Gastbeitrag Philipp Mißfelder
„Große Herausforderungen für die transatlantische Partnerschaft“

Die zweite Amtszeit Obamas ist eine Chance. Personelle Kontinuität schafft Vertrauen, besonders zwischen Washington und Berlin. Daraus lassen sich neue Initiativen für die transatlantische Partnerschaft entwickeln.
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Als die amerikanischen Fernsehstationen am frühen Mittwochmorgen den Wahlsieg Barack Obamas verkündeten, hat sich eine überwältigende Mehrheit der Deutschen mit dem Präsidenten gefreut. Nach Obamas erster Wahl vor vier Jahren erwartete Deutschland eine Neubelebung der transatlantischen Beziehungen – eine Hoffnung, die Obama im Juli 2008 vor 200.000 Menschen an der Berliner Siegessäule geweckt hatte: In einer energischen Rede beschwor der damalige Präsidentschaftskandidat den Zusammenhalt und das Vertrauen zwischen Deutschen und Amerikanern. Über 90 Prozent der Bundesbürger hätten Obama gewählt, wenn sie am 6. November ihre Stimme hätten abgeben können.

Die traditionell guten deutsch-amerikanischen Beziehungen haben sich unter Präsident Obama positiv weiterentwickelt. Washington und Berlin sind Partner in der Weltpolitik, im Handel und in der Verteidigung gemeinsamer Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Die USA haben Deutschland immer den Rücken gestärkt. Während des Kalten Krieges förderten die Amerikaner die deutsche Westintegration. Der Wiedervereinigung standen sie positiver gegenüber als viele europäische Staaten.

Auch heute schätzen die USA Deutschlands Rolle als „Partner in Verantwortung“ in der Welt, besonders aber in Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt im Juni letzten Jahres für ihre politischen Verdienste die „Medal of Freedom“, die höchste zivile Auszeichnung der USA, aus den Händen Obamas.

Die transatlantische Partnerschaft steht aber auch vor großen Herausforderungen, besonders finanzpolitisch. Während die Staatsverschuldung der USA mit 16 Billionen Dollar einen Rekordstand erreicht hat, kämpft auch die Euro-Zone mit der überbordenden Verschuldung einiger ihrer Mitgliedsstaaten. Für den atlantischen Wirtschaftsraum ist die Lösung des Schuldenproblems zentral. Die USA, das hat Obama immer wieder deutlich gemacht, erwarten hier politische Initiativen von Deutschland als Europas stärkster Wirtschaftsnation.

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  • Oh Gott, der Herr Mißfelder.
    Ein Mann der nach 10!!! Jahren Rumstudieren nun bestens versorgt im Bundestag ist, hat ja auch ganz viel Ahnung von der Welt.
    Er nennt sich ja auch außenpolit. Sprecher der CDU.
    Na dann, mit solchen erfahrenen Politikern kann ja gar nichts mehr schief gehen

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