Gastbeitrag zur EZB-Zinspolitik
Wenn Geldpolitiker Katastrophen schüren

Die Geldpolitiker der EZB liebäugeln mit einem Negativzins. Solche Maßnahmen bringen allenfalls Scheinbesserungen, die dann zu noch größeren Katastrophen führen können – vor allem für die vielen Kleinsparer.
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Die Zinsen sind mittlerweile so niedrig, dass sie nach Abzug der laufenden Teuerungsrate negativ sind. Wer also Sicht-, Termin- und Spareinlagen hält, wird ärmer. Das Sparen mit Einlagen bei der Bank führt nicht zur Kapitalmehrung, sondern zur Kapitalaufzehrung.

Ist zum Beispiel der Zins für Sichteinlagen null Prozent und die Teuerungsrate 2 Prozent, so schrumpft die Kaufkraft der Sichteinlagen jedes Jahr um 2 Prozent. Noch schlimmer: Die meisten Banken stellen ihren Kunden ja noch eine Kontoführungsgebühr in Rechnung.

Diese Gebühren, die meist als Einmalbetrag vom Konto abgebucht und nicht mit dem Einlagenzins verrechnet werden, mindern die Erträge der Bankkunden zusätzlich. Der prozentuale Schwund der Bankeinlagen fällt für Kleinsparer natürlich höher aus als für Besitzer großer Guthaben.

Doch es soll noch schlimmer kommen für die Sparer: Die Geldpolitiker debattieren über einen negativen Nominalzins für Einlagen, die die Geschäftsbanken bei der Zentralbank unterhalten. Die Folgen dieser Maßnahme würden die Sparer zu spüren bekommen, und wieder einmal insbesondere die (Klein-)Sparer.

Für die Politik des negativen Einlagenzinses gibt es „Vorbilder“. Im August 2009 erhob die Schwedische Zentralbank einen negativen Zins von minus 0,25 Prozent auf „Überschussreserven“, die Banken bei ihr unterhielten. Es sollte eine „Strafsteuer“ sein und Banken veranlassen, ihre Guthaben zur Kreditvergabe zu verwenden.

Im Juli 2012 senkte die dänische Zentralbank den Zins auf Kronen-Guthaben, die Geschäftsbanken bei ihr unterhielten, auf minus 0,20 Prozent. Mit diesem Schritt sollte die steigende Nachfrage nach der dänischen Währung und der damit verbundene Aufwertungseffekt verringert werden.

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Wenn Geldpolitiker Katastrophen schüren

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Die Folgen eines Negativzinses

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Unheilvolle Geldpolitik

Kommentare zu " Gastbeitrag zur EZB-Zinspolitik: Wenn Geldpolitiker Katastrophen schüren"

Alle Kommentare

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  • Wie kann es sein, dass solche Verbrecher nach der Lehman-Pleite noch das Sagen haben und noch nicht längst auf den Mond geschossen wurden?

  • @mercurius101

    Richtig. Leider stammt ist dieser Beitrag - wie alle Beiträge, die sich mit der Wirklichkeit beschäftigen - aus der Feder eines Gastautors. Von der HB-Redaktion erwarte ich solche Beiträge schon lange nicht mehr.

  • Durch geldpolitische Kunstgriffe und Winkelzüge lassen sich nur vorübergehende Scheinbesserungen erzielen, die dann aber nachfolgend zu noch größeren Katastrophen führen. Und genau in diesem Lichte ist das Einführen eines negativen Einlagenzinses zu bewerten.

    Dieser Schlußsatz ist wie auf dem Flughafen:

    Letzter Aufruf

    Wer jetzt die sich mehrenden Zeichen nicht deuten kann oder meint, ignorieren zu müssen oder den Lügen glaubt, wird auf dem falschen Fuß erwischt werden.
    Sie müssen handeln, jetzt handeln, solange noch die Möglichkeit vorhanden ist.

    Schönen Tag noch.

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