Gastbeitrag
Was einen guten Business Coach ausmacht

In den USA gehören sie längst zum guten Ton und auch in Deutschland werden sie zunehmend unverzichtbar: Coachings für Führungskräfte. Personalberaterin Uta von Boyen erklärt, was einen guten Coach ausmacht.
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MünchenWer in Deutschland als Führungskraft offen darüber redet, dass er oder sie Coachings in Anspruch nimmt, kassiert schon mal den einen oder anderen schiefen Blick – und das, obwohl das Instrument aus dem Führungskontext nicht mehr wegzudenken ist. Viele nutzen es, aber fast keiner spricht darüber. Bis heute tun sich sehr viele Unternehmen schwer im professionellen Umgang mit dem Thema „Coaching“, und zwar aus zwei Gründen:

Das typische Coaching, wie wir es heute kennen, hat sehr verschiedene Einflussquellen; ein nicht geringer Anteil seiner Grundannahmen und Methoden entstammt aber dem psychologischen Bereich. Da die Psychotherapie der Beschäftigung mit Kranken gewidmet ist, hängt auch dem Coaching bis heute manchmal der Ruf an, es sei „nur für Menschen mit Problemen“ gedacht. Diese verkürzte Sicht ist natürlich nicht zutreffend, denn Coaching richtet sich gerade an gesunde und fähige Menschen mit viel Verantwortung -  auch wenn man sicher keine Führungskraft ohne Probleme antreffen wird, denn für das Managen komplexer Probleme wird sie schließlich bezahlt. 

Tatsächlich sollte man Coaching aber auch nicht nur als letztes Mittel für völlig verfahrene Situationen einsetzen. Wenn Coaching richtig angewendet wird, stellt es eine hoch effektive Maßnahme dar, die gerade bei regelmäßiger Anwendung unlösbaren Konflikten zuvorkommt, Führungskräfte leistungsfähiger und zufriedener macht und dadurch nachhaltige, positive Effekte erzielt. Die Tatsache, dass jemand vom Unternehmen Coaching erhält, sollte daher als Privileg gedeutet werden.

Allerdings besteht eine weitere Schwierigkeit: Die Qualität der Anbieter auf dem Coaching-Markt ist noch immer sehr heterogen, was eine flächendeckende Akzeptanz des Instruments Coaching bis heute erschwert. Die großen Coaching-Verbände bemühen sich seit längerer Zeit stark, über Zertifizierungen einen höheren Professionalisierungsgrad zu erreichen.

Zu dieser Thematik kommt meiner Meinung nach hinzu, dass die meisten Coaching-Ausbildungen sich im deutschsprachigen Raum zu einseitig auf die Ausbildung von Prozesskompetenz konzentrieren. Das heißt, dass von ihnen zwar viel Zeit darauf verwendet wird, den Aufbau der Beziehungsebene und den Einsatz von lösungsorientierten Coaching-Techniken zu üben. Allerdings fehlt es bei sehr vielen Coaches am fachlichen Verständnis von Management- und Führungsfragen. 

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Vier entscheidende Kernkompetenzen

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