Fachkräfte sind weltweit heiß begehrt. Deutschland gilt bei diesem Wettbewerb längst nicht mehr als erste Wahl. Das muss sich ändern, sonst sind die Folgen fatal.

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  • Wenn man sich so anguckt wieviele hunderte von Milliarden seit der Gründung der Bundesrepublik als Geschenke aus dem Lande geflossen sind, oder im Lande per Kindergeld und Sozialhilfe Migranten zufließen, dann scheint es mir als ob Deutschland bei weitem nicht ausreichend "kaltherzig und intolerant" ist.

    Einwanderer sind absolut das letzte was Deutschland braucht.

    Es sei denn, man mag Kriminalität, hohe Sozialkosten und Steuern.

    Die Ausbildung - und zuerst Bildung - der eigenen Bevölkerung könnte alle "Facharbeitermängel" beheben. Dazu muß man natürlich erst die 68-er Dünnbrettlehrer aus ihren Ämtern jagen, damit vernünftige Bildung wieder möglich wird an unseren Schulen.

    Deutschland ist kein "Standort" sondern die Heimat der Deutschen.

  • Dieser Artikel ist an Heuchelei kaum zu übertreffen. Wenn der Preis hoch genug wäre, würden sich die Fachkräfte aus aller Welt auf dem Weg nach Deutschland machen. Dem ist jedoch bei weitem nicht so. Was hier versucht wird ist mal wieder die Menschen für'n ein Appel und'n Ei nach Deutschland zu locken. Wenn ich nach meiner Stadt Berlin beurteilen soll, dann klappt es schon mit dem Anlocken - Franzosen, Spanier, Italiener und unzählige Osteuropäer sind in den letzten 5 Jahren hergekommen, wahrscheinlich ca 100 Tusend - leider kaum Fachkräfte, sondern eher Leute ("Kreative") die irgendwie von der großzügigen Berliner öffentlichen Hand leben. Das kann nur den wundern der nicht weiß, dass viele promovierte Wissenschaftler an einer Forschungseinrichtung weniger als 2000 EUR / Monat netto verdienen. Gehen sie nach Amerika, verdoppelt sich ihr Nettoverdienst, bei teilweise geringeren Lebenshaltungskosten - das erklärt auch warum nicht nur mancher deutsch-stämmige Nobelpreisträger in Amerika tätig war.

    Gleiches gilt für die im Artikel erwähnten internationalen Unternehmen, die ihre Angestellten angeblich nicht nach Deutschland entsenden können: wenn diese Firmen die betroffenen Menschen mit einem deutschen Arbeitsvertrag beschäftigen würden, dann gäbe es kein Problem. Das wollen sie aber nicht, es geht darum den polnischen / indischen / etc. Angestellten in D. zu den Löhnen des Heimatlandes zu beschäftigen, was sämtliche Tariflöhne untergraben würde.

  • Bei der Arbeitsagentur wird verständnislos auf den Lebenslauf geblickt und bei Vorlage der Liste der Unternehmen bei denen man sich beworben hat, genörgelt, dass man sich nicht bei Zeitarbeitsfirmen und für geringfügige Arbeiten beworben hätte. Da ich reihenweise Studentenjobs, eine 3-jährige Lehre, ein unentgeldliches Praktikum abgeleistet habe und einen Hochschulabschluss mit qualifizierten Sprachkenntnissen vorweisen kann, empfinde ich diese Behandlung eine - mit Verlaub - "Schweinerei!" Wenn ich "Fachkräftemangel" höre und sehe wie Schüler in den Schulen "verwaltet" werden, weil wir ja da + da + dafür kein Geld haben, könnte ich kotzen! Wo kein Wille ist, ist kein Weg! Nun kritisieren Sie vielleicht, dass ich verallgemeinere? - ich habe u.a. intensiv Philosophie studiert! Haha! Bloss nicht individuell, wenn es pauschal doch viel bequemer ist!

