Gastbeitrag

„Friss-oder-stirb-Prinzip zerreißt den Euro“

Wie Zyperns Hilferuf vom Tisch gewischt wurde, war respektlos. Wenn das Beispiel Schule macht und die „großen“ EU-Mitglieder ihre „kleinen“ EU-Partner weiter so behandeln, wird die Europa-Idee scheitern.
  • Jorgo Chatzimarkakis und Hubert Faustmann
75 Kommentare
Jorgo Chatzimarkakis, FDP-Europapolitiker. Quelle: PR

Jorgo Chatzimarkakis, FDP-Europapolitiker.

(Foto: PR)

Der verzweifelte Hilferuf des zypriotischen Präsidenten, der kurzerhand vom Tisch gewischt wurde, hat das Potential, zu einem Lackmustest für das Überleben der europäischen Idee zu werden. Wenn sich tatsächlich verfestigen sollte, dass „großen“ Krisenstaaten wie Spanien großzügig entgegen gekommen wird, während „kleine“ Krisenstaaten wie Zypern oder Griechenland nach dem „Friss-oder-stirb-Prinzip“ abgefertigt werden, dann werden Fliehkräfte geschaffen, die das Potential haben, Europa zu zerreißen.

Kluge Europapolitiker wie Hans-Dietrich Genscher und Helmut Kohl haben ihre Partner immer auf Augenhöhe behandelt. Sie wären in der Lage gewesen, die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Und diese bestehen eben darin, dass Zypern kaputtgespart wird. Nach Berechnungen der Euro-Gruppe wird die zypriotische Wirtschaft in diesem Jahr um 8,7 Prozent und im Folgejahr um 3,9 Prozent zurückgehen. Dass  Zypern die zu erwartenden Folgen dieses gigantischen Austeritätsprogramms nicht als Volkswirtschaft überleben wird, lag schon damals auf der Hand. Der Economist geht von einem Einbruch von 25 Prozent der Wirtschaftskraft in den nächsten Jahren aus.

Die zyprische Regierung bittet die Euro-Zone deshalb erneut um Hilfe. Hintergrund des Briefes des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis an die europäischen Verhandlungsführer ist, dass die mit weitem Abstand größte Bank Zyperns, die Bank of Cyprus, vor dem Untergang steht, weil sie von der Troika mit den Altschulden der zweitgrößten und abgewickelten Bank (Laiki) belastet wurde. Diese Schulden von 9 Milliarden Euro bestehen aus Krediten der Europäischen Zentralbank, die nach deren eigenen Regularien nie hätten gemacht werden dürfen, da die Laiki insolvent war.

Die Altschulden führen nun dazu, dass keiner auf dieser Insel mehr Vertrauen in das Überleben der Bank of Cyprus hat. Zypern befindet sich in einem Dilemma. Einerseits wird die Bank of Cyprus mit Kapitalkontrollen vor einem „Bank Run“ geschützt, diese zerstören aber gleichzeitig die Wirtschaft weiter.

Zypern hatte einmal eine boomende Wirtschaft und wäre mit einiger Wahrscheinlichkeit mit einer einmaligen Sanierung seiner Banken und Staatsfinanzen bei gleichzeitigen Reformen und gemäßigten und längerfristigen Korrekturen im Bankensektor eine wohlhabende und prosperierende Insel geblieben. Sicher, es gab am zypriotischen Wirtschaftsmodell mit niedrigen Steuern und einem enormen Bankensektor und nicht immer konsequenten Kontrollen zu Recht einiges auszusetzen und zu korrigieren.

„Brandbrief des zypriotischen Präsidenten war legitim“
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75 Kommentare zu "Gastbeitrag: „Friss-oder-stirb-Prinzip zerreißt den Euro“"

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  • bravo! chatzi ist der beste,yeah

  • richtig!! chatzi war,ist und bleibet wahrscheinlich ein wichtigtuerischer schmarotzer erster klasse!!

  • O-Ton Chatzimarkakis und Faustmann
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    Der verzweifelte Hilferuf des zypriotischen Präsidenten, der kurzerhand vom Tisch gewischt wurde, hat das Potential, zu einem Lackmustest für das Überleben der europäischen Idee zu werden. Wenn sich tatsächlich verfestigen sollte, dass „großen“ Krisenstaaten wie Spanien großzügig entgegen gekommen wird
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    Schon die Voraussetzung von der das Elaborat der Herren ausgeht ist verkehrt.

    Zypern hat einen Bail-Out-Kredit von 56% seines BSP erhalten, und schreit schon nach zwei Monaten nach mehr.

    Spanien wurde letztes Jahr ein Kreditrahmen von 9,6% seines BSP zugesagt, von dem es bisher weniger als die Hälfte abgerufen hat, und den es voraussichtlich nicht ausschöpfen wird.

    Respektlos ist nicht der abschlägige Bescheid seitens der EU, sondern die unverschämte Bettelei des zypriotischen Präsidenten.

    +++

    O-Ton Chatzimarkakis und Faustmann
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    Kluge Europapolitiker wie Hans-Dietrich Genscher und Helmut Kohl haben ihre Partner immer auf Augenhöhe behandelt. Sie wären in der Lage gewesen, die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Und diese bestehen eben darin, dass Zypern kaputtgespart wird.
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    Selten so einen Schwachsinn gehört.

    Das Geschäftsmodell hohe Zinsen für russische Kleptokratenkohle zu erwirtschaften indem man sie an die griechische Staatskleptokratie weiterverleiht um aus der Marge seinen Schnitt zu machen war eben geplatzt.

    Sollen die nutzlosen Bankangestellten jetzt für ewig-und-drei-Tage auf Kosten der guteuropäischen Steuerzahler weiterbeschäftigt werden?

