Gastkommentar
Die große Solidaritätsheuchelei der USA

Die USA verlangen, dass Berlin mehr tut, um den Euro zu retten. Es solle gegenüber den Nachbarstaaten mehr Solidarität zeigen. Dabei ist Deutschland viel mehr am Gemeinwohl gelegen als den USA selbst.
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US-Präsident Barack Obama fordert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel alles unternehmen soll, um eine Vertiefung der Euro-Krise zu verhindern, damit die USA nicht in deren Strudel geraten. Das ist verständlich, denn in den USA stehen Wahlen vor der Tür.

Was Obama aber nicht ausspricht ist die Tatsache, dass Deutschland bereits größere finanzielle Unterstützung für seine Nachbarn geleistet hat, als die USA jemals an Staaten in Not in Betracht ziehen würden. Ein Blick auf die Fakten: Nach Zahlen des Münchener Ifo-Instituts müsste Deutschland 641 Milliarden Euro aufbringen, wenn die sogenannten PIIGS-Staaten zahlungsunfähig würden.

Das ist mehr als ein Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Vergleichen wir das einmal mit dem am meisten gerühmten Hilfspakt der Vereinigten Staaten in der Geschichte, dem Marshallplan. Im Verlauf von vier Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg haben die USA 13 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau Europas ausgegeben. Das entspricht 120 Milliarden Dollar oder 95 Milliarden Euro in heutiger Kaufkraft.

Das ist ungefähr ein Siebtel dessen, was Deutschland in der Euro-Krise aufgebracht hat - und das von einer Volkswirtschaft, die mehr als viermal so groß ist. Derzeit kann Präsident Obama keinen Cent beim Kongress für die nationale Konjunkturstimulierung loseisen. Sogar Programme wie die Arbeitslosenversicherung, lange ein unstrittiges Thema, werden nicht ohne Kontroverse verlängert.

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  • Richtig - aber man sollte auch auf unsere (Ex-)Politiker wie z.B. den Herrn Fischer eingehen, die nicht nur mit ihrer Mischung aus ökonomischer Inkompetenz und ideologischem Wahn den Euro-Beitritt Griechenlands (mit-)zuverantworten haben, sondern auch in einem wirklich infamen Ton einschließlich des üblichen Hinweises auf den NS eine totale Haftungsübernahme Deutschlands zu erpressen versuchen. Obama versucht seine Wiederwahl zu retten, dieser Herr aber (und andere rot-grüne Euro-Irre) verrät seit langem konsequent die Interessen von uns deutschen Steuerzahlern.

  • mister euro ihr weltbild möcht ich haben, da muss man aber eine menge fakten ausblenden um so naiv positiv durch die welt zu wandern.

    der transatlantischen freundschaft haben wir unser eurodebakel einen gutes stück zu verdanken ebenso wie den engländern unseren lieben doppelagenten.
    nene diese hilfe würde ich samt und sonders ablehnen denn es ist keine.

  • Sehr geehrter Herr Wiener, ich sehe in dem Handeln der USA mehr positive Effekte für Europa und ich sehe auch, dass damit die Möglichkeit zur Wiederbelebung des transatlantischen Bündnisses besteht.

    Die USA haben in den letzten Tagen den Dialog mit David Cameron aufgenommen und darum gebeten, bei der Schieflage im EURO mehr zu tun. Ich sehe es ebenso wie die amerikanische Regierungspolitik, dass wir alleine die Probleme im EURO nicht beweltigen können. Es wäre also sehr positiv, wenn wir über die USA ein Zusammengehen mit England realisieren könnten.

    Die Nummer mit dem EURO ist für uns alleine zu groß und dies hat Obama auch den Engländern vermutlich mitgeteilt. Da hat also Obama etwas sehr sinnvolles getan.

    Die Engländer selbst sind mit dem Pfund einem erheblichen Risiko in währungstechnischer Sicht ausgesetzt. England, daran sei erinnert, wurde erst vor wenigen Tagen von einer kleinen Ratingagentur herabgestuft.

    Die Briten sollten also zusammen mit uns ein Interesse zu einer europäischen Lösung haben, wenn sie nicht einer Kapitalflucht entgegensehen wollen.

    Es wäre wirlich sehr sinnvoll, wenn wir das transatlantische Bündnis nutzen könnten. Dies aber geht erfahrungsgemäß ohne die Engländer nicht. Im Übrigen darf ich auch daran erinnern, dass die Engländer für eine Eigenkapitalaufstockung der Banken plädieren, was unsere Politiker bislang aus nicht nachvollziehbaren Gründen ablehnen.

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