Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!

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Die Idee des geistigen Eigentums ist im Netz in Gefahr

Sie ist im Netz in Gefahr. Nicht weil Bits und Bytes aus sich heraus wie kleine Pacmans an den Ideen und Idealen unserer bürgerlichen Gesellschaft knabbern würden. Nein, es sind die Menschen, die hinter den Maschinen sitzen und eine andere Gesellschaft wollen. Die die totale Freiheit apostrophieren und damit letztlich nur den „digitalen Totalitarismus“, wie es Jaron Lavier genannt hat, meinen. Es ist eine unheilige Allianz aus diesen „digitalen Maoisten“ und kapitalstarken Monopolisten, die hier am Werk ist. Auch wenn sie sagen, sie seien die Guten - nur weil man sagt, man sei gut, ist man es noch lange nicht.

Nun haben Wikipedia und Google in den letzten Tagen ihren starken Arm gezeigt. Doch Googles und Wikimedias dieser Welt, lasst euch zurufen: Auch wenn Wikipedia für einen Tag ausgeschaltet ist und Google Zensurbalken trägt, ist das nicht das Ende des Wissens der Menschheit. Welche Hybris! Lasst euch gesagt sein: Das Wissen und vor allem die Weisheit der Welt liegen immer noch in den Köpfen der Menschen. Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!

Natürlich verändert die fortschreitende Digitalisierung unsere Gesellschaft. Vieles wird einfacher. Auch dieser Text ist mit Hilfe der Errungenschaften der Digitalisierung entstanden. Aber wir sollten uns zu wehren beginnen, wenn einzelne Menschen hinter den vielen Maschinen uns unsere Lebensentwürfe vorschreiben. Noch ist es dazu nicht zu spät.

Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als digitale Avantgarde verstehen und meinen, sie wüssten, was das Beste für die Masse Mensch vor den Maschinen sei. Piraten sind jedenfalls dabei der schlechteste Ratgeber. Sie achten das Eigentum des anderen nicht, setzen ihr Wissen nur für den eigenen Vorteil ein, sind darauf bedacht, zusammenzuraffen, was sie von anderen kriegen können. Und offensichtlich sind Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge. Natürlich soll niemandem verboten werden, via Twitter seine zweite Pubertät zu durchleben. Nur sollte man das nicht zum politischen Programm erheben. Jetzt haben wir noch die Zeit, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wir brauchen den Citoyen, dem Werte wie Freiheit, Demokratie und Eigentum auch im Netz am Herzen liegen.

Der Autor ist CDU-Bundestagsabgeordneter. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com

477 Kommentare

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  • 16.05.2012, 10:27 UhrAnonymer Benutzer: Kompromissbereitschaft

    Da gibt es tatsächlich Volksvertreter, die keinen Kompromiss wollen? Da die CDU/CSU auch nicht auf E-Mails innerhalb von 4 Monaten vor der NRW Wahl geantwortet hat, werde ich einfach weiter jemand anderen wählen. Übrigens: Die SPD hat einen Auto-Responder hinbekommen, die FDP wollte ein Fax und nur die GRÜNEN und PIRATEN haben per E-Mail geantwortet, die PIRATEN zur Diskussion eingeladen.

    Das Internet und die reale Welt waren Anfang der 90er getrennt. Heute ist das Internet genauso Teil des Lebens des Großteils der Deutschen wie das Telefon und der Toaster. Gab es auch Anti-Toaster Politiker?

    Jungs, rüstet mal rhetorisch ab, so kommen wir alle nicht weiter.

    Wir brauchen genauso Qualitätsjournalismus wie Laien-Berichterstatter. Und für ein gutes Buch, ob nun als PDF oder gedrucktes Papier zahle ich gerne Geld.

    Genauso brauchen wir aber keinen herbei argumentierten digitalen Krieg. Wozu auch? Das Internet ist angekommen.

    Wo ist der Kompromiss mit dem alle leben können? Ich bin bereit:

    - Monatlich Geld für Kultur zu bezahlen
    - Bücher pro Kauf zu bezahlen
    - Auch für meine Zeitung als PDF zu zahlen

    Nicht bereit:
    - Irgendeine Art von Zensur zu akzeptieren
    - Irgendeine Art von Überwachung zu akzeptieren

    Da muss es doch einen Kompromiss geben, Leute. Was machen die Vollzeitpolitiker denn bitte, außer uns die Arbeit bei solchen Kompromissen abzunehmen?

  • 31.03.2012, 16:57 UhrAnonymer Benutzer: Bachsau

    Mit einer Sache hat der Kerl leider recht: Die Netzgemeinde wird den Kampf verlieren, wenn sie da bleibt, wo immernoch viel zu viele ihrer Angehörigen sind: Im Netz. Denn eines wird sich auch in Zukunft nicht ändern: Wirklich etwas bewegen lässt sich nur auf der Straße, notfalls auch mit Gewalt.

  • 27.02.2012, 23:56 UhrAnonymer Benutzer: DDos

    "Bürger, ihr werdet den Kampf verlieren!"
    Allein die Überschrift sagt doch schon alles...

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