Gastbeitrag: Hilfspaket verschleiert die Insolvenz Griechenlands

Gastbeitrag
Hilfspaket verschleiert die Insolvenz Griechenlands

Schon heute ist klar, dass die neuen Hilfen keine Lösung der griechischen Schuldenmisere bedeuten. Deshalb ist der eingeschlagene Weg falsch. Dabei gibt es Alternativen. Ein Plädoyer gegen neue Griechenland-Milliarden.
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BerlinWir werden heute gefragt, den Änderungen des zweiten Anpassungsprogramms für Griechenland zuzustimmen, damit die nächste Tranche in Höhe von 43,7 Milliarden Euro bereitgestellt werden kann. Das Budgetrecht ist unser Königsrecht. Ausgaben haben wir dem Steuerzahler gegenüber zu verantworten. Etwas zu verantworten bedeutet, Antworten geben zu können und die Fragen zu kennen.

 Wird der Steuerzahler ungeschoren davonkommen? Die Verschleppung der Reformen hat zu einem höheren Finanzierungsbedarf geführt. Dieser wird unter anderem über drei verschiedene Maßnahmen gedeckt, die jeweils eine Beteiligung der Zentralbanken des Eurosystems voraussetzen.

Erstens hat die Europäische Zentralbank Griechenland erlaubt, einen größeren Teil seiner Staatsfinanzierung über Schatzwechsel (T-Bills) zu finanzieren. Diese kurzfristigen Anleihen sind so gut wie Geld und erhöhen unmittelbar die Geldmenge, bewirken also inflationäre Effekte.

Zweitens haben Zentralbanken des Eurosystems einem Rollover von griechischen Staatsanleihen in ihren Beständen zugestimmt. Das bedeutet, dass sie die Erlöse aus fällig werdenden Anleihen in ihrem Bestand in neu aufgelegte Anleihen Griechenlands reinvestieren werden. Diese Maßnahme ist direkte monetäre Staatsfinanzierung, die verboten ist.

Drittens werden erstmals Mittel aus dem Bundeshaushalt direkt an den griechischen Staat überwiesen, die der Höhe nach dem Gewinn der Bundesbank aus dem Erwerb von griechischen Anleihen im Rahmen des früheren Aufkaufprogramms „SMP“ entsprechen. Es geht um einen Barbetrag von annähernd drei Milliarden Euro. Diese Milliarden werden kassenwirksam.

nach Fälligkeitsdatum

Volumen der griechische Anleihen

nach Fälligkeitsdatum, in Mrd. Euro


Was haben die Griechen von den Hilfsmilliarden? Zur Auszahlung vorgesehen sind 43,7 Milliarden Euro. Doch nur 10,6 Milliarden Euro davon sind für den Defizitausgleich des griechischen Budgets gedacht. Dagegen sind 23,8 Milliarden für die Abwicklung und Rekapitalisierung des griechischen Bankwesens vorgesehen. Gerettet wird nicht die griechische Bevölkerung. Wer der Hilfe zustimmt, der kann dies also nicht mit seiner Solidarität begründen – für die man überdies auch noch die Steuerbürger bezahlen lässt.

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  • Herr Schäffler ist einer der wenigen Bundestagsabgeordneten, die noch selber denken und nicht nur abnicken. Leider ist er damit bei der FDP falsch aufgehoben. Ich schließe mich dem Vorkommentar an: bitte zu den Freien Wählern wechseln.

  • Herr Schäffler ist einer der wenigen Bundestagsabgeordneten, die noch selber denken und eine eigene Meinung haben. Leider ist er damit bei der FDP falsch aufgehoben, die sich von Marktwirtschaft verabschiedet hat. Ich schließe mich dem Vorkommentar an: bitte zu den Freien Wählern wechseln.

  • An Osterwelle: "BRD" - 2 Billionen Schulden, das "B" steht für Billionen, daraus zu schliessen, dass das "R" für reich steht ist nicht für mich nicht schlüssig. Die BRD ist nicht reich, sondern nur ein kleiner Teil der Bürger, davon wieder ein großer Teil mit gefülltem Konto in der Schweiz oder Lichtenstein.

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