Gastbeitrag
Ein wenig Kaffee und ganz viel Müll

Kaffeekapseln werden immer beliebter, auch Aldi Süd bietet sie jetzt an. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel, schreibt der Umweltschützer Thomas Fischer.
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Mit 149 Litern Kaffee pro Kopf und Jahr gehören die Deutschen zu den weltweiten Spitzenverbrauchern. Der größte Teil entfällt auf Röstkaffee, welcher in Kaffeemaschinen oder Automaten verschwindet. Doch der Anteil einzeln eingeschweißter Kleinportionen steigt stetig an.

Seit Mittwoch gibt es auch beim Discounter Aldi-Süd Kaffeekapseln zu kaufen – das könnte ein großer Tag für deren Hersteller und für den Einzelhandel sein. Aldi ist mit seiner Vertriebskraft in der Lage, einen Massenmarkt mit riesigem Absatzpotential aufzubauen und Kaffeekapseln in Deutschland zu ihrem endgültigen Durchbruch zu verhelfen. Für den Umweltschutz ist dies ein schwarzer Tag, denn die Kapseln verschwenden unnötig viele Ressourcen und verursachen besonders viel Müll.

Für die Hersteller müssen Verpackungen ein Produkt nicht nur schützen und transportieren. Sie müssen auch dem Lifestyle entsprechen und der Bequemlichkeit dienen. Die Nahrungsmittelindustrie portioniert deshalb ihre Produkte zunehmend vor und füllt sie in immer kleinere Verpackungen ab. So werden in einer Kaffeekapsel zwischen 4 und 7 Gramm Kaffee eingeschweißt. Für jede Portion fallen rund 3 Gramm Plastikabfall an.

Was in der Einzelbetrachtung wenig spektakulär wirkt, führt in der Gesamtbetrachtung zu großen Abfallmengen. Würde man die letztjährige Menge an Kaffee in einzelnen Kapseln anstatt in Großverpackungen (0,5 kg) verkaufen, so entstünden mehr als 150.000 Tonnen zusätzlicher Plastikabfall.

Verpackungen sollten grundsätzlich so gestaltet sein, dass die Verpackungsmenge in einem optimalen Verhältnis zum Füllgut steht. Je kleiner die Verpackung, desto ungünstiger ist das Verhältnis. Die Materialbilanz kleiner Kaffeekapseln ist verheerend, weil deutlich mehr Verpackungsmaterial für die gleiche Inhaltsmenge eingesetzt werden muss.

Kleiner portionierte Produkte erzielen in der Regel deutliche höhere Gewinne als größere. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Kaffee-Kapselsysteme für Einzelhändler besonders interessant sind. Der Preis pro Gramm Kaffee in Kapseln liegt bei einem Vielfachen von herkömmlichem Kaffee. Selbst günstige Varianten der Kaffeekapseln kosten 19 Cent je Stück. Bei etwa sieben Gramm Kaffee je Kapsel ergibt das einen Kilopreis von an die 30 Euro. Das ist rund drei Mal so teuer wie Kaffee ohne Kapseln.

Mein Tipp: Wer als Kunde auf Umweltfreundlichkeit und einen guten Preis wert legt, der sollte klassische Kaffee- oder Espressomaschinen verwenden, die mit Pulver oder ganzen Bohnen befüllt werden.

Kommentare zu " Gastbeitrag: Ein wenig Kaffee und ganz viel Müll"

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  • ein gutes kilo kaffee im supermarkt muss mindestens 17 euro kosten, ansonsten kann die qualitaet nicht gut sein; dann liegt der reine frei haus einkaufspreis der des kaffees (MWST, supermarktmarge, kaffeesteuer schon runtergerechnet) zwischen 8 und 10 euro pro KG. einigermassen gute rohe arabicabohnen kosten min 5-6 EUR das KG (nach oben ist noch massig luft) zumal gibt es einen verlust beim roestvorgang von ca 10% und die roesterei muss auch noch etwas verdienen. ein kilo kaffee fuer 9,99 kann also nichts taugen und schmeckt auch nicht.
    wenn die kapseln 30 EUR das KG kosten, kann ich mir alternativ vernueftigen kaffee kaufen; die vollautomaten kosten mittlererweile auch nicht mehr die welt.

  • Danke für den Link.
    Boahh, 18€ für nen Kilo Kaffee???
    Ich zahle hier knapp 5€, und der ist echt lecker.

    Es wäre also auch ein gutes Angebot diese Kaffeeautomaten mit Mahlwerk mal tatsächlich einem Massen-Marktpreis zuzuführen. Das lohnt sich mit Sicherheit für den Handel.

  • Das geht auch mit "echtem" - gefriergetrocknetem Kaffee. Und für einen schönen Cappuccino kann ich mir auch schnell Milch aufschäumen. Oder ich bin faul und nehme Trockenmilch und natürlich - echten - Kakao. Die Idee mit dem Zimt klingt gut; die probiere ich mal aus.
    So spare ich nicht nur Verpackungsmüll sondern auch noch Geld; denn alles vorgefertigten Produkte sind i.d.R. teurer als die Summe der Einzelkomponenten.

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