmark, das eine gleichmäßige, gerechte Beteiligung aller Nutzer mit innovativen Marktmechanismen kombiniert.
Dabei gibt es kein Recht auf Reichtum durch Superstarsein mehr und auch die Profite der Mittelsmänner reduzieren sich auf ein ihrer tatsächlichen Arbeitsleistung und Rolle angemessenes Niveau. Aber unter diesen Prämissen ist es durchaus möglich, eine vernünftige, vielleicht sogar gerechte Vergütung für Kreative zu erzielen.
Es ist nämlich mitnichten so, dass „das Netz“ vor allem aus Leuten besteht, die nur konsumieren, aber nichts beitragen wollen. Natürlich gibt es eine gewisse Demographie gerade junger Leute, die schlicht noch kein Geld für Mediennutzung haben und daher einfach alles downloaden. Wenn man diese jungen Menschen gängelt, ihnen Abmahnungen, Warnbriefe und Netzanschlusskündigungen androht, erreicht man jedoch vor allem eines: Sie lernen von kleinauf, die Medienindustrie als Gegner zu sehen, dem es nach Kräften zu schaden, zumindest aber auszuweichen gilt. Sie werden folgerichtig auch kein Geld für Inhalte mehr ausgeben, wenn sie dann welches verdienen und eigentlich durchaus bereit wären, für bequemeren und schnelleren Zugang zu den Werken zu zahlen.
In dem Fall würde ich erst recht empfehlen, mal bei Demilich reinzuhören, falls Sie die Band noch nicht gekannt haben. Es gibt da keine vergleichbare Band. Psst... "Death" Metal ;)
@nerdsandiemacht
"Aber danke für den Tip."
Studioplatten sind eher uninteressant - es sind die Livekonzerte, die die Dead ausmachen. Also lieber so etwas wie "Dick's Picks" Reihe hören ... Ansonsten sind sie das genaue Gegenteil von "Speed", eher ein langer ruhiger Fluss. Andererseits haben die Dead mit "The Well" sozusagen die Sozialen Netzwerke erfunden. In den 90ern.
Und, ahem, Dead Metal ist für mich kein neues Ufer, sondern ein ganz alter Hut ...
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