  • @cappu

    27 % Haftungsanteil bis jetzt noch; wenn die anderen nicht zahlen werden wegen "Pleite " erhöht sich der Haftungsanteil um der der anderen Länder.

    Das kann bis zu 80 % werden, da die halbe EU Bankrott ist. Gehaftet wird dann mit dem Ersparten der Deutschen.

    Die Polit-Darsteller werden bei Zeiten Ihre Gelder bei Seite geschafft haben.

    Beten Sie das die EU geordnet abgewickelt wird; wenn nicht gibts Bürgerkrieg.

  • @Plagiatus

    ich hätte es auch so gesagt

    Schatzi geh zurück auf Deine Kleptokraten-Insel.

  • Wenn ein Land einen großen Teil seiner Wirtschaft auf fragwürdige Geschäfte (Briefkastenfirmen, aufgeblähte Banken, fragwürdige Steuergesetzte) stützt, ist es einen logische Konsequenez, dass die Wirtschaft einbricht, wenn dieses Geschäftsmodell stirbt. Wenn es dann nur 25% sind sollen sie froh sein.

    Ähnlich ist es in Griechenland, wenn ein erheblicher Teil der Witschaft auf einem aufgeblähten, korrupten, ineffizienten Staatsaparat beruht, dann wird auch diese Wirtschaft wesentlich schrumpfen müssen.

    In einem hat er Chatzimarkakis vielleicht sogar Recht. Wenn alles mit Rechten Dingen zuginge, wird es Spanien mit seinem völlig überdimensionierten Bausektor ähnlich ergehen. Ich fürchte nur dass unsere Herren Politiker und auch seine FDP auch hier mal wieder einbrechen.

    Die einen haben sich durch asoziale Gesetze einen Vorteil geschaffen, die anderen haben gelogen und betrogen und die dritten haben ihr schönes Land mit Bauruinen vollgestellt.

    Ich habe überhaupt nichts gegen Zyprioten, Griechen und Spanier. Diese Menschen haben eine sehr viel angenehmere Lebensart und ihnen gehört ein sehr schöner Teil dieser Welt. Ich lehne es aber entschieden ab, ihr durch unnachhaltiges Wirtschaften erworbenenen materiellen Lebensstandard zu subventionieren, denn das ist a) ungerecht und b) wird auf Dauer nicht funktionieren.

  • Was heisst mit zweierlei Mass gemessen, die Griechen, Zypern wollen doch nur auf Dauer finanziert werden von der EU, gut das selbe ahben natrülich auch Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Irland, Belgien sowie der halbe ehemalige Ostblock im Sinn.

    Unsere geliebte Kanzlerin wird nach der Volkskammerwahl schon dafür sorgen, das der deutsche Bürger die EU allein finanziert. Ist schließlich alternativlos und einen Sache von Krieg und Frieden.

    Wählt am 22.09.2013 die AfD, die Chance ist da was zu ändern.

  • Wer Verstand besitzt, kann nur AfD wählen, da der sich seine Meinung selbst bildet, durch sehen, erleben. Wer würde einem Banditen seinen Autoschlüssel, oder den Hausschlüssel geben?
    Nur Trottel, aber davon gibt´s viele im Land, deshalb gibt´s noch CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE, noch...

  • Das größte Problem unseres Landes und unserer Gesellschaft sind nicht die anderen, nein! Das größte Problem sind die größenwahnsinnigen Gutmenschen von CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE! So lange „die“ an der Macht sind, geht für unsere Gesellschaft „alles“ den Bach runter. Natürlich braucht man dafür etwas Verstand, der im Volk nur gering vorhanden ist. Denn sonst könnten CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE nicht so lange und so penetrant ihr Unwesen ausleben.

    Die reinste Form des „Wahnsinns“ ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
    Albert Einstein

    Aus diesem Grund gebe ich der AfD im September 100% meine Stimme!

    Weil unser Land und unsere Gesellschaft vor dem Untergang jede Chance verdient hat, wieder nach unseren Werten zu leben, und nicht nach den dieser Gutmenschen, die sie uns gegen unseren Willen auf diktieren!

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
    dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit,
    dass etwas Sinn macht,
    egal wie es ausgeht!

  • Wie Steuerzahler den Polit-Jetset finanzieren
    Michael Brückner

    Passagiere, die in engen Billigfliegern unterwegs sind, werden mit Steuern und Abgaben abgezockt. Politiker hingegen gönnen sich den VIP-Service der Flugbereitschaft der Bundeswehr und jetten komfortabel und in modernsten Maschinen durch die Welt. Die Steuerzahler finanzieren das.

    Wer in Deutschland und in vielen europäischen Nachbarländern seit Anfang 2011 einen Flug bucht, muss in den meisten Fällen die sogenannte Luftverkehrsabgabe bezahlen. Diese Ticketsteuer liegt – je nach Entfernung bis zum Flugziel – zwischen 7,50 und 42,18 Euro pro Passagier. Bei Inlandsflügen kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu. Natürlich wurde auch diese Steuer nur deshalb eingeführt, um die klammen Staatskassen zu füllen. Doch in bewährtem Politmarketing und mit entsprechender „Gutmenschenattitüde“ verkaufte die Regierung diese Abzocke den gutgläubigen Bürgern dreist als angeblichen Beitrag zum »Klimaschutz«.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/michael-brueckner/wie-steuerzahler-den-polit-jetset-finanzieren.html
    ##
    Da kann der Mensch nur noch AfD wählen...
    Es ist doch unsere Pflicht, uns nicht zum Deppen machen zu lassen...
    Von CDU, SPD, GRÜNE, FDP, CSU, LINKE ist doch nichts anderes mehr zu erwarten! Gefährliche Gutmenschen!

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