Gastbeitrag
Merkels Energiewende-Pfusch birgt sozialen Sprengstoff

Merkels Energiepolitik könnte sich als Brandbeschleuniger einer fallenden Konjunktur entwickeln. Die sozialen Folgen wären verheerend. Das Riesenprojekt muss deshalb sofort gestoppt und komplett neu gedacht werden.
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Dank Umweltminister Peter Altmaier erkennt jetzt auch die Kanzlerin, dass die Energiewende gescheitert ist, bevor sie richtig begonnen hat. Planlos hatte sie sich vor mehr als einem  Jahr  an den Umbau der Energieversorgung in Deutschland gemacht. Was großspurig über eine hochrangige Ethikkommission der Öffentlichkeit verkauft wurde, entpuppt sich jetzt als Pfusch und Stümperei.

Zusicherungen hinsichtlich Klimaschutz, Preisentwicklung und Versorgungssicherheit erweisen  sich längst als Lügen.  Die Energiewende gleicht  inzwischen  einem  Kartenhaus, das über den Köpfen von Bürgern und Wirtschaft zusammenzubrechen droht. Fahrlässig sind die handwerklichen Fehler, die bislang bei der Energiewende gemacht wurden: Wichtige Grundprinzipien des Energiemarktes wurden auf den Kopf gestellt. Nicht der tatsächliche Bedarf soll in Zukunft die erzeugte Strommenge bestimmen, sondern das schwankende Angebot von Wind- und Sonnenenergie. Und dies hochsubventioniert und zu nichtwettbewerbsfähigen Herstellungskosten.

Die schon immer viel zu hohen deutschen Strompreise werden hierdurch einen weiteren kräftigen Schub bekommen. Und die hart erarbeiteten Erfolge im Klimaschutz werden zunichte gemacht. Dies wird an der deutschen Wirtschaft, insbesondere an der Industrie, nicht mehr spurlos vorbei gehen. Es droht der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätzen, und die Energiewende könnte sich zum Brandbeschleuniger einer  fallenden Konjunktur entwickeln. Noch schlimmer: Es droht sozialer Sprengstoff. Die deutschen Privathaushalte werden zukünftig über 1.200 Euro jährlich alleine für die Stromrechnung zu zahlen haben. Dies ist für viele Familien mehr als ein Nettomonatseinkommen und ist damit nicht mehr verkraftbar.

Deshalb werden jetzt auch die Sozialdemokraten endlich wach und kapieren langsam, dass sie sich völlig unkritisch der überstürzten Energiewende der Kanzlerin angeschlossen hatten. Und sie ahnen, dass sie bei den nächsten Wahlen wegen Nichtstun selbst Opfer der rein machtpolitischen Entscheidung der Bundesregierung werden könnten. Denn Arbeitsplätze in der Industrie sind in Gefahr.

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Kommentare zu " Gastbeitrag: Merkels Energiewende-Pfusch birgt sozialen Sprengstoff"

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  • Wahre Worte, da schließ ich mich sofort an!

  • Wahre Worte, da schließ ich mich doch sofort an!

  • @ Otto

    Sie schreiben:

    "Leute schimpft nicht auf die Damen und Herren in Berlin.
    Das Deutsche Volk hat sie gewählt, wenn auch nur von dem Wählenden Volk."

    Ja, ich habe die jetzige Bundesregierung gewählt. Aber die CDU und die FDP sind ja auch im Wahlkampf anders aufgetreten. So hat man etwa ein (wenn auch zaghaftes) Zurückschrauben der rot/grünen Energiewende versprochen. Etwa indem man die Laufzeit von Kernkraftwerken verlängert.

    Bekommen habe ich etwas völlig anderes. Ich konnte als ich am 27.09.2009 mein Kreuz gemacht habe wohl kaum ahnen, dass die Regierungskoalition nach einem Erdbeben mit Tsunami und anschließender Havarie eines Kernkraftwerkes in Japan im Rahmen einer kollektiven Besoffenheit in Deutschland so den Verstand verliert.

    Ich möchte feststellen dass ich mit meiner damaligen Stimme nicht für ein verstärktes Fortschreiben "grüner" Energiepolitik gestimmt habe.

    Und ich glaube so wie ich fühlen sich viele CDU/CSU oder FDP Wähler, und mittlerweile auch viele Parteimitglieder an der Basis, von der aktuellen Regierung vor den Kopf gestoßen. Nicht ohne Grund laufen diesen Parteien scharenweise die Wähler und auch die Mitglieder davon.

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