Gastbeitrag
Wie Russland im Syrien-Konflikt helfen sollte

Noch halten sich die USA mit einem Militärschlag gegen Syrien zurück. Der Westen hat nun noch einmal die Gelegenheit, sich um eine gemeinsame Konfliktlösung mit Russland zu bemühen. Voraussetzung sind drei Bedingungen.
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BerlinWährend die westlichen Regierungen davon ausgehen, dass das Assad-Regime für den Giftgaseinsatz bei Damaskus am 21. August verantwortlich ist, äußert Moskaus Führung starke Zweifel und drängt darauf, die Ergebnisse der UN-Chemiewaffen-Inspektion abzuwarten. In den großen, staatsnahen Medien Russlands wird der Giftgasangriff entweder als Lügenmärchen oder aber als gezielte Provokation der Rebellen dargestellt. Die syrische Opposition sei in den letzten Wochen militärisch ins Hintertreffen geraten und intern durch Machtkämpfe geschwächt.

Ohne Intervention von außen habe sie kaum Chancen auf weitere Erfolge. Den westlichen Ländern, allen voran den USA, wird vorgeworfen, nur auf der Suche nach einer „smoking gun“ zu sein, um ein militärisches Eingreifen zu rechtfertigen. Russische Medien ziehen dabei immer wieder eine Parallele zum Irakkrieg 2003, als falsche Beschuldigungen den Kriegsgrund lieferten.

Der russische Außenminister Lawrow hat die westlichen Staaten vor einem militärischen Eingreifen in Syrien ohne UN-Mandat gewarnt. Zwar stellte er klar, dass Russland „weder die Fähigkeiten noch die Absicht“ habe, der Führung in Damaskus militärisch beizustehen. Zugleich verstärkt Moskau aber sein Muskelspiel, indem es weitere Kampfschiffe ins östliche Mittelmeer entsendet.

Gänzlich auszuschließen ist eine Eskalation der Situation unter militärischer Beteiligung Russlands wohl nicht. Nach der geltenden Militärdoktrin kann Moskau seine Streitkräfte im Ausland dann einsetzen, wenn dort russische Bürger „bewaffneten Angriffen“ ausgesetzt sind. Darunter lassen sich sowohl russische Ehefrauen und Kinder syrischer Männer fassen, deren Zahl auf mehrere Tausend geschätzt wird, als auch die circa fünfzig russischen Soldaten, die auf dem Marinestützpunkt Tartus stationiert sind.

Wenngleich vor allem im Falle einer kurzen Strafaktion des Westens gegen strategische Ziele des Assad-Regimes ein militärisches Eingreifen Russlands unwahrscheinlich ist, bliebe sie nicht ohne spürbare politische Konsequenzen.

Erstens wäre mit einer Verschlechterung der ohnehin angespannten russisch-amerikanischen Beziehungen zu rechnen. Washington könnte dann in den kommenden Monaten nicht mehr auf ein Entgegenkommen Moskaus in der Iranfrage hoffen.

Zweitens würde es noch schwieriger, gemeinsam mit Moskau auf eine politische Lösung des Syrienkonfliktes hinzuwirken. Denn der Bürgerkrieg würde wohl auch nach einem Militärschlag westlicher Staaten weitergehen. Und für eine politische Lösung würde Moskau weiterhin benötigt.

Im Moment wird viel über eine Wiederholung des Kosovo-Szenarios spekuliert: 1999 hatte Russlands Führung zunächst heftig gegen den nicht vom UN-Sicherheitsrat mandatierten Militärschlag der NATO gewettert; am Ende aber war sie bereit, Druck auf Milosevic auszuüben, dem internationalen Friedensplan zuzustimmen - mit Erfolg.

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Russland will Großmacht sein

Kommentare zu " Gastbeitrag: Wie Russland im Syrien-Konflikt helfen sollte"

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  • Liebes HB, "fremde Federn" liest SenecAAA im HB sehr gerne aber bitte mit ausreichend geistigem Kielgang ! Die Rolle Russlands und Putins wird in dem Beitrag regelrecht auf Sandkasten-Niveau erörtert, was allerdings mehr über die Autorin und die SWP als die geostrategische Gesamtsituation aussagt. Die "Man-Muss-Putin-Nur-Wie-Einen-Großen-Jungen-Behandeln"-junge SWP-Mutti sollte vor weiteren Beiträgen nochmals zu Hr. Kraus nach Passau ins erste Semester und vorher seinen glänzenden FAZ-Beitrag "Und ihr glaubt es geht um einen Diktator" lesen. Wenn die Bundes-Mutti sich wirklich von der SWP beraten lässt, dann Gute-Nacht-Angie !

  • UND WIEDER HAT sich wer im FALSCHEN MOMENT BLAMIERT und PUTIN und China GETRETEN , wo wer (. . . ) DOCH SCHON GEÄNDERT HATTE und WAHRHEIT DOCH ZEIGTE ??? Merkel , die Opportunistin , WEIL Opportunistin SOLLTE NIEMAND sich auf die VERLASSEN , UND DAS WO DOCH PUTIN FREUNDSCHAFT ANGEBOTEN HAT und uns SOGAR SODALITÄT ZUGESTEHT . . .
    Merkel IST DIE VEREHRTESTE , AUF DIESEM PLATZ , FÜR DEUTSCHLAND und FRIEDLICH PROBLEME LÖSENDE MENSCHHEIT .
    Für merkel und ALLES MÜSSTE PASSEND WERDEN im hirn :
    SYRIEN
    http://www.gegenfrage.com/franzoesischer-ex-minister-syrien-krieg-seit-2009-geplant/
    Französischer Ex-Minister: Syrien-Krieg seit 2009 geplant


    http://www.gegenfrage.com/russland-droht-mit-militaerschlag-gegen-saudi-arabien/
    Russland droht mit Militärschlag gegen Saudi Arabien
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/paul-joseph-watson/rebellen-raeumen-verantwortung-fuer-chemiewaffenangriff-ein.html
    31.08.2013
    Rebellen räumen Verantwortung für Chemiewaffenangriff ein
    Paul Joseph Watson
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-krise-russland-entsendet-kriegsschiffe-ins-mittelmeer-a-919237.html
    Syrien-Krise: Russland entsendet Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html
    Syrien Und ihr denkt, es geht um einen Diktator
    https://www.youtube.com/watch?v=H-dFdi-N_wk

    Putin: Warum schweigen alle über die Verbrechen der USA?
    http://dem-deutschen-volke.blogspot.de/
    Aufruf zum Verbot zur Durchführung der Bundestagswahl am 22.09.2013

    merkel ! WILL HEUTE ABEND WAHRE WAHRHEITEN HÖREN .
    AUCH KANZLERKANDIDAT . . .

  • ich will gar nicht wissen was die us regierung als letzten ausweg sieht, vermutlich nuken die sich selbst oder nehmen alles mit. Diese Pläne gibt es garantiert. Greifen wir deshalb nun die USA an?

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