Gastkommentar
Die Finanzflut der EZB ist gefährlich

Zum zweiten Mal öffnet die Europäischen Zentralbank ihre Geldschleusen für die Banken. Der Erfolg der ersten Spende gibt der EZB recht. Doch machen sich die Staaten dadurch immer abhängiger von ihren Geldhäusern.
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Big Bazooka. Schon der Gedanke an diese Waffe lässt uns respektvoll schaudern. Die Amerikaner nutzten die Panzerfaust vor allem im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen deutsche Panzer. Seit letztem Herbst hat David Cameron dem Begriff eine Renaissance verschafft. Für ihn war die „big bazooka“ das Bild, um die Lösung der Probleme in der Euro-Zone zu verdeutlichen. Der in dieser Woche stattfindende zweite dreijährige Tender der Europäischen Zentralbank (EZB) wird diesem Bild gerecht: Nach dem Startschuss erwarten wir, dass die Banken – ähnlich wie beim ersten Angebot dieser Art im Dezember – große Mengen an Liquidität abrufen.

Der Tender im vergangenen Dezember wirkte auf den ersten Blick erfolgreich. Mehrere Länder, insbesondere Spanien und Italien, konnten ihre Anleihen zu attraktiven Konditionen verkaufen, offenbar weil einige Banken die zusätzliche Liquidität umgehend zum Kauf dieser Anleihen genutzt haben. Auch die deutlich gesunkenen Renditen für Anleihen dieser Länder sprechen für eine merkliche Entspannung. Hinzu kommt ein politischer Punkt: Mit diesem Schritt konnte die Zentralbank gleichermaßen ihre heftig umstrittene Praxis des Kaufs von Staatsanleihen zurückfahren; die Bestände haben sich in den letzten Wochen kaum noch erhöht.

Aber so gut die Sache auch aussehen mag, sie ist mit Problemen behaftet. Erstens: Ein besonders kritisches Merkmal der gegenwärtigen Krise ist der Teufelskreis, in dem sich Banken und Staaten befinden: In Nöte geratene Banken werden von Staaten gerettet, diese erhöhen dadurch ihre Verschuldung. Die Anleihen von notleidenden Staaten wiederum verlieren sichtbar an Wert und belasten dadurch die Banken, die diese Anleihen halten, was wiederum die Staaten dazu bringt, diese Banken zu retten – und so weiter und so fort. Dank des neuen EZB-Angebots werden Banken und Staaten mehr denn je aufeinander angewiesen sein, und der Teufelskreis wird noch einmal verstärkt.

Zweitens: Viele der Banken, gerade in den Ländern am Rande der Euro-Zone, sind durch die massiven Investitionen in Anleihen ihres jeweiligen Staates in einer sehr kritischen Situation. Sie könnten die jetzige Gelegenheit nutzen und nach dem Motto verfahren: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt man gänzlich ungeniert. Die Möglichkeit dazu ist recht einfach: Man leihe sich günstig Geld bei der Europäischen Zentralbank und investiere es zu höheren Zinsen in heimische Staatsanleihen. In der akademischen Welt wird diese Möglichkeit zur Arbitrage auch als „gambling for resurrection“ bezeichnet, also Zocken am Abgrund.

Drittens: Das Haftungsrisiko des Steuerzahlers steigt. Das gilt gerade bei den geringen Anforderungen an Sicherheiten, die die EZB im Gegenzug für die zusätzliche Liquidität von den Banken verlangt. Nicht nur sind die allgemeinen Anforderungen gesenkt worden, für Anleihen bestimmter Staaten gibt es gar keine verbindlichen Mindestratings mehr. Im Fall eines Zahlungsausfalls stellt sich dadurch die Frage, wer für die Verluste aufkommen soll, und der Steuerzahler wäre unweigerlich in der Haftung.

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  • mich wundert es immer wieder das es kaum jemand stört das die hohen herren unser geld entwerten in dem sie den markt immer wieder mit neuem geld fluten. durch die erhöhung der geldmenge treiben sie die inflation unweigerlich in die höhe und so wird alles allmälich teurer! merkt das denn keiner? da wir nun den euro haben, entscheidet man heute nicht mehr in deutschland allein wann wieviel geld gedruckt wird. es entscheiden jetzt auch seine fiskalpolitisch total verantwortungsvollen nachbarn mit darüber wieviel neues geld in umlauf gebracht wird. derweil verbrennen griechische polizisten eine deusche fahne vor laufender kamera und merkel ziert mit hakenkreuzbinde geschmückt die frontseite einer zeitung. englische journalisten hetzen lautstark im TV das die deutschen nun wieder nazis seien. es wird zeit das wir aufwachen! der euro ist eine totale katastrophe die ALLE kommen sehen haben - nur unsere tollen politiker nicht!

  • Draghi - der Oberzocker.
    Da sind ja unsere Bänker harmlos. Dieser Mensch setzt eine Billion Euro ein, in der Hoffnung, dass es (mit dem Euro etc.) gut geht. Was ist das? Zocken, nichts anderes.

  • @-Zahlmeister: Dem stimme ich vorbehaltlos zu. Ich habe aber selbst noch ein Schreiben - keine Mail, sondern Brief - an Abgeordnete aus meinem Wahlkreis und Fraktionsvorsitzende der Parteien im Bundestag geschrieben, um vor der Zustimmung zum ESM zu warnen. In diesem Schreiben habe ich auch auf die Verschuldungssituation in unserem Lande hingewiesen (laut Prof. Raffelhüschen sind das 7 (sieben) Bio. Euro) und auch darauf, das dieses Land ein Nettogesamtvermögen von 10 (Zehn) Bio. Euro hat, wovon schon 70% außereuropäisch gebunkert sind. Das also dieses Land nicht noch andere Schulden übernehmen kann, von den vielzahligen anderen negativen Nebenwirkungen mal abgesehen. Gegen eine Entscheidung für ESM soll zwar Verfassungsklage beim BVerfG erhoben werden, aber den Brüdern traue ich nicht viel zu, die essen zu viel politisches Brot.

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