Gastbeitrag
Das Thema Jugendarbeitslosigkeit gehört ins Zentrum

Europa kämpft mit dem Problem der Jugendarbeitslosigkeit: Wolfgang Clement fordert von der EU-Kommission, dass speziell in Südeuropa Initiativen gefördert und Pilotprojekte finanziert werden.
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Die Lage in Euro-Europa spitzt sich in dramatischer Weise zu. Die Reaktionen der Finanzmärkte und die wachsende Skepsis der Wirtschaft zeigen: Madame Lagarde hat recht, wenn sie vermutet, es stünden der Politik nicht viel mehr als drei Monate zur Verfügung, um die Schuldenkrise doch noch unter Kontrolle zu bringen. Sie macht damit klar: Innerhalb kürzester Frist ist die Situation da, wie Konrad Adenauer zu sagen pflegte, und die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Union steht auf dem Spiel.

Angesichts dieser Szenerie ist es gespenstisch, wie sich die Diskussionen der europäischen Führungselite geradezu ritualisiert immer um dieselbe Fragestellung drehen, nämlich mit welchen Instrumenten und finanziellen Zugaben den Märkten noch etwas mehr Zeit abgerungen werden kann, um in immer kürzeren Abständen festzustellen, dass die Hoffnung auf eine Beruhigung und eine Verbesserung der Lage in einem der südeuropäischen Problemländer wieder einmal getrogen hat. So ist es kein Wunder, dass das Vertrauen in die Politik auf erschreckende Weise sinkt.

Eines der Probleme ist dabei, dass die Erörterungen auf höchster politischer Ebene und die Wahrnehmung aufseiten der Bürger auseinanderklaffen. Die einen haben, während sie über "mehr Europa" und europäische Solidarität reden, nur die Finanzmärkte im Sinn. Die anderen hören und lesen tagtäglich, wie ganze Geldberge bewegt werden, ohne dass sich an dem, was Menschen wirklich bewegt, etwas zum Besseren gewandelt hätte. So treibt "Old Europe" dahin und scheitert, wenn sich nicht endlich Grundlegendes ändert!

Grundlegend sind vor allem der überaus kritische Zustand der südeuropäischen Arbeitsmärkte und die geradezu obszöne Dimension der Jugendarbeitslosigkeit auf dem Kontinent. Wie kann es sein, dass dieses Thema bislang allenfalls eine Rolle am Rande der Erörterungen spielt? Es gehört ins Zentrum - und zwar nicht der Reden, sondern der Handlungen. Warum gibt es beispielsweise immer noch kein Sofortprogramm der EU-Kommission gegen die Jugendarbeitslosigkeit? Zwar haben sich die vier größten Länder kürzlich auf eine "Jugendgarantie" geeinigt, aber bisher weiß niemand, wie das funktionieren soll.

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Kommentare zu " Gastbeitrag: Das Thema Jugendarbeitslosigkeit gehört ins Zentrum"

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  • Niemals war das Primat der Idiotie und Ideologie in der Politik klarer als heutzutage.

    Die Hauptursache für die Arbeitslosigkeit in den Südländern ist, Achtung, Trommwirbel, der EURO!
    Die Länder sind im Todeseuro einfach nicht mehr konkurrenzfähig.

    Wir retten die Europeripherie zu Tode, wortwörtlich.

    Ich bin gespannt wann der europäische große Schritt nach vorn, der Euro, die ersten Hungertoten zu verantworten hat.

    Schafft diese Währung der Knechtschaft endlich ab um Gottes willen.

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