Gastkommentar: „Deutschland braucht eine neue FDP“

Gastkommentar
„Deutschland braucht eine neue FDP“

Die FDP ist - selbstverschuldet - vom Tod nicht weit entfernt. Und doch wäre es ein Verlust, wenn sie stürbe. Angesichts neuer Staatsverehrung können wir auf ein liberales Gegengewicht nicht verzichten.
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Die FDP ist keine liebenswerte Partei. Zu viele Alt-Nazis hat sie nach dem Krieg gekeilt. An ihrer Spitze hatte sie Karrieristen wie Erich Mende oder dubiose Figuren wie Jürgen Möllemann. Mal war die FDP linksliberal, mal altnational; mal Klientelpartei, mal ein Mehrheitsbeschaffer, die es mit den Schwarzen und den Roten trieb.

Doch hatte die Partei auch Theodor „Papa“ Heuss, den Vorbild-Präsidenten. Die FDP hatte Otto Graf Lambsdorff, eine knorrige Gestalt von Witz, Eigenständigkeit und rhetorischer Brillanz. Sie hatte die Grande Dame Hildegard Hamm-Brücher, den Meistersinger Walter Scheel und als Generalsekretärin die untadelige Cornelia Schmalz-Jacobsen. Und den ewigen Außenminister Hans-Dietrich Genscher.

Nun siecht die Partei mit zwei Prozent in den Umfragen ihrem Ende entgegen. Oder doch nicht? Sie war schon mal, 1969, bei 5,8 Prozent – und kurz vor dem Rausschmiss aus dem Bundestag. Richtig draußen ist sie zurzeit in sechs Landtagen.

Ein zähes Geschöpf ist diese FDP; rechnen wir ihr die Deutsche Fortschrittspartei an, die 1861 gegründet wurde, ist sie sogar die älteste Partei Deutschlands. Doch diese Geschichte lässt nicht das Totenglöckchen verstimmen, das lauter als je zuvor klingelt. Die vordergründigen Ursachen sind bekannt: Guido Westerwelle, das zu junge Nachfolge-Trio Rösler, Bahr und Lindner. Patrick Döring, der Generalsekretär, ist zwar etwas älter, muss aber noch Interviewtechnik lernen; sonst hätte er seinen Parteichef nicht öffentlich angerempelt.

Doch verstecken sich hinter den Personen die weitaus tieferen Probleme. Einmal die strategischen: Im alten Dreiparteien-System der Bundesrepublik wurde die FDP als Mehrheitsbeschaffer gebraucht, sogar als Verstärker: Adenauer holte die Gelben 1957 trotz absoluter Mehrheit ins Kabinett. Heute ist Grün der Dritte, bald wird die Linke der Vierte sein.

Zum Zweiten das ideologische Problem. Die FDP war stets ein Gemisch von Strömungen: Links- und Wirtschaftsliberale, Klientelisten und Kulturliberale. Nun haben die Grünen den linken Nebenarm abgezweigt und dann den breiteren Strom des Kulturliberalismus auf ihre Mühle gelenkt. Das sind die freien Berufe, die Ärzte, Anwälte, Apotheker und „Kreativen“, die sich im Kapitalismus gut eingerichtet, aber den alten Moralkodex ihrer Klasse (Familie und Sexualität) nicht mitgenommen haben. Pikanterweise gehörten die drei A-Gruppen einst zur klassischen Klientel der FDP.

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Jetzt sind wir fast alle schwarz-rot-grün-sozial

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  • Hallo Michaela ich weiß ja nicht woher du Deine weisheiten hast. Fluktation gibt es in jeder Partei und Wahlen werden mal gewonnen und mal verloren . Von einem Fiasko kann man übrigens nicht sprechen den welche Partei hat es bisher geschaft sofort in ein Parlament ein zu ziehen ? Und der Vorsitzende ist Demokratisch ohne gegen Stimme auf einem Ordentlichem Bundesparteitag gewählt worden.Aber wenn das deine einzigen Probleme sind und unser Programm dann top ist dann kannst du uns ja gerne Unterstützen. Lg André Flato

  • Peter: ddp - ist das nicht die Links-Liberale Partei, die aus der Rentnerpartei hevorgegangen ist?
    Der aktuelle Vorsitzende wollte doch die Partei verlassen, da er lieber im Sinne der Bergpredikt leben möchte.
    Zudem hat die ddp ein totales Fiasko bei der Berlin-Wahl 2011 erlitten, auch aufgrund des katastrophalen Auftritts des Spitzenkandidaten.
    U.a. aus diesem Gründen, munkelt man, treten so viele aus dieser "demokratischen" Partei aus. Programm top - ausführende Personen flop.

  • Selbstverständlich brauchen wir in Deutschland eine Liberale Partei. Aber die FDP wird es in Zukunft nicht mehr sein. Es gibt eine Neue Sozial Liberale Partei. Die den Anspruch hat nicht mehr tritt Brettfahren von SPD und CDU zu sein. Sondern ein komplett neues Finanz und Wirtschaftssysthem auf die Beine stellt wozu Sie absolute Mehrheiten benötigt. Ich spreche von der ddp Deutschen Demokratischen Partei.Allerdings wird Sie es auch schwer haben in diesem geflecht von gefälligkeits Netzwerken ein zu brechen.Aber eines ist auch bewiesen steter Tropfen hölt den Stein. Aus diesem Grunde hat sich die FDP überlebt und wird in 10 Jahren Geschichte sein. Mit freundlichen Grüßen André Flato

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