G8-Gipfel
Die doppelte Aufgabe der Industrieländer

Armut und Klimawandel sind die beiden großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und stehen im Mittelpunkt des anstehenden G8-Gipfels. Nicholas Stern, Professor an der London School of Economics warnt: Wenn wir bei der einen Frage versagen, scheitern wir auch an der anderen.
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Ungebremster Klimawandel schafft hohe Risiken für den Planeten. Wenn wir mit dem Ausstoß von CO2 und anderer Klimagasen fortfahren wie bisher, wird die globale Durchschnittstemperatur um mehr als fünf Grad Celsius steigen, auf einen Wert, wie es ihn seit mehr als 30 Millionen Jahren nicht mehr auf der Erde gegeben hat.

Wir wissen jedoch, welche Schritte nötig sind, um die Emissionen zu verringern und auf welchen Gebieten wir handeln müssen: höhere Energieeffizienz, mehr CO2-sparende Technologien und ein Stopp der Entwaldung. Wir wissen auch, welche Politiken und welche wirtschaftlichen Instrumente uns dabei helfen, und wir sehen einen Pfad von Investitionen und Wachstum, der für alle Teile der Welt attraktiv ist. Was wir nun brauchen, ist der politische Wille.

Die Uno-Konferenz über Klimawandel im Dezember in Kopenhagen wird eines der wichtigsten internationalen Treffen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sein. Es muss zu einer Minderung der Emissionen führen, bis 2050 um mindestens 50 Prozent. Die entwickelten Länder sollten ein Beispiel geben, indem sie um mindestens 80 Prozent verringern.

Die Entwicklungsländer tragen die geringste Verantwortung für die aktuellen Emissionswerte, doch ist ihre Bevölkerung die größte. Acht von neun Milliarden Menschen werden 2050 in Staaten leben, die heute zu Entwicklungsländern zählen. Sie sollten beim Kampf gegen den Klimawandel eine führende Rolle spielen. Sie müssen auch ihre eigenen Emissionen kontrollieren.

Afrikanische Staaten und die übrigen Länder der Welt sollten ebenfalls an CO2-freiem Wachstum interessiert sein. Es hat große Vorteile: Erneuerbare Energien brechen die Abhängigkeit von importierten Energieträgern, Wasser- und Solarkraft können einen komparativen Vorteil für die ärmsten Länder darstellen. Saubere Verkehrsmittel bedeuten bessere Gesundheit. Ein Stopp der Abholzung nutzt der Wasserversorgung und der Artenvielfalt und schützt vor Überschwemmungen. Energieeffizienz hebt die verfügbaren Einkommen. CO2-arme Technologien schaffen Wachstum und Jobs.

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