Gastbeitrag
Wegducken geht nicht mehr, Thomas Bach!

Durch die Wahl zum IOC-Präsidenten wird Thomas Bach seinen Posten beim Deutschen Olympischen Sportbund aufgeben. Das kann dem deutschen Sport nur gut tun, meint der dreifache Olympiasieger Michael Groß.
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Nichts ist im Beruf schöner, als seine Lebensvision zu erfüllen. Das ist Thomas Bach gelungen. Er ist Präsident des IOC! Herzlichen Glückwunsch, viel Erfolg an der Spitze des olympischen Sports und alles Gute für die nächsten Jahre. Das Amt hat er seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten angestrebt, insgeheim und erst in den letzten Monaten, als es nicht mehr zu vermeiden war, auch öffentlich und offiziell.

Aber nicht nur er hat Grund zur Freude – auch der deutsche Sport. Und zwar nicht so sehr, weil das wichtigste Amt im Weltsport von einem Landsmann besetzt ist. Thomas Bach wird sein Amt als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds aufgeben. Und dadurch ergibt sich die Chance, dass sich auch an der Spitze endlich etwas bewegt. Thomas Bach stand für verwalten, nicht gestalten. Geräuschlos und wenig ergebnisreich war sein Wirken. So verstrichen die Jahre seit der Fusion von NOK und DSB im Jahr 2006, ohne die Umsetzung dringend nötiger Reformen, wie neue Organisationsstrukturen im Spitzensport oder die bessere Verzahnung von Sport und Schule. Zuviel ist liegengeblieben.

Von 2000 bis 2005 habe ich mit Thomas Bach zusammen im Präsidium des damaligen NOK für Deutschland gearbeitet. Er ist Meister im Taktieren und Mehrheiten finden. In Sitzungen meldete er sich eher selten zu Wort, dafür wurde auf dem Flur ein Thema „eingetütet“. Zu seinem Erfolgsmodell gehört bis heute, möglichst keine Fehler zu machen und persönlich unangreifbar zu sein. Im Zweifel „Ball flach halten“ und nur das nötigste sagen, als ein Risiko eingehen.

So ließ er die chancenlose Olympiabewerbung von Leipzig für das Jahr 2012 im IOC sang- und klanglos bereits in der Vorrunde untergehen. Peinlich für Deutschland, problemlos für ihn. Andererseits schmerzte ihn, dass München für die Winterspiele 2018 trotz seines ungewohnt offenen Einsatzes ebenfalls nicht zum Zuge kam. Das könnte er jetzt für 2022 ändern, wenn sich München wieder bewirbt - 50 Jahre nach den Sommerspielen 1972 an gleicher Stelle. Das wäre eine historische Tat: Keine Stadt war bisher im Sommer und im Winter Gastgeber des Weltsports!

Auf jeden Fall gilt: Wegducken geht jetzt nicht mehr, zumindest nicht immer. Ein Beispiel ist der Kampf gegen Doping im Sport. Mit Händen und Füßen wehrte er sich dagegen, in Deutschland das Doping in das Strafgesetzbuch aufzunehmen, obwohl der Sport allein offensichtlich überfordert ist, das Problem zu lösen. Nun ist er als Weltführer gefordert, seinen Laden sauber zu halten (übrigens nicht nur von Doping, auch von Korruption und Vetternwirtschaft). Es gibt viel zu tun. Nur markante Formeln, wie „Betrüger haben kein Platz bei Olympia“, reichen nicht. Erst wenn er es schaffen würde, Dopingsünder für immer von Olympia auszuschließen, hätte er, 1976 selbst Fechtolympiasieger, als IOC-Chef einen ersten wirksamen Treffer gelandet. Die vielen ehrlichen Sportler würden es ihm für immer danken.

Jeder Mensch kann sich ändern – jetzt hat Thomas Bach dazu die Chance. Durch seine Worte und vor allem Taten. Eigentlich könnte er, befreit vom jahrelangen Taktieren für die eigene Person, nun die vielen dringenden Themen im IOC und Weltsport voranbringen – letztlich im Interesse des Sports und der Sportler: Das ist eine Vision, hoffentlich auch seine.

Michael Groß (49), dreifacher Olympiasieger im Schwimmen, ist heute Unternehmensberater für Change Management und Talent Management sowie Autor, jüngst erschien sein Fachbuch „Selbstcoaching“.

Kommentare zu " Gastbeitrag: Wegducken geht nicht mehr, Thomas Bach!"

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  • .....da hat der Albatros zielgerichtet "hingelangt". Ich hoffe der Herr Bach hat auch verstanden, dass dieses Amt jetzt auch tatsächlich Verpflichtung für ihn bedeutet.Wir werden sehen.´Kurt Senger

  • na super,willkommen an der spitze der persönlichen unfähigkeit im clu der raffzähne,igitt wie unappetitlich;-(

  • ................ein klares und deutliches Halleluja für Deutschland und Bach, eine ganz große Freude für Deutschland? Ja, so ist es. Keine großen Erwartungen erst mal, keine Meckerei, zuerst mal still genießen, ganz still. Gönnen uns Viele um uns herum diesen Titel? Nein, sie gönnen es uns nicht. Wir sollten uns auf uns besinnen. Es gibt keine Freunde, es gibt keine. Nichts desto trotz, wir sind glücklich und darum noch einmal ein deutliches Halleluja........................

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