  • Man vor ca.10 Jahren die ganzen Umschulungsmassnahmen
    im technischen Bereich so gut wie eingestellt. Die Träger, die
    solche qualifzierten Ausbildungsgänge angeboten haben, sind
    in die Insolvenz geschickt worden, samt Lehrer und Ausbilder.
    Und jetzt plötzlich benötigt man wieder solche Fachkräfte.
    Die Vorstellung, die kommen vom Himmel geflogen bzw. vom
    Ausland ist absurt. Qualifzierte Ausbildung kostet richtig Geld,
    das die Agentur nicht hat bzw. nicht ausgeben will. Nur
    rummotzen nützt nichts. Das rächt sich jetzt.
    Die Vorstellung vom Ausland kommen die Fachkräfte ist irrwitzig.
    Wir verlieren im techn. Bereich zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit und die Agentur kapierts nicht. Lieber
    deutsche Jugendliche in die Arbeitslosigkeit schicken, statt sie zu
    qualifizeren ist scheinbar besser. Am Ende stehen nur leere
    Verprechungen. Hallo Politiker, kümmert euch mal auch um
    dt. Interessen und nicht immer um die Banken u. insolvente
    Staaten.



  • Hoher Konformitätsdruck: als Andersdenkender schnell ausgegrenzt.

    Ich bin 100% deutsch, habe daher keine Probleme mit Ausländerbehörden und gehöre auch sonst keiner Minderheit an. Ich habe 10 Jahre in den USA gelebt, wo ich mich wohlgefühlt habe. Jetzt bin jetzt wieder ein Jahr zurück, und fühle mich immer noch nicht wohl. Was mir Schwierigkeiten macht:

    (a) Ich sehe einen hohen Konformitätsdruck: wer anders denkt als die Gruppe, in der er gerade ist, ist ganz schnell ausgegrenzt. Der Deutsche "ordnet sich ein".
    (b) Ich empfinde ein hohes Maß an staatlicher Bevormundung - und auch in der öffentlichen Diskussion wird mit dauernd gesagt, was "richtig" und was "falsch" ist.
    (c) Hier wird der Mensch mehr auf "Leistung" reduziert als ich das in den USA empfunden habe. Es fehlt die kreatürliche Freude an sich selbst.

    Ich würde auch niemandem empfehlen, nach Deutschland zu kommen.

  • Alles was Peter_G geschrieben hat, kann ich nur bestätigen.
    Es ist bezeichnend, daß die USA immer noch - und stetig steigend DAS gesuchte Einwanderungsland ist, namentlich für Leistungsträger, die einen weiten u. flexiblen Rahmen für Ihre Entfaltung brauchen. Dies obwohl die USA ob ihrer angeblich desolaten Verschuldung und weitgehenden Deindustrialisierung in der hiesigen Presse permanent an den Pranger gestellt wird.

    Der Artikel analysiert ausführlich und (wohl) zutreffend die Situation in all ihren Facetten, die Lösungsansätze kommen dagegen viel zu kurz. Mit dem Beschwören eines Mentalitätswechsels und der Forderung nach ein paar "Verwaltungsprozeß"-Erleichterungen ist es wohl nicht getan.
    In meiner Wahrnehmung ist der deutsche "Arbeiter" als Leistungsträger in einem Maß auf Effizienz getrimmt, welches wohl allenfalls noch von den Deutschen selbst ertragen werden kann. Und auch da funktioniert es kaum noch (siehe dramatisch steigende Raten an psych. Problemen, Medikamentenabusus, auseinanderbrechende Familien- und Sozialbindungen etc.) Zur Verdeutlichung des Wahnsinns empfehle ich den deutschen Film "Work hard, play hard".

    Außerdem fehlt mir in dem Artikel eine klare Aussage dazu, wie sichergestellt werden kann, daß wir genau die Einwanderer, die wir brauchen, bekommen und nicht bloße Einwanderer in die Sozialsysteme. Das kanadische Punktesystem gilt hierzulande ja als Teufelszeug. Ein solcher oder vergleichbarer "Ausleseprozess" ist aber das notwendige Gegenstück zu dem geforderten Hürdenabbau.
    Der Artikel ist insoweit auch typisch deutsch: es steht viel (kluges) geschrieben, ohne daß etwas gesagt wird. Das ist der Konformismus, den Peter_G treffend beschreibt. Niemand traut sich, sich "aus dem Fenster zu lehnen".
    Würden Sie in so einem Land leben wollen???

