Gastbeitrag
„Wir müssen professioneller werden“

Für die Bundestagswahl brauchen wir eine neue Strategie. Wir müssen uns von der folkloristischen Sicht eines „unpolitischen Vorstands“ verabschieden. „Themen statt Köpfe“ war gestern, heute gilt: „Themen und Köpfe“.
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In einer Zeit in der die Umfragewerte der Piratenpartei endlich auf normale Werte sinken und wir als Partei fernab des vergangenen Hypes selbst für unsere Öffentlichkeit sorgen müssen, häufen sich negative Berichte und gute Ratschläge. Erstaunlicherweise geht es dabei nicht um die über 650 Programmanträge zum Bundesparteitag oder um die anstehenden Richtungsentscheidungen zur Wirtschaftspolitik. Es geht um Piraten, meist im Singular. Unser Bild in der Öffentlichkeit ist geprägt von einzelnen Personen und ihren Beziehungen zueinander.

Dabei baut nicht nur die Öffentlichkeit einen Druck auf einzelne prominente Parteimitglieder auf, sondern vor allem wir selbst. Geht einmal etwas schief, wird mal dieser, mal jener für die sinkenden Umfragewerte oder schlechte Stimmung an den Wahlkampfständen verantwortlich gemacht. Dabei hat, solange ich in dieser Partei bin, noch kein Bundesvorstand die inhaltliche Arbeit von aktiven Mitgliedern behindert oder Aktionismus ausgebremst. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal dieser Partei. Wer machen will, soll auch machen können.

Das wird vor allem klar, wenn man sich die enorme Aktivität im Liquid-Feedback, bei bundesweiten Antragskonferenzen und überhaupt in Vorbereitung auf den kommenden Bundesparteitag anguckt, die so gar nicht zur Außenwahrnehmung einer gelähmten Partei passt.

Es ist Sache jedes einzelnen Mitglieds, ob Landesvorsitzender oder aktiver Liquid-Feedback-Nutzer, verantwortungsvoll zu handeln. Vertrauen schenken Piraten nicht nur mit einer einmaligen Stimmabgabe auf einem Bundesparteitag. Vertrauen in die ordentlich gewählten Vertreter der Partei muss auch zwischen den Parteitagen gelebt werden.

Nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat sich für uns alle viel verändert. Ist die Piratenpartei bei bekannten Online-Portalen bis dahin unter „Netzwelt“ abgehandelt worden, stehen wir jetzt alle im Fokus einer bundesweiten Berichterstattung in der gesamten Breite medialer Erzeugnisse. Für mich ist dabei ganz klar, dass wir uns endlich von der folkloristischen Sicht eines „unpolitischen Vorstands“ oder dem Motto „Themen statt Köpfe“ verabschieden müssen. Es heißt nun „Themen und Köpfe“.

Kommentare zu " Gastbeitrag: „Wir müssen professioneller werden“"

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  • Die Republik ist auf dem besten Weg zum Realsozialismus.
    Was die "DDR" nicht geschafft hat ,werden wir easy morgen schaffen.
    Frage nur wer das alles bezahlen soll.
    Hier warte ich auf Antworten und nicht nur langatmige Kolumnen ueber streaming etc.
    Das Netz und offene Kommunikation loesen nicht alle Probleme dieser Welt.
    Besser idt anpacken und volunteering.

  • Ich glaube dieses "professioneller werden" ist für mich zu negativ besetzt. Ich verbinde damit Anpassung und die -krampfhafte- Suche nach Möglichkeiten sich zu etablieren (sei's in Parlamenten oder der öffentlichen Meinung). Nicht neue Gesetze haben die Bürger von den Piraten erhofft, sondern neue Politik. Dazu braucht es mal ein deutliches Zeichen von denen, die nun auf Abgeordnete/r machen. Aber deren Arbeitsweise scheint die Gleiche, nur stiller.

    Ich wünsche mir mehr von den Abgeordneten der Piraten. Sie haben das Netz, ganz andere Möglichkeiten und Pflichten und sollen gefälligst ein neues Bild vom Abgeordneten entwickeln. Abgeordnete können Kommunikator sein und Multiplikator, den demokratischen Wettbewerb begleiten und die Ergebnisse auf ihren demokratischen Wert hin prüfen - eine AG aus 4 Mann in Buxtehude hat mit ihren Ergebnissen einfach keinen demokratischen Wert... Warum sollen Abgeordnete sich Anträge aus den Rippen schneiden, über jeden Antrag selbst entscheiden und egal was sie tun im Medienfeuer zergehen wie Butter in der Sonne? In Berlin scheinen sie auf einem guten Weg. Ich möchte Abgeordnete die eine neutrale Funktion als Meinungsmultiplikator erfüllen, frei vom unsäglichen Fraktionszwang (mit mehr Geld zur Verfügung - Fraktionsgelder). Die professionellere Kommunikation (da müssen die anderen professioneller werden!) gehört einfach zu einem neuen Abgeordnetenbild. Piraten könnten und müssten eine andere Arbeitsweise in die Parlamente tragen, eine andere Kommunikation ins Bürokratendickicht der Verwaltungen und Haushaltsplanungen - weniger ist mehr - damit die Parlamente kein Flaschenhals der Gesetzgebung und Spielball der Parteien mehr sind. Das könnte den Parteieinfluss wieder auf die Aufgaben im PartG zurecht stutzen.

    Ein konkretes Aufgabenfeld sehe ich darin, die Gesetzesbücher zu entschlacken. Da ist genug zu tun, weg von der Einzelfallregelung, in der der Einzelnen seinen Fall nicht mehr regeln kann.

  • Als Pirat tränen mir die Augen, dass die Patei bereits breit aufgestellt ist. Schmalspurthemen, die niemanden interessieren, werden breitgetreten, bis sie nichts mehr hergeben.
    Es fehlt das übergeordnete Thema des 21. Jahrhunderts, das alle interessiert:
    Das menschliche Leben ist ein Produkt mit 4 verschiedenen Faktoren, die alle individuell optimiert werden müssen.
    1 x 1 x 1 x 1= 1 (optimales Renteneinkommen, optimaler Lebensabend)
    1. Faktor: Frühkindliche Erziehung
    Maximale Unterstützung für die Familie, Appelle an die Eigenverantwortung und permanenten Informationsfluß an Erziehungsberechtigte.
    Ansetzen kann hier : Kindergelderhöhung, BGE und weitere Aktionen
    Ziel: Je näher am Optimum 1 desto besser die Voraussetzungen
    Faktor 2: Schulausbildung: So früh wie möglich und mit maximaler Vobereitung (Kita/Kindergarten/Vorschule) beginnen.
    (4J für hocintelligente/ 5J für 80% der Kinder, 6J für Problemkinder (Sprache!)
    10J Hauptschule - 11 Jahre Realschule - 12 J Abitur
    Defizite aus Faktor 1 müssen unbedingt so früh wie möglich beseitigt werden!
    Optimum auch hier die 1!!!!
    Faktor 3: Berufsausbildung
    Alle Ausbildungen in sozialabgabenpflichtigen Verhältnissn!
    Je besser die Ausbildung, esto mehr Chancen am Arbeitsmarkt!
    Faktor4: Berufliche Arbeit
    Auch hier gibt es unendliche Möglichkeiten der Einflußnahmen:
    - Arbeitsbedingungen ( bis 67! und eventuell mehr)
    - flexible Arbeitszeiten
    - Option auf längere Arbeitszeit um zusätzlichen Rentenbeitragsjahre zu erreichen (Renten% = Jahre!)
    Ein durchgängiges Programm ist dringend erforderlich. Wir sehen uns in Bochum
    Hans-Joerg01

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