Gastbeitrag Hickel: Zerschlagt die Banken!

Gastbeitrag Hickel
Zerschlagt die Banken!

Lizensierte Bankinstitute werden immer stärker reguliert, alle anderen verlagern ihr Geschäft immer weiter in kaum beaufsichtigte Fonds. Der Umsatz der Schattenbanken hat sich zwischen 2002 und 2010 verdoppelt.
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BremenDie Regulierungsdialektik bewegt wieder einmal die Finanzmärkte. Lizenzierte Banken werden nach den Fehlentwicklungen der letzten Jahre schärfer an die Kandare genommen. Da gewinnen, durch die Abwanderung aus dem regulierten Bereich beschleunigt, die Schattenbanken an Bedeutung. Bei Schattenbanken handelt es sich um Finanzinstitute, die bankenähnliche Geschäfte, allerdings ohne eine Lizenz und damit Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden, betreiben.

Sie sammeln nicht nur Kapital, stellen Finanzmittel zur Verfügung und vermitteln Kredite. Pensionsfonds und andere Fonds legen die ihnen anvertrauten Spareinlagen vieler kleiner Anleger bei den Schattenbanken an. Hinzu kommen Zockergeschäfte, die im Rahmen der vorsichtigen Regulierungen der offiziellen Banken eingeschränkt worden sind. Dazu gehört der außerbörsliche Handel. Bei all diesen Geschäften im Untergrund wird der Hebel Kreditfinanzierung eingesetzt.

Also mit minimalem Einsatz an eigenen Finanzmitteln wird ein riesiges Rad schnell gedreht. Die Schattenbanken verfolgen vor allem das Ziel, sich der regulierungspolitisch gewollten Absicherung riskanter Geschäfte mit Eigenkapital nach dem Basel-III-Reglement zu entziehen.

Wer sind die Akteure? Im Dunkel der Finanzwelt operieren Geldmarktfonds, Indexfonds und viele Spielarten anderer Investmentfonds. Im Mittelpunkt stehen die mächtigen Hedge-Fonds, die Anfang des Jahres 2012 über 2260 Milliarden Dollar an Vermögen unter ihrem Regime managten. Die Schattenbanken gelten auch als Fluchtgebiet für diejenigen, denen mit der regulierenden Politik die renditeträchtigen Geschäfte ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Verluste im bisherigen Bankensektor vermiest werden sollen.

Die Flucht aus dem offiziellen Bankensektor in den unkontrollierten Schatten wird als Regulierungsarbitrage bezeichnet. Dazu zwei prominente Beispiele: Greg Lippmann, der bei der Deutschen Bank an der Wall Street für unseriöse Spekulationen voller Gier steht, hat seine Geschäfte in den durch ihn mitbegründeten Hedge-Fonds Libremax ausgelagert. Und der vor einem Jahr noch bei Goldman Sachs für den Eigenhandel zuständige Morgan Sze hat in Hongkong seinen Azentus-Capital-Hedge-Fonds gegründet.

Kommentare zu " Gastbeitrag Hickel: Zerschlagt die Banken!"

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  • Falsch! Vor der Wahl müssen Sie sich legitimieren, üblicher Weise per Personalausweis. Erst dann dürfen Sie in die Kabine und Ihr Kreuz machen. Schon mal überlegt wie einfach es wäre Ihren Namen Ihrem Wahlzettel zuzuordnen?

  • @ Observerer:

    Genau das denke ich auch. Selten einen so reisserischen und dummen Titel gelesen.

  • Mit KLarnamen wird die Restfreiheit der Leistungsträger eliminiert. Triumpf für Funktionäre !!!

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