  • Alles was Peter_G geschrieben hat, kann ich nur bestätigen.
    Es ist bezeichnend, daß die USA immer noch - und stetig steigend DAS gesuchte Einwanderungsland ist, namentlich für Leistungsträger, die einen weiten u. flexiblen Rahmen für Ihre Entfaltung brauchen. Dies obwohl die USA ob ihrer angeblich desolaten Verschuldung und weitgehenden Deindustrialisierung in der hiesigen Presse permanent an den Pranger gestellt wird.

    Der Artikel analysiert ausführlich und (wohl) zutreffend die Situation in all ihren Facetten, die Lösungsansätze kommen dagegen viel zu kurz. Mit dem Beschwören eines Mentalitätswechsels und der Forderung nach ein paar "Verwaltungsprozeß"-Erleichterungen ist es wohl nicht getan.
    In meiner Wahrnehmung ist der deutsche "Arbeiter" als Leistungsträger in einem Maß auf Effizienz getrimmt, welches wohl allenfalls noch von den Deutschen selbst ertragen werden kann. Und auch da funktioniert es kaum noch (siehe dramatisch steigende Raten an psych. Problemen, Medikamentenabusus, auseinanderbrechende Familien- und Sozialbindungen etc.) Zur Verdeutlichung des Wahnsinns empfehle ich den deutschen Film "Work hard, play hard".

    Außerdem fehlt mir in dem Artikel eine klare Aussage dazu, wie sichergestellt werden kann, daß wir genau die Einwanderer, die wir brauchen, bekommen und nicht bloße Einwanderer in die Sozialsysteme. Das kanadische Punktesystem gilt hierzulande ja als Teufelszeug. Ein solcher oder vergleichbarer "Ausleseprozess" ist aber das notwendige Gegenstück zu dem geforderten Hürdenabbau.
    Der Artikel ist insoweit auch typisch deutsch: es steht viel (kluges) geschrieben, ohne daß etwas gesagt wird. Das ist der Konformismus, den Peter_G treffend beschreibt. Niemand traut sich, sich "aus dem Fenster zu lehnen".
    Würden Sie in so einem Land leben wollen???

  • @Peter_G
    Toller Kommentar, kann ich so bestätigen. Als ich nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Kanada und später Australien zurück kam, fiel mir das auch stark auf.
    Sonst ist man ja relativ schnell betriebsblind.

    "Ich würde auch niemandem empfehlen, nach Deutschland zu kommen."

    So würde ich das nicht sehen, man muss sich seine Freiräume allerdings erkämpfen.

    Etwas mehr "easy going" kann man allerdings jedem Deutschen empfehlen. ;)

  • Toleranter als wir ist kaum ein anderes Land. Welches Land hat schon einen homosexuellen Außenminister?

  • ich bin hier in Deutschland aufgewachsen, beruflich erfolgreich und homosexuell. Toleranz gibt es -wenn überhaupt- nur in Grosstädten. Auf dem Land könnte ich nicht leben. wie sieht die integration von ausländern in D aus? es gibt kaum mischehen. D hat es sich wirklich schwer gemacht mit der Einführung des Antidiskriminirungsgesetz, mit dem Gleichstellungsgesetz. Auf meinen vielen Asien-Reisen rate ich jedem Interessierten ab, D zu besuchen weil zu gefährlich im Osten. Und erst die Gesinnung hier in D: von oben herab Befehle geben, und die MAcht der katholichen Kirche und Werte, Pfui! Ich werde mein Geld abziehen, evtl. auf eine Abfindung warten, und nie wieder nach D zurückkommen. ich habs einfach nicht nötig.

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