Gastkommentar
Der Westen muss seine Ohnmacht brechen

Zu lange hat die westliche Welt dem Treiben autoritärer Regime im Mittleren Osten tatenlos zugesehen, schreibt der frühere Nato-Botschafter der USA, Kurt Volker. Mit mehr Engagement könne auch der Iran gebändigt werden.
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Wir bewundern Errungenschaften des arabischen Frühlings, aber wir sollten uns nicht täuschen lassen. In der Realität sieht es ziemlich düster aus. Es gibt das Risiko, dass Islamisten an die Macht gelangen; die Militärs trachten danach, ihre Dominanz zu bewahren; alte Sicherheitsstrukturen lösen sich auf; das Friedensabkommen zwischen Israel und Ägypten könnte zerbrechen; tiefsitzende Konflikte zwischen Arabern und Juden, zwischen Sunniten und Schiiten beschwören neue Gefahren herauf.

Nur über eine Tatsache können wir sicher sein: Die alte Ordnung im Mittleren Osten, wo einst autoritäre Regime ihre Macht durch die politische, religiöse und wirtschaftliche Unterdrückung der Bevölkerung sicherten, ist Geschichte und kehrt nie wieder zurück. Die Menschen in der Region fordern den Wandel, und sie erhalten ihn - auf dem einen oder anderen Weg.

Der Westen hat sich bislang an die Vergangenheit geklammert. Aus lauter Angst vor dem Wandel sind wir erstarrt. Aber wenn denn der Wandel unausweichlich ist, werden wir uns mit den Folgen auseinandersetzen müssen. Die politischen Kosten werden umso höher ausfallen, je länger wir als Heuchler betrachtet werden, die sich gegen das Begehren der Menschen auflehnen: den Mund voller Bekenntnisse zur Demokratie, während wir nichts gegen jene unternehmen, die sie gewaltsam unterdrücken.

Bis jetzt haben wir die alten Regime de facto durch Inaktivität gestützt, lange nachdem ihre Handlungsweise durch nichts mehr zu rechtfertigen war. Wir unternehmen nichts, obwohl diese Regime ihre eigene Bevölkerung morden. Mehr noch, wir haben das Spielfeld für jene geöffnet, die ihre eigene Agenda in der arabischen Welt umsetzen wollen: islamische Extremisten, Iran, Überbleibsel der Militärherrschaften, sogar Russland.

Wir scheuen zwar die Kosten des Wandels, die aber werden unweigerlich höher ausfallen, wenn dies die Akteure sind, die der Entwicklung ihren Stempel aufdrücken. Wir müssen endlich erkennen, dass unsere Sicherheit auf sehr tönernen Füßen ruht, wenn wir sie weiter an die alte Ordnung knüpfen. Wir sollten Alternativen in Betracht ziehen, bevor es zu spät ist. Dafür müssen wir komplett umdenken. Wir müssen herausfinden, wohin sich die Region bewegt und wo die Interessen der USA und des Westens wirklich liegen.

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Die iranische Bedrohung von innen heraus eliminieren

Kommentare zu " Gastkommentar: Der Westen muss seine Ohnmacht brechen"

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  • "Die einzige Form, unsere Interessen zu erhalten, liegt in der Bewahrung unserer Werte. Andere Akteure trachten danach, den verbliebenen Zwischenraum zu besetzen. Daher muss sich der Westen mehr engagieren, nicht weniger."

    Was will Herr Volker uns damit mitteilen ? Etwa der Westen ist zu zögerlich bzw. mischt sich zu wenig ein ? Westliche "FRIEDENSMISSIONEN" hätten schon längst passieren sollen ? Ich frage mich auch, wessen Interessen erhalten und Werte bewahrt werden sollen; diese Scheinheiligkeit ist wohl nicht mehr zu überbieten !! Meine sind es mit Sicherheit nicht ! Aber das Feindbild muss aufrecht erhalten werden mag kommen was wolle !! Egal ob Syrien, Iran.... es fängt an zu bröckeln und die Aufschreie des Westens werden lauter; das Lügengerüst wackelt. Und das ist gut so !!

  • Schade um die Zeit den dieser Doofschreiberling den Lesern hier stielt!

  • ".....und wo die Interessen der USA und des Westens wirklich liegen."
    Und genau das ist der absolut falsche Ansatz!
    Zu sehen, wo die Interessen der MENSCHEN liegen ist angesagt, aber dies mit den Notwendigkeiten einer NWO kollidiert, braucht man sich keine Gedanken darüber machen, ob sich was ändern wird.

    Hoffentlich lassen sich die dort erwachten Menschen nicht eine noch viel stärkere Gängelung, wie sie im Westen grassiert, aufzwingen. Ich jedenfalls drücke ihnen beide Daumen, dass das nicht passiert!

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