Karriere-Beraterin Andrea Gutmann hat mit einer Kollegin erforscht, warum Teilzeitfrauen eher in der Sackgasse landen und die Emanzipation der Frau oft leider dann endet, wenn sie Mutter wird. Ein Gastbeitrag.

Kommentare

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  • Ingenieuren, Physikern und Informatikern sah es so schlimm aus, dass die weibliche Form dieser Begriffe eigentlich schon unangebracht ist.

    Weil genau in diesen Berufen Kind & Karriere nicht veeinbar ist. Hier werden Überstunden gefordert und die KiTa schließt um 16:00 Uhr. Das Problem liegt auch darin, daß die Betreuung & Versorgung der Kinder immer noch eálleine bei den Frauen liegt. Nur ganz wenige Kollegen von mir trauen sich pünktlich Feierabend zu machen, weil die Kinder abgeholt werden müssen.

  • Leider wurde auch in dieser Studie einer Fragestellung nicht nachgegangen, die mich schon seit Jahren brennend interessiert. Warum studieren in Deutschland Frauen kaum die Fächer, mit denen man überhaupt später einigermaßen Karriere machen kann. Ich selbst habe Chemie studiert. Komilitoninnen hatte ich kaum. Aber immerhin verließen ein paar wenige Frauen die Uni als Chemikerinnen Bei den Ingenieuren, Physikern und Informatikern sah es so schlimm aus, dass die weibliche Form dieser Begriffe eigentlich schon unangebracht ist.
    Da ich oft im Ausland arbeite, weiß ich, dass dies ein deutsches Phänomen ist. An asiatischen Unis und später im Berufsleben ist das Verhältnis meistens 50:50. Und selbst auf Projekten in arabischen Ländern waren auf Kundenseite immer deutlich mehr Frauen im Projekt als dies in Deutschland der Fall ist. Dieses spezifisch deutsche Problem liegt also nicht am Frau- / Mann-Sein. Kennt jemand eine Studie, wo dieses Phänomen untersucht wurde?

  • Ich finde es ein schade, daß das Thema nur unter dem Gesichtspunkt der Erwerbsarbeit gesehen wird.

    Angeblich beneiden die Französinnen Ihre deutschen Geschlechtsgenossinnen um deren Freiheit, arbeiten zu gehen oder nicht, bzw. Voll-oder Teilzeit zu arbeiten. Hierzulande wird mittlerweile jeder Frau eingeredet, es gäbe nichts Schöneres oder Erstrebenswerteres, als einer Erwerbsarbeit nachzugehen.

    Angesichts der steuerlichen Ausbeutung scheint mir daran ein Fragezeichen angebracht. Was nutzt auch das zusätzliche Einkommen, wenn ein großer Teil davon wieder für die Kinderbetreuung ausgegeben werden muß ? Klar, es werden eigene Rentenansprüche erworben, aber wer bezahlt die später und in welcher Höhe ?

    Gleichzeitig bleibt zwangsläufig zu hause eine Menge Arbeit liegen, die dann entweder in der knapperen Freizeit von einem/beiden erledigt werden muß - oder man bezahlt wieder für eine Dienstleistung.

    Letztlich wurde also nur Zeit gegen Geld getauscht. Wer immer ein gutes Auskommen hat , wird es sich dann besonders gut verlegen, ob er/sie sich den Streß einer zusätzlichen Arbeit antun muß.

    Also bleibt immer noch die Frage: Wem nützt es (..am meisten..) ? Meine Ansicht: Dem Finanzminister über die Steuern !

    Wer immer Spaß an seiner/Ihrer Arbeit hat sollte diese Arbeit unbedingt tun und dabei so weit kommen wie möglich - aber ich finde es übertrieben allen anderen ein schlechtes Gewissen einzureden.

  • Jede Frau, die sich das neue Scheidungsrecht angeschaut hat, wird nach Möglichkeit schnell wieder arbeiten. Denn beim Scheitern der Ehe steht die Frau dumm da, wenn sie sich 10 -20 Jahre um die Kinder und den Haushalt kümmerte. Arbeit findet sie keine mehr, aber dieses moderne Scheidungsrecht schreibt ihr vor, daß sie sich selbst um ihren Unterhalt zu kümmern habe. Das Risiko auf Hartz IV zu landen ist sehr hoch für Frauen. Meine Ehe scheiterte nach 31 Jahren, Glück für mich, daß ich das Risiko nie einging und immer arbeitete, erst Teil- dann Vollzeit.

  • Absolute Zustimmung meinerseits.
    Die Argumentation "pro Karriere" bzw. pro Kinderkrippe wird ausschließlich über Karriere und monetäre Interessen geführt, andere Aspekte werden hier nicht gewertet. Letzten Endes handelt es sich hier um nichts anderes als Wirtschaftspolitik. Leider kennt unsere Gesellschaft aber anscheinende keine anderen "Werte" bzw. Politikfelder mehr; klassische Familie, Kultur, Ideale und moralische Werte werden ohne kritisch zu hinterfragen fallen gelassen - und das obwohl unser GG zu recht im wesentlichen auf diesen basiert.
    Ich denke: Wenn Frau arbeiten gehen möchte - egal ob vollzeit oder teilzeit - dann sollte sie das tun können. Wenn Sie es aber nicht tun möchte und diese Zeit sinnvoll (und dies ist es meines Erachtens in der tat) der Familie und Kindern widmen möchte, dann hat sie ebenso das Recht dazu und sollte nicht durch unsere unsägliche von rot-grünen Emanzen gezeichnete Politik/Gesellschaft mit verächtlich und diskriminierend benutzten Begriffen wie "Hausfrau", "Herdprämie" etc. diskriminiert werden. Toleranz ist eben keine Einbahnstraße. Unsere Gesellschaft sollte sich auch nicht nur über materielle Werte darstellen, sondern auch über moralische und kulturelle. Der Familie Zeit zu widmen verdient m.E. Respekt und Anerkennung - und zwar in gleicher Form und Höhe wie dies von den sogenannten "Karrierefrauen" eingefordert wird. Und was ist denn bitteschön Karriere? Verkäuferin bei Aldi oder im Klamottenladen? Bürokauffrau? Die Masse der Beschäftigten, also auch der Männer, sitzt nicht im Vorstand von BMW oder der Allianz sondern geht einer normalen Werktätigkeit nach. Inwiefern es gerechtfertigt ist hier stets den Begriff "Karriere" so hoch zu hängen darf man sich getrost fragen. Letzten Endes handelt es sich doch in den meisten Fällen - unabhängig vom Geschlecht - schlichtweg nicht um "Lebenserfüllung" sondern nur um eines: Erwirtschaftung von Einkommen um vernünftig Leben zu können (und dazu gehört eben auch Familie).

  • Der Vergleich mit Frankreich zeigt schon das Dilemma.

    Ich bin ziemlich sicher, das die Kindertagsstätten in Frankreich NICHT um 16 Uhr schliessen...

  • So ist das halt im Sozialismus/Kommunismus/Faschismus:

    Frauen haben Kinder zu gebären und sie möglichst früh dem Staat zur Indoktrination zu übergeben.

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