Gastbeitrag
Die Hamas hat keine Angst vor Israel

Israel hat seine Ziele im Krieg gegen die Hamas nicht erreicht, heute ist die Lage ähnlich wie vor dem Krieg. Weder wurde die Organisation geschwächt, noch wurden die Raketenangriffe beendet. Gefährlicher als Militärschläge sind die nächsten Wahlen für die Hamas.
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Seit dem Erdrutschsieg bei den Wahlen für den Palestinian Legislative Council im Januar 2006 ist die Hamas mit Isolation, Belagerung und Sanktionen konfrontiert gewesen. Und nun mit einem Krieg in Gaza, wo sie im Juni 2007 gegen die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) geputscht hatte.

Die Hamas wurde dennoch immer populärer, vor allem in der arabischen und muslimischen Welt. Es ist ihr gelungen, den katastrophalen Krieg in Gaza in einen Sieg zu verwandeln. Es war dies der erste größere bewaffnete Konflikt zwischen der Hamas und Israel. Anders als bei früheren Konfrontationen und israelischen Vergeltungsmaßnahmen war dies der erste Krieg, in dem Israel laut Außenministerin Zipi Livni gegenüber der Hamas zwei Ziele erreichen wollte. Als erstes Ziel nannte sie ein Ende des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen auf israelisches Territorium. Als zweites wollte Israel die Hamas schwächen.

Israel hat beide Ziele nicht erreicht. Es ist offenkundig, dass es der israelischen Armee weder gelungen ist, den Beschuss durch Raketen zu unterbinden, noch die politische oder militärische Lage in Gaza zu verändern. Heute ist die Situation ähnlich wie vor dem Krieg. Er hatte nur marginalen Einfluss auf die Hamas. Allerdings dürfte die Unterstützung durch die Bevölkerung abnehmen, wenn sich ihre Lebenssituation nicht bessert.

Ägypten versucht, den zerbrechlichen Waffenstillstand im Gazastreifen in einen längerfristigen zu verwandeln. Die Hamas hat sich zu einem mindestens einjährigen Waffenstillstand bereiterklärt, falls Israel im Gegenzug die Belagerung und Abriegelung aufhebt und die Grenzübergänge öffnet. Aber Israel knüpft an die Öffnung der Blockade die Bedingung, dass Gilad Schalit freigelassen wird, der israelische Soldat, der am 25. Juni 2006 von der Hamas gekidnappt wurde. Die Hamas fordert von Israel, für Schalit palästinensische Gefangene freizulassen, die in israelischen Gefängnissen sitzen.

Benjamin Netanjahu, dessen Partei heute wahrscheinlich die israelischen Parlamentswahlen gewinnen wird, hat geschworen, "das Hamas-Regime in Gaza zu stürzen", sollte er Premierminister werden. Doch die Hamas nimmt seine Drohung nicht ernst, weil Israel von der Trennung zwischen der Westbank und Gaza profitiert, die anhält, solange die Hamas den Küstenstreifen kontrolliert.

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