Gastbeitrag Nikolaus Fuchs: Berliner Airport-Rettung leicht gemacht

Gastbeitrag Nikolaus Fuchs
Berliner Airport-Rettung leicht gemacht

Die Suche nach einem neuen Chef für den Berliner Pannen-Airport gestaltet sich schwierig. Ein Headhunter soll jetzt helfen. Doch worauf muss er bei den Kandidaten achten? Welche Qualifikationen sind wichtig? 
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Der Bau- und der Betrieb eines Flughafens ist nicht von hoher Komplexität gekennzeichnet – ein Infrastrukturprojekt wie viele andere auch.  Die Probleme des Flughafenprojektes basieren im Wesentlichen auf falschen Grundsatzentscheidungen, Selbstüberschätzungen und in Folge auf schweren Managementfehlern der verantwortlichen Organe; den Bauarbeiter trifft sicher keine Schuld, er muss aber über seine Steuern die Zeche zahlen.  Dem Berliner und den Gästen Berlins wird die Plakat-Kampagne zur kommenden Eröffnung immer in peinlicher Erinnerung bleiben.  

Jetzt geht es vordringlich darum, wirtschaftliche Transparenz für Bau und den späteren Betrieb herzustellen und zu kommunizieren sowie die unzähligen Rechtsprobleme so zu lösen, dass abgerissen und neu- sowie fertig- oder ausgebaut werden kann. Flughafenfachleute sind in ausreichender Anzahl an Bord.  Die Idee, einen Flughafenmanager zu suchen ist geradezu abwegig, denn die Kunden (die Airlines) müssen nicht akquiriert werden.  Jetzt müssen Non-Aviation-Probleme gelöst werden.

Ein Vorsitzender der Geschäftsführung muss daher folgende Merkmale haben: 

Ein Kandidat, der aus der Politik kommt, wird kein Standing haben. Er muss das Vertrauen der Wirtschaft, der Industrie- und Handelskammer, genießen und von ihr getragen werden.  Nach dem kompletten Versagen der Politik auf Bundes- wie auf Landesebene ist es die Wirtschaft, die am Zuge ist.

Es muss ein ausgewiesener Jurist gefunden werden, denn für den Bau und die Gebäudetechnik ist ein hoffentlich in diesen Dingen erfahrener Geschäftsführer aus Frankfurt verpflichtet worden, ein Kaufmann in der Geschäftsführung wird gesucht. 

Die überwiegende Anzahl der Probleme sind juristischer Art:  Dazu gehören unzählige Schadensersatzklagen, Klagen der Baufirmen auf Zahlung ihrer Rechnungen und gegen Mängelrügen der Flughafengesellschaft, Vergabeklagen, Klagen von Anwohnern, Investoren und kleinen Betrieben, die insolvent geworden sind, Klagen gegen unzulässige Beihilfen, neue Flugrouten, neue wie alte Nachtflugverbote, Fluglärm, Planer, Beratungsfirmen, Anwälte und vieles andere. Dazu kommen Beweissicherungsverfahren in unbekanntem Maße, die den gesamten Bau für lange Zeit blockieren.

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Kommentare zu " Gastbeitrag Nikolaus Fuchs: Berliner Airport-Rettung leicht gemacht"

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  • Was immer wieder angesprochen wird ist, dass der Steuerzahler die Milliardenzeche zahlen muss. Was mich persönlich viel mehr interessiern würde ist, wer denn eigentlich die "Extra"-Milliarden bekommet. Diese Information sollte doch verfügbar sein - oder etwa nicht?

  • Wegen der Rechstproblematiken die anstehen einen Juristen an die Spitze zu setzen ist wenig sinnvoll, das muß ein Juristenteam auf 2.Ebene abarbeiten. Sinnvoll wäre es nicht nur 2 GF zu haben sondern einen Finanz/Controlling, einen technischen (Vorhanden) und einen Sprecher mit Projekterfahrung. Um den Blindflug mit Fach-Spezis zu beenden die wohl an den haarsträubenden entscheidungen beteiligt waren, sollte man eher Projekt-/Prozess-Berater dazu holen die nicht aus dem Fluggeschäft kommen und dann sicherlich einfach mal völlig andere Fragen stellen werden. gerade hinsichtlich der baulichen Enge MUSS es ein moderneres Abfertigungssystem geben, da der Platz ja nicht einmal für eine normale 747 oder einen A340 ausreichen. Sollte das Nachflugverbot von Platzek jetzt noch ausgeweitet werden, würde die wirtschaftliche Grundlage weiter verschlechtert. Ein Unding das sich der Vorsitzende eines Flughafens für wirtschaftliche Einschränkunegn ausspricht um beim Wähler besser anzukommen. Daran erkennt man schon das dieser Aufsichtsrat an Fehlbesetzungen ohne Ende leidet, Leute die am normalen Leben nicht teilnehmen. Berlin würde aus den USA dann kaum angeflogen werden können, da die Maschinen ab 5 Uhr in Deutschland landen, Platzek will aber frühestens ab 6 Uhr öffnen... Also holt neue Leute die nicht vorbelastet sind und laßt die als Team schnell neue Pläne aufstellen... sonst wird es eher 2015/6

  • finger weg vom ideengeber michael fuchs,der in den neunzigern der vordenker für olympia in berlin war

    ging dolle in die hose u.a. weil fuchs in einer seiner studies vorschlug die IOC freddys zu bestechen

    der glaubt auch die landebahn heißt rollbahn,weil man diese aufrollen und unterm arm wegtragen kann

    der fuchs stiehlt keine gänse,der läßt -sich- stehlen

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