Das Nadelöhr der Energiewende ist der Transport erneuerbarer Energien vom Erzeugungsort zum Verbrauchsort. Die Technik dafür ist zwar vorhanden, doch den meisten Stromtrassen fehlt es schlicht an Akzeptanz.

Kommentare

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  • @ vandale

    Die Zeit der Kernkraft ist vorbei. Zu unsicher und vor allem zu teuer. Wenn die Erzeuger Risikovorsorge und Entsorgung (die in Deutschland noch immer ungeklärt ist) bezahlen müssten, wäre es ein Verlustgeschäft.
    Es hat eine neue Zeit begonnen. In 10 Jahren lachen wir über Dinge, die sich heute als unlösbar herausstellen.

    Die Netze sind ein Problem. Die Energiekonzerne investieren nichts in die Netze, alles wurde in der Vergangenheit als Gewinn ausgeschüttet. Mit der Folge daß wir ein hoffnungslos veraltetes Stromnetz haben. Speicherung in Norwegen wäre z.B. eine Lösung. Was fehlt ist die Anbindung im Norden.
    Da sich die Konzerne als Unfähigkeit zu Netzinvestitionen gezeigt haben, scheint eine Verstaatlichung dieses Monopols unerlässlich.
    In staatlicher Hand würden dann die Netzentgelder investiert und jeder Erzeuger speist ein, die Kunden entnehmen den Strom. Anders wird das nichts wie die Vergangenheit zeigt. Alles wurde zur Gewinnmaximierung auf Verschleiß gefahren. Und mit Erdkabeln - wie heute üblich - steigt auch die Akzeptanz.

  • Weil Gas u. Kohle viel einfacher waren, wurden seit den 70er eigentlich kaum noch AKWs geplant. Inzwischen hat sich sehr vieles getan und ich verstehe nicht wieso man nicht über die Zukunftsaussischten der Kernenergie, mal ein paar Zeilen in den Medien schreibt. Es ist völlig unverständlich was sich in Deutschland abspielt u. wieder merkt man, dass rund 40% der Journalie aus Grünwählern bestehen. Während wahre Kenner wie der US- Energieminister Steven Chu gerade zwei neue AKW´s genehmigt hat. Laut seiner Aussage emitiert ein durchschnitliches Kohlekraftwerk 100x mehr Strahlung als ein durchschnittliches AKW. Auch sind die Abfallmengen in der Kernenergie verschwindend gering, sauberer gehts grundlastfähig überhaupt nicht.
    @vandale schreiben sie mal wieder in der faz!!

  • Neue Stromtrassen sind ein Teil der Energiewende, der evtl. von Wert sein kann, wenn wir später einmal wieder "zurück in die Zukunft" gehen und zur Atomkraft zurückkehren. Man sollte diese Trassen vorausschauend vor allem nach Frankreich, Polen und Tschechien bauen. Ungefähr dann, wenn die letzten deutschen AKW nach Merkelscher Planwirtschaft abgeschaltet werden, gehen dort nagelneue AKW ans Netz (Flamanville, Penly, Temelin, Kaliningrad etc.)

  • Warum kam die Industrie ins Ruhrgebiet und ins Saarland?
    Weil es dort Kohle als Energiequelle gab.
    Warum ging die Industrie in den 60ger Jahren nach Süddeutschland?
    Weil es dort Atomkraftwerke gab.
    Folgerichtig brauchen wir auch jetzt keine Stromtrassen, sonden nur eine mobilere Industrie - und BMW könnte genauso gut Bremer Motoren Werke heißen.

  • Schön wäre es, wenn in der Studie ein übergeordnetes Steuer- Leitsystem für die Stromnetze mit geprüft würde. Die zentralistischen alten Konzerne haben dazu keine Motivation und die kleinen erneuerbaren Erzeuger haben nicht die Möglichkeit diese koordinierende Stelle eines "StromInternet" zu realisieren. Hier ist eindeutig die Politik gefordert. Leider ist es wohl in Deutschland tatsächlich so wie mir kürzlich eine Mitarbeiterin eines Bundesministeriums beschied "wer das Geld hat bestimmt".

    Technisch wäre es bereits heute möglich auch auf der Verteilnetzebene zu regeln. Sobald die unteren Netzebenen sich selbst (teilweise) stablisieren können, fällt die Notwendigkeit für größere Übertragungsnetze weg. In Mumbai gibt es z.B. Projekte in diese Richtung, warten wir also ab, bis die Inder oder Chinesen uns das verkaufen.

  • Die eher nüchterne Stromversorgung der Vergangenheit beruhte darauf, dass der Strom möglichst verbrauchernah bedarfsgerecht hergestellt wurde. Braunkohlekraftwerke nahe der Vorkommen westlich Köln, Steinkohle im Ruhrgebiet und umweltfreundliche Kernkraftwerke im Norden und im Süden. Das Netz selber ist als Ringnetz gebaut was zwar aufwändig ist, allerdings zur sehr hohen Zuverlässigkeit beigetragen hat.

    Mit der jetzt geplanten Stromerzeugung nach religiösen Kriterien ändert sich dies gänzlich. Windmühlen speisen durchschnittlich 15% der Nennleistung mit Schwankungen zwischen 0 und 100% ein, Solarzellen 8%. Die Windmühlen stehen überwiegend im Norden, die Solarzellen in Süddeutschland. Dies erfordert für Windmühlen eine 6-fache Ueberdimensionierung. Es erfordert lange Transportleitungen.

    Das dass Netz nicht regelmässig zusammengebrochen ist, zeigt die Leistungsfähigkeit und die Leistungsreserven dieses Systems.

    Man kann hoffen, dass die immer näher kommende finanzielle Ueberforderung Deutschlands wie von den Politikern gedacht, Südeuropa zu alimentieren, dazu beiträgt, dass der Unsinn eine Energieversorgung nach ökoreligiösen Kriterien zu organisieren bald ein Ende findet.

    Vandale

  • Ahhh die Vandalen sind wieder unterwegs :-)
    Das ist ein sehr netter Post kurz vor dem Jahrestag von Fukushima - wir erinnern uns, was es bedeutet wenn die ein umweltfreundliches Atomkrafwerk, aus Gründen die wir nicht in der Hand haben, explodiert.
    Nun musste unsere Bundeskanzlerin und auch ein Großteil der Energiewirtschaft umdenken. Das fällt umso schwerer, weil ja alles so schön lief - bei uns. Vor allem die Gewinne aus den Kernkraftwerken.
    Die Welt hat sich geändert und wird sich weiter ändern und wir müssen die anstehenden Herausforderungen annehmen und die Zukunft gestalten.
    Zum Thema Energienetze ist noch zu sagen, dass die Erzeugung dezentraler wird und die Schwankungen bei der Erzeugung von Energie aus Wind, Sonne und Biomasse nur mit ausreichend dimensionierten Speichersystemen ausgeglichen werden kann. Auf die Entwicklung dieser Speicher sollte mehr Energie und Geld verwendet werden. Je mehr Speicher es gibt umso weniger Leitungen müssen ausgebaut werden.
    Ein paar gute Hintergrundinformationen gibt es hier:
    http://energiespeicher.blogspot.com/2012/01/wann-kommt-der-speicherbedarf.html

    Mehr Zukunft anstatt Vandalismus !

  • Net Worker..Ein Haushalt benötigt zwischen 100W und 5KW. Eine dezentrale Stromversorgung bedarf Stromerzeuger die sich sehr schnell dem Bedarf anpassen, z.b. Dieselgeneratoren. Solarzellen die gem. den Launen des Wetters einspeisen sind für eine dezentrale Erzeugung gänzlich ungeeignet. In einem grossen Netz kann man eher Bedarf und Nachfragen ausgleichen. Deshalb führen diese ökoreligiösen Monumente eher zu einer Zentralisierung.

    Die Stromspeicherung ist üblicherweise teurer als dessen Erzeugung in modernen Grosskraftwerken. Wenn man Solarstrom zu 24c/kWh mit einem Wirkungsgrad von z.B. 70% speichert, ergeben sich mit den Kosten des Speichers leicht Kosten über 0,5€/kWh. Verglichen mit den Erzeugungskosten eines abgeschriebenen Kernkraftwerks von 2c/kWh ist dies reichlich. Wenn Sie nocht die üblichen Netzkosten, Margen, Vertriebskosten und Steuern hinzuaddieren kostet eine kWh weit mehr als 1€. Industrie wird es dann kaum noch geben. Dann haben Sie eine mittelalterliche, feudalistische Gesellschaft in der sich nur mehr wenige Oekofunktionäre Strom leisten können.

    Vandale

  • Wie kommen Sie zu den Kosten für die einzelnen Energiearten ? Quellen ?
    Wenn man die ganzen externen Kosten der Kernkraft mitrechnet dann sieht das Bild ganz anders aus. Dann ist nämlich die Kernkraft mit die teuerste Energie.
    Es gibt einige Studien dazu: z.B. http://www.greens.org/s-r/11/11-09.html
    Demnach ist die so billig erscheinende Kernenergie gar nicht so billig
    Erdgas und Wind-Strom sind wesentlich günstiger als Kernenergie.
    Und dezentrale Versorgung bedeutet nicht Inselbetrieb, sondern eine verteilte Stromeinspeisung nahe den Verbrauchern, die zudem sehr fehlertolerant ist, weil der Ausfall eines Erzeugers keine so großen Auswirkungen hat wie der Ausfall eines Großkraftwerkes.
    Die Netz-Last verteilt sich auf viele Schultern und im Mittel wird weniger Strom über die langen Haupttrassen transportiert.

  • Die Kosten für Energiespeicher können nur durch intensive Forschung und Massenproduktion gesenkt werden. Und auf dem Feld tut sich einiges. Die US-Firma Aquion Energy http://www.aquionenergy.com/ z.B. entwickelt preiswerte Batterien die aus ungiftigen Stoffen bestehen und für eine lange Lebensdauer und hohe Zyklenfestigkeit ausgelegt sind.
    Eine weitere Möglichkeit ist die Speicherung von überschüssigem (quasi kKostenlosem) Strom in Form von Wasserstoff oder Erdgas.
    Und das kann dann z.B. in dezentral aufgestellten Micro-Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerken in Wärme und Strom umgewandelt werden. Im Callux-Projekt werden gerade entsprechende Geräte auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Und diese BZ-BHKW können rund um die Uhr Strom erzeugen und liefern damit Grundlast-Strom !
    http://www.callux.net/
    Es wird an vielen Stellen geforscht und entwickelt. Und in der Summe werden wir damit die Energiewende so gestalten können, dass die Industrie nicht abwandern muss, sondern weiter bei uns produzieren kann.
    Wer krampfhaft am alten System festhält wird am Ende verlieren. Ich schaue positiv in die Energie-Zukunft.

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