Gastbeitrag zum Klimagipfel: Wie gute Klimapolitik die Konjunktur anschieben kann

Gastbeitrag zum Klimagipfel
Wie gute Klimapolitik die Konjunktur anschieben kann

Gute Klimapolitik braucht deutlich mehr Investitionen. Das wäre für die Euro-Zone kein Problem – ihre Wirtschaft würde sogar produktiver, soziale Ungleichheit reduziert. Dazu sind internationale Vereinbarungen nötig.
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Die Autoren de  Ökonom und Vorsitzender des Global Climate Forums Gastbeitrags: Klaus Töpfer, Ex-Bundesumweltminister, Jean-Charles Hourcade, französischer Ökonom, Michel Aglietta, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Paris-Nanterre, Carlo Jaeger, Ökonom und Vorsitzender des Global Climate Forum.

Am Tag vor der diesjährigen Uno-Vollversammlung, dem 23. September, wird Uno-Generalsekretär Ban-Ki-Moon in New York den Uno-Klimagipfel leiten. US-Präsident Barack Obama wird an dem Event im eigenen Land teilnehmen, aber die Regierungschefs anderer wichtiger Länder wie China, Indien, Russland, Deutschland oder die EU schicken nur Vertretungen. Das zeigt erneut, wie weit die dramatische Rhetorik zum globalen Klimawandel und das politische Handeln dazu auseinanderklaffen.

Das beruht darauf, dass die Klimadiskussion durch lähmende Ängste geprägt ist: durch die Angst vor Klimakatastrophen einerseits und die Angst vor Arbeitsplatzverlusten durch CO2-Verminderung in ohnehin kriselnden Ökonomien andererseits. Doch, und das zeigt auch der neue Climate Economy Report, es ist Zeit, umzudenken. Denn jene bipolare Angstdebatte lässt die Chancen, die im Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaftsstruktur liegen, außen vor. Sie ignoriert, dass Energieeffizienz und Nachhaltigkeit brachliegende Ressourcen mobilisieren und Wachstum und Jobs schaffen können.

Eine erfolgreiche Klimapolitik erfordert eine Neuorientierung von Investitionen in Richtung alternativer Technologien und Infrastrukturen – in den Bereichen Energie, Mobilität, im Gebäudesektor, aber auch in Landwirtschaft, IT und anderen mehr. Das erfordert erhebliche zusätzliche Investitionen, diese sind aber leistbar, ja erwünscht. Denn die Weltwirtschaft – und besonders die Euro-Zone – leidet nicht unter einem Mangel an Ersparnissen. Sie krankt daran, dass Ersparnisse nicht in langfristig produktive Investitionen umgesetzt werden, sondern in liquide Finanzanlagen und Immobilien. Wenn Ersparnisse stattdessen für klimafreundliche Investitionen genutzt werden, wird die Gesamtwirtschaft produktiver. So lässt sich gerade in Europa die wirtschaftliche Erholung beschleunigen und die soziale Ungleichheit reduzieren. Nicht, indem die öffentlichen Haushalte belastet oder andere Einkommen geschmälert werden, sondern indem das Volkseinkommen insgesamt gesteigert wird.

Damit diese Neuorientierung im globalen Maßstab gelingt, sind internationale Vereinbarungen nötig. Doch die meisten Staaten, und vor allem die besonders wichtigen, werden ihre nationale Souveränität nicht an internationale Organisationen abtreten. Sie werden deshalb auch keine rechtlich bindenden einschneidenden Emissions-Reduktionen akzeptieren. Ein „Pedge-and-review“ Verfahren, bei dem freiwillige Reduktionsverpflichtungen angekündigt und deren Erfüllung gemeinsam beurteilt wird, scheint der einzig gangbare Weg zu sein. Dabei müssen wirksame Anreize gesetzt werden, damit diese Versprechen eingehalten werden und sich schrittweise in Richtung auf das Zwei-Grad-Ziel entwickeln.

Dies kann gelingen, wenn die nötigen Emissionsreduktionen durch eine Vielzahl unterschiedlicher lokaler und branchenspezifischer Initiativen bewirkt werden. Dazu braucht es transnationale Nachhaltigkeits-Klubs, in denen sich Unternehmen, Städte, Regierungen, NGOs etc. zusammenschließen. Solche Klubs sollten gemeinsame Ziele, die zunächst gar nicht klimabezogen sind, verfolgen und dabei vereinbaren, diese durch Reduktion von Emissionen zu erreichen (z.B. Luftqualität, Mobilität, Zugang zu Energie in abgelegenen Regionen, Effizienzsteigerung bei energieintensiven Industrien etc.).

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Wie gute Klimapolitik die Konjunktur anschieben kann

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Risiken für klimafreundliche Investitionen zu senken

Kommentare zu " Gastbeitrag zum Klimagipfel: Wie gute Klimapolitik die Konjunktur anschieben kann"

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  • Zu obigem Kommentar noch eine Anmerkung: „Sämtliche“ Bewohner klingt wirklich illusorisch; könnte sein, er deshalb gar nicht erst gelesen wird.

    Durch die Verwendung dieses Begriffs wollte ich deutlich machen, dass die Zeiten, in denen die Verantwortung für das Wohlergehen und Schicksal des einzelnen „Bürgers“ weitgehend vom guten Willen und politischen Geschick seiner Regierung abhing längst vorbei sind. Dies gilt zumindest für alle Bürger von Ländern, in denen Menschenrechte und freiheitliche Grundrechte tatsächlich weitestgehend gegeben sind.
    Und dass deshalb in diesen sog. „westlichen Demokratien“ die Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen – und das anderer – beim einzelnen Bürger selbst liegt.

    Freiheit – u.a. Jedermanns Recht, seine Meinung ungestraft frei zu äußern - auch dann, wenn sie von der der „anderen“ abweicht - bedeutet gleichzeitig Verantwortung.

    Im Klartext:
    Weil in unserer heutigen globalisierten Welt das Wohlergehen jedes Bürgers zwangsläufig auch von dem von Bürgern sog. „politisch instabiler“ Länder abhängt – dies sind m.E. vornehmlich Länder, in denen - das vermute ich jetzt einfach mal - wegen ihrer geographischen Lage - Stichwort „europäische Seefahrer-Nationen“ - das Zeitalter der Aufklärung, und damit des damit einhergehenden demokratischen Fortschritts, weitestgehend „vorbeigegangen“ ist, weshalb das politische System in diesen Ländern oft immer noch stark auf überkommenen feudalen und autokratischen Herrschaftsstrukturen beruht, sehe ich die Bewohner der o.g. „westlichen Demokratien“ in der Pflicht, den Bürgern der letztgenannten „rückständigen“ Länder bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen.
    (Deren obsolete Strukturen – wen wundert’s? - von den Privilegierten oft mit immensem Beharrungsvermögen und unter Einsatz aller Mittel „verteidigt“ werden („money gets you everything…“).

    Wäre für alle Seiten nur von Vorteil: Mehr Freiheit u. Demokratie auf der eine und Zugewinn an Kultur und Lebensqualität auf der anderen Seite.

  • "So lang die Realität aber den Klimamodellen widerspricht,..."

    Tut sie das?

  • Das sind planwirtschaftliche Strukturen die man durchsetzen will, man muss sich doch nur mal mit den Verträgen von Rio etc. auseinandersetzen. Natürlich hat da niemand Interesse dran. Schon gar nicht, wenn dieses Vorhaben auf einer ideellen Vorstellung beruht. Die stärksten Verfechter kommen alle aus dem linken Lager. Staatlich gelenkte Wirtschaftsprojekte sind schon oft genug heftig gegen die Wand gefahren. Und andere Katastrophenszenarien haben ihre Prognosen auch schon weit verfehlt, man denke nur an den Club of Rome, der ja in eine ähnliche Richtung zielt und eine Kreislaufwirtschaft propagiert. Das alles macht diese grüne Utopie und industrielle Dystopie unglaubwürdig. Man wird abwarten und sehen müssen ob sich eine empirische Bestätigung der Prognosen abzeichnet, so lang das nicht der Fall ist (ein paar Winde und Hagelkörner sind kein Beweis) so lang stehen wir nur vor einer unbewiesenen Theorie deren Forderungen sehr kostenintensiv sind. So lang die Realität aber den Klimamodellen widerspricht, gibt es keinen Grund voreilig Geld in die Hand zu nehmen und die Wirtschaft zu politisieren